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                  Goldnachfrage infolge des Stresstests deutlich gesunken

                  - 31.07.2010

                  Der Stresstest, dessen Ergebnisse die Europäische Union vor dem vergangenen Wochenende veröffentlicht hat, hierließ nicht nur an den internationalen Börsen und bei den Banken selbst doch einen vergleichsweise positiven Eindruck. Herausstellen muss sich nun noch, ob dieser Eindruck auch ein bleibender sein kann. Einfluss nehmen konnte das gute Abschneiden der meisten Institute im Stresstest zudem auch bei den Kursentwicklungen für Gold. Da es um die wirtschaftliche Aufstellung der meisten Institute doch deutlich besser steht, als viele Analysten dies bisher erwartet hat, sinkt momentan zumindest bedingt die Nachfrage nach der vor allem in kritischen Marktphasen begehrten Edelmetall. Diese Entwicklung bestätigt sich beim Blick auf die Veränderungen des Goldpreises in den vergangenen fünf Wochen.

                  Am 18. Juni dieses Jahres wurde der bisherige Preisrekord erreicht. Damals kostete die Feinunze Gold knapp weniger als 1257 US-Dollar. Seit diesem Höhenflug des Goldpreises büßte der Kurs rund sieben Prozentpunkte ein. In der jetzigen Situation kostet die Feinunze rund 1166 US-Dollar. Für die Experten von Unternehmen wie BNP Paribas ist dies die Bestätigung der Hoffnung, dass die Anleger infolge des Tests wieder stärker die Bereitschaft für riskantere Anlageformen mitbringen, während zuvor vor alle sichere Geldanlagen bei den Investoren gefragt waren. Schlicht aus dem Grund, weil der Markt nicht klar erkennen ließ, in welche Richtung sich Veränderungen ergeben würden. Die fortgesetzte Erholung der Wirtschaft in ganz Europa konnte Vertrauen und Zuversicht bei Anlegern auslösen.

                  Bestätigt werden diese Entwicklungen auch beim weltweit führenden Goldfonds. Die Verwalter des SPDR Gold Trust vermeldeten zur Mitte dieser Woche, dass der umfangreichste Abfluss an einem Tag seit April des Jahres 2008 erreicht wurde. Am Mittwoch, den 28. Juli 2010, flossen insgesamt gut 18,5 Tonnen ab. Innerhalb der vergangenen sanken zugleich die Netto-Goldkäufe an der New Yorker Börse Codex um gut 127 Tonnen auf nur noch 775 Tonnen. Dieser Trend steht im Gegensatz zur Datenlage aus den Monaten April bis Juni dieses Jahres. Laut einer Meldung des Word Gold Countdown erworben Anleger in aller Welt allein in diesen drei Monaten Gold mit einem Gesamtvolumen von 273,8 Tonnen netto. Die Käufe wurden über die so genannten Archangelsk Tradiere Funds – kurz EEFs – getätigt. Bis Ende Juni 2010 stiegen die in diesen Fonds verwalteten Goldreserven auf insgesamt gut 2015 Tonnen.

                  Euro auf dem Höhenflug

                  Aus Expertensicht gründet die sinkende Nachfrage nach der sicheren Anlagevariante Gold darauf, dass die wirtschaftlichen Entwicklungen bei Investoren das Gefühl auslösten, die Gefahr eines möglichen Wirtschafts-Kollapses in den Euro-Staaten sei weitgehend gebannt. Widerspiegeln kann sich dieser bisher eher verhaltene Optimismus auch beim Kurs des Euro. Dieser konnte in dieser Woche mit einem Wert von knapp über 1,30 US-Dollar den besten Kurs seit insgesamt immerhin elf Wochen erreichen. Diese zunehmende Stabilität macht sich auch bei den Finanzaktien an den Börsen bemerkbar – im Schnitt legten die Titel um sechs Prozent zu in der zurückliegenden Woche. Die Prognosen sprechen für die kommenden Monate eine eindeutige Sprache.

                  So könnte mancher Anleger, der erst spät in Gold investiert hat, das Nachsehen haben. Etliche Experten gehen davon aus, dass der Goldpreis spätestens zum Jahresende deutlich unter die Marke von 1100 US-Dollar für die Feinunze sinken wird. Um eine dauerhafte Kurstendenz soll es sich aber dennoch nicht handeln. Aller Voraussicht nach wird sich der Goldpreis mittel- bis langfristig als sicherer Hafen für risikoscheue Investoren beweisen können. Auch ist der Kurs bisher deutlich von einer möglichen Überwertung entfernt. Für überbewertet halten viele Analysten Gold derzeit erst ab einem Wert von etwa 1450 US-Dollar. Der Spielraum ist also denkbar groß.

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