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Spirituosen und Wein als neuer Geldanlage-Trend?
- 27.07.2010
Lange Zeit galten vor allem Immobilien und Gold als Sachwerte, die in wirtschaftlichen Krisen der einzig wahre Ansatz für Anleger sein könnten, wenn Turbulenzen den Börsenalltag bestimmen und die Zinssätze bei Geldanlagen wie Festgeld oder Tagesgeld zusehends in den Keller gehen. In der Tat konnten sowohl Gold als auch Silber in den vergangenen Monaten ein deutliches Plus vorweisen, weil die Investoren sich in diese sicheren Anlageklassen flüchteten. Allein Gold bringt es seit Beginn des Jahres 2009 auf einen Wertzuwachs von gut 60 Prozent. Verglichen mit Modellen wie Obligationen oder den klassischen Aktienformaten mit einer maximalen Rendite von etwa zehn Prozent kann sich diese Entwicklung des Goldpreises durchaus sehen lassen. Das Optimum ist hier jedoch aus Sicht manches Experten nicht geboten.
Eine Alternative können Bereiche sein, an die die Mehrheit der Anleger vermutlich im Sinne einer echten Geldanlage nicht unbedingt denken mag. Luxus-Weine und edle Whisky-Sorten waren schon vor einigen Jahren ins Interesse von Investoren gelangt, doch im Jahr 2008 mussten Anleger in diesem Sektor einen vorübergehenden Kursrückgang verarbeiten. Doch seit Anfang 2009 konnten hochwertige Whisky-Varianten Zuwächse von bis zu 100 Prozent vorweisen. Vor diesem Hintergrund bietet der Anlagemarkt dieser Tage im Prinzip keine vergleichbar lukrative Geldanlage. Die Zeiten des normalen Genusses sind also vorüber – Whisky und Wein haben ihre bisherige Position als kostspielige Statussymbole verlassen und sich zu echten Sachwerten mausern können. Insbesondere in Zeiten erheblichen Sorgen und Ängste vor einer weiterhin steigenden Inflationsrate und damit einhergehender Entwertung der Devisen erweisen sich die mehr oder weniger hochprozentigen Tröpfchen als echte Alternative. Zumal bei Wein und Whisky trotz zunehmender Abhängigkeit von anderen Marktsegmenten meist andere Gründe für Kursentwicklungen verantwortlich sind.
Entwicklungen von Preisen häufig auch für Experten kaum abzuschätzen
Der überstürzte Aufbruch zum nahegelegenen Supermarkt ist jedoch nicht unbedingt die richtige Herangehensweise, wenn sich potentielle Anleger auf Whisky und Wein als Geldanlage einlassen möchten. Mehr noch als bei manch anderer Anlageklasse ist ein hohes Maß an Hintergrundinformationen erforderlich, um die richtigen Investitionsentscheidungen treffen zu können. So ist es keineswegs der Standard-Whisky aus dem Einzelhandel, der Top-Renditen in Aussicht stellt, wie Experten zu bedenken geben. Inzwischen bietet der Markt auch für Spitzenweine einen eigenen Index. So trifft der so genannte Liv-Ex 100 Aussagen zu den Kursentwicklungen der wertvollsten Weine. Bei den Weinen raten Kenner noch immer vor allem zu Weinen aus den bekannten Regionen wie etwa Bordeaux, auch Weine aus Burgund sind gefragt und edel. Abfüllungen aus Deutschland etwa sind zwar inzwischen für den Konsum durchaus wieder gefragt, für Investoren jedoch eignen sich die Tropfen aus deutschen Landen bisher eher nicht.
Zudem haben die Anleger die Qual der Wahl, wenn es an die Auswahl der Wein-Investments geht. So können sie entweder in hoffnungsvolle junge Sorten vertrauen oder in ältere Jahrgänge investieren, die bereits erste Wertsteigerungen absolviert haben. In diesem Fall lassen sich die Wertentwicklungen häufig deutlich besser vorhersagen. Bei Preisen von schnell mehr als 500 Euro ist aber generell zu Vorsicht geraten, wenn der Anleger erstmalig in diesem Bereich aktiv wird. Im Bereich Whisky/Whiskey sind es dieser Tage vor allem Single Malts aus den schottischen Highlands oder Japan und den USA begehrte Anlagen. Ein Faktor für die erhoffte Wertsteigerung kann die Zeitspanne der Fasslagerung eines Whiskys sein. Dies mag noch vorhersehbar sein. Schwieriger ist es, frühzeitig Trends mit Bezug auf bestimmte Destillerien zu erkennen und tätig zu werden. Welche Sorten sich bei Sammlern in den kommenden Jahren besonders etablieren, ist vielfach eine Frage des Zufalls. Hohe Renditen sind also auch in diesen Bereichen eine Frage des Gefühls und natürlich auch des Zufalls und des Glücks.
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