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                  Deutschen Verbrauchern fehlt bei Finanzen vielfach das nötige Know-how

                  - 21.07.2010

                  Auf die Frage danach, welche Voraussetzungen und Fähigkeiten man als Anleger unbedingt mitbringen sollte, um nicht schon frühzeitig an den eigenen Investmentplänen zu scheitern, würden die meisten Verbraucher wohl antworten, dass man ein möglichst großes Hintergrundwissen vorweisen sollte. Denn nur, wer sich mit Produkten wie Geldanlagen und gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen auskennt, kann wohl im Grunde auch das nötige Geschick bei der Auswahl seiner Anlageformen an den Tag legen. Eine Umfrage des Unternehmens Emnid zeigt jedoch ausgerechnet eines: Den deutschen Verbrauchern fehlt es scheinbar am notwendigen Know-how und zwar sowohl im Bezug auf Finanzangelegenheiten als auch zur Wirtschaft allgemein. Zumindest ist das die Einschätzung, die von Verbrauchern im Rahmen der für die Commerzbank durchgeführten Umfrage vertreten wird.

                  Auf die Frage, welche Schulnote sie sich selbst in einem möglichen Schulfach unter dem Namen Geld und Wirtschaft geben würden, präsentiert die Umfrage durchaus bedenkliche negative Ergebnisse. Etwa 50 Prozent der Befragten gab an, das eigene Wirtschaftswissen mit höchstens befriedigend einzustufen. Knapp mehr als jeder Fünfte – nämlich genau 21 Prozent der Teilnehmer der Emnid-Umfrage – bewerten das eigene Wissen als nur ausreichend. Bei neun Prozent der Befragten fällt das Urteil zum eigenen Wissensstand sogar noch schlechter aus. Die Antwort: Ein klares Mangelhaft. Während sich drei Prozent der Umfrageteilnehmer ein ungenügend verleihen würden, gibt es nur zwei Prozent der Befragten, die ohne große Umschweife von einem sehr guten Hintergrundwissen sprechen. 14 Prozent würden sich die Note „gut“ geben.

                  Frauen stufen sich oft schlechter als männliche Befragte ein

                  Befragt hatten die Meinungsforscher für ihre repräsentative Umfrage insgesamt 1000 volljährige Personen. Einmal mehr zeigen die Ergebnisse, dass es bei den Selbst-Einschätzungen zum Teil deutliche Differenzen zwischen den Geschlechtern, der regionalen Herkunft und zwischen den Gehaltsklassen gibt. Für besser halten etwa die Befragten ihren Wissenstand zu Wirtschaftsthemen und Finanzfragen, die einen Hochschulabschluss oder wenigstens Abitur haben. Schlechtere Bewertungen des eigenen Know-how geben sich einerseits vielfach die befragten Frauen sowie Menschen aus dem Osten der Republik. Umfrageteilnehmer, die über ein höheres Einkommen (ab 2000 Euro netto pro Monat) verfügen, trauten sich ebenfalls in der repräsentativen Umfrage ein höheres Niveau zu als jene, die eher durchschnittliche oder unterdurchschnittliche Einkommen zur Verfügung haben.

                  Die Umfrage bestätigt im Prinzip eine Studie der Commerzbank, die zu Beginn des vergangenen Jahres 2009 publiziert wurde. Das damalige Ergebnis zeigte, dass gut 25 Prozent der befragten Verbraucher selbst vergleichsweise bekannte Begriffe wie Inflation oder Rezession nicht erklären konnten. Dabei halten Experten gerade in der jetzigen wirtschaftlichen Phase einen Hintergrund auf wenigstens durchschnittlichem Niveau für ausgesprochen wichtig. Nicht nur bei der Auswahl der hoffentlich richtigen Geldanlage ist ein solches Basiswissen die wichtigste Grundlage, um nicht auf schlechte Beratung hereinzufallen oder die falsche Anlage auszuwählen.

                  Nach Auffassung von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer werden Themen wie Finanzen und Wirtschaft auch in anderen Bereichen des Lebens eine zunehmend größere Rolle spielen. So zum Beispiel bei der Planung der Altersvorsorge, aber ebenso gut auf dem Arbeitsmarkt, der krisenbedingt ordentlich leiden musste. Einen Schuldigen haben die Teilnehmer der Umfrage auch bereits ausgemacht. So fordern elf Prozent der Umfrageteilnehmer einen Beitrag der Banken, damit die Bürger ein besseres Wirtschaftswissens erhalten. Mit einem Anteil von 43 Prozent sehen die meisten Befragten die Verantwortung aber bei den Unis und Schulen im Lande. 26 fordern eine Intervention von staatlicher Seite.

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