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Uni Mannheim und VZBZ bieten Online-Programm zur Risikoeinschätzung von Geldanlagen
- 04.08.2010
Nicht nur die Bundesregierung, vor allem auch die Verbraucherschützer zeigen sich weiter hin ,vorsichtig formuliert, unzufrieden mit der Vorgehensweise der Banken und anderer Finanzdienstleister, wenn diese an die Beratung ihrer Kunden gehen. Eine Veränderung in diesem Punkt lassen aktuelle Tests der Verbraucherzentralen und der Stiftung Warentest leider nicht erkennen. Wie bisher stehen eher die Umsätze der Anbieter und die Provisionen für die Berater im Mittelpunkt als die individuellen Ansprüche der Anleger, die sich zu den Möglichkeiten im Bereich der Geldanlagen informieren lassen. Da die Institute nicht die Bereitschaft zeigen, verbraucherfreundlicher bei der Beratung vorzugehen, hat man sich beim VZBZ – dem Verbraucherzentrale Bundesverband – zur Aufgabe gemacht, selbst für mehr Beratungsqualität im Interesse der Anleger zu sorgen.
In enger Zusammenarbeit mit der Universität Mannheim wurde nun ein wissenschaftliches Programm von Forschern ausgearbeitet, das Kunden dabei helfen soll, Risiken und Chancen bei den verschiedenen Geldanlagen auf dem Markt besser einschätzen zu können. Darüber hinaus sollen Anwender des neuen Programms auch ausführlich erfahren können, welche finanziellen Folgen bestimmte Anlageentscheidungen haben können. Bei dem Hilfsangebot handelt es sich um ein virtuelles Programm, das für die Nutzer keine Kosten verursacht. Der Einsatz des Programmes ist denkbar einfach.
Wenige wichtige Eingaben zeigen Chancen und Verlustrisiken
So müssen die Verbraucher zu Beginn angeben, welche Summen sie für welchen Zeitraum anzulegen gedenken. Anschließend fragt das Programm danach, zu welchen Anteilen die Gelder in festverzinster Form und in Aktienfonds investiert werden sollen. Sind diese Angaben gemacht, gibt das System den Nutzern an, mit welchen Vermögen am Ende der Laufzeit zu rechnen ist. Diese Aussagen werden auf Basis historischer Entwicklungen der Aktienindizes getroffen, wobei sowohl internationale als auch deutsche Fondsmodelle eingebunden werden. Einer der wesentlichsten Vorteile des Programms ist eben in der flexiblen Berechnungsweise zu finden. So können die Anleger durch Umverteilung der Summen zwischen sicheren und riskanten Anlagemodellen schnell erfahren, wie sich die voraussichtlichen Renditen im Einzelfall verändern. Genannt werden nicht nur reine Zahlen. Ebenso arbeitet das Programm mit Grafiken, die zusätzlich das Verhältnis zwischen Renditechancen und Investitionsrisiken optisch darstellen.
Entwickelt wurde das Programm als ein Bestandteil einer Studie, die durch die Experten der Mannheimer Uni durchgeführt wurde. In Umfragen hatte sich wiederholt gezeigt, dass Anleger selbst oft erhebliche Probleme dabei haben, Anlagerisiken bei verschiedenen Produkten einzuschätzen. So sorgen schlechte Marktbedingungen bei vielen Verbrauchern dafür, dass sie die Risiken bei Geldanlagen zu hoch einstufen, während in guten Zeiten oft von zu geringen Investitionsrisiken ausgegangen wird auf Seiten der Investoren. Realistische Prognosen sind bei den Anlegern eher selten zu beobachten.
Neue EU-Fondsrichtlinien werden berücksichtigt
Neben den eigentlichen Hilfestellungen, die das virtuelle Programm den Verbrauchern bei bevorstehenden Anlageentscheidungen bieten kann, kann das Angebot zudem in einem weiteren Punkt überzeugen. So ist das System im Grunde eine Art Vorreiter bezüglich der Einbeziehung neuer Standards und Richtlinien. Denn eigentlich müssen sich Anbieter erst ab Juli des Jahres 2011 an die von der Europäischen Union aufgestellten Vorschriften für Fondsdokumente (diese beziehen sich auf sieben verschiedene Risikoklassifizierungs-Gruppen) halten, wenn sie Kunden über Risiken und Renditeaussichten informieren. Der Risiko-Check der VZBZ und der Uni Mannheim nutzt jedoch schon jetzt die Aspekte, die im Interesse der Anleger von der EU als objektiver Hinweis auf Risiken geschaffen wurden.
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