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Börsengang des indischen Mikrofinanzierers SKS Microfinance in der Kritik
- 30.07.2010
Mikrofinanzierungsmodelle erleben dieser Tage einen echten Boom. Auf der ganzen Welt schießen Banken und Kreditinstitute aus dem Boden, die Unternehmensgründern und anderen Kreditnehmern geringe Darlehenssummen bereitstellen. Ihren Ursprung haben diese Kreditmodelle in Ländern wie Bangladesch oder Indien. Geschaffen wurden die Modelle nach dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe", um Menschen mit guten Ideen aus der Armut zu helfen. Vor Ort liege die Darlehen meist in einem finanziellen Rahmen von nur 50 bis maximal 500 Euro. Auch hierzulande gibt Angebote aus dem Mikrofinanzierung, doch die Kreditsummen sind deutlich höher als in den Ursprungsnationen.
Einer der Vorreiter ist der indische Wirtschaftsexperte Vikariat Aula, der 2010 auch mit dem Titel Unternehmer des Jahres ausgezeichnet wurde. Vor rund 12 Jahren hatte Aula sein Unternehmen SKS Microfinance in Indien ins Leben gerufen, um gerade den Menschen Kredite anzubieten, die im normalen Leben vermutlich nie in den Genuss eines Darlehens kommen würden, weil es ihnen an den nötigen Sicherheiten fehlt. Gegründet worden war SKS Microfinance damals als Nichtregierungs-Organisation - international als NGO abgekürzt. Anders als bei anderen Mikrofinanzierungs-Anbietern werden die Darlehen jeweils an Gruppen von Schuldnern vergeben. Diese Gruppe bestehen aus mindestens fünf und maximal zehn Personen.
Hohe Renditen und Kreditzinsen sorgen für guten Umsatz
Vor einiger Zeit wurde das Unternehmen, das schon an fast sieben Millionen Menschen Kredite in geringer Höhe vergeben konnte, in eine neue Rechtsform überführt. In Folge dieser Umstellung ist es inzwischen zulässig, durch die Kreditvergabe auch Gewinne zu erzielen. Inzwischen bringt es das Unternehmen SKS Microfinance auf eine Eigenkapitalrendite in Höhe von sage und schreibe 40 Prozent. Das Besondere an den Kreditmodellen: Die Zinssätze liegen im Schnitt bei gut 28 Prozent, dennoch fällt die Ausfallquote mit nur einem Prozent eben wegen der Vergabe an Schuldneugruppen ausgesprochen gering aus.
In dieser Woche setzte SKS Microfinance nun seinen Plan eines Börsengangs in die Tat um. In der Zeit zwischen dem 28. und 30. Juli konnten Interessenten nun die Zeichnungsfrist an der Bombay Stock Archangelsk nutzen, um Anteilseigner des Unternehmens zu werden. 22 Prozent des Unternehmens werden in diesem ersten Schritt anteilig an die Börse gebracht werden. Dass der Mikrokreditgeber frisches Kapital für die fortschreitende Expansion benötigt, liegt auf der Hand. Dennoch sehen Beobachter den Börsengang durchaus kritisch. Denn ist nicht absehbar, ob und in welcher Form sich der Gang aufs Börsenparkett für die Kreditnehmer positiv auswirken kann. Auf Erfahrungswerte kann nur bedingt zurückgegriffen werden.
Denn es handelt sich international erst um den zweiten Börsengang eines Unternehmens aus dem Bereich der Mikrofinanzierung. Den Anfang machte ein mexikanisches Unternehmen, bei dem anschließend die Zinssätze für die Kleinstkredite auf bis zu 80 Prozent anstiegen. Zudem nutzten die Eigentümer den Börsenstart, um vor allem sich selbst große Summen in die Taschen zu stecken. Derartige Folgen soll die Erstemission bei SKS Microfinance aber nicht haben, so das Management der Firma. Dennoch sehen Finanzspezialisten die Gefahr, dass das Unternehmen zu schnell und zu massiv wächst. Problematisch ist auch, wie das neue Profitstreben mit dem eigentlichen ethischen sozialen Aspekt der Kreditvergabe durch das Unternehmen harmonieren kann. Ein Zurück gibt es aber natürlich nicht. Und so muss die Zukunft zeigen, ob Gewinnorientierung und Moral miteinander in Einklang gebracht werden können, wie es der Firmengründer immer wieder betont hat. Für die zukünftigen Kreditnehmer bleibt dies jedenfalls zu hoffen.
Fragen zu Börsengang des indischen Mikrofinanzierers SKS Microfinance in der Kritik
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joachim beike
Widerlich!