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Gold - keine Gefahr einer Blase?
- 19.07.2010
Es ist doch letztlich immer wieder die gleiche Entwicklung, wenn sich ein bestimmtes Anlagemodell für einen langen Zeitraum als nahezu ideal erweisen konnte. Spätestens nach einigen Monaten schwören Experten dann eine wahrscheinlich drohende Blase herauf, die gewisslich schon bald platzen werde. Zwar war dies auf dem US-Immobilienmarkt in der Tat zutreffend und auch in der Volksrepublik China scheinen sich derzeit ähnliche Entwicklungen abzuzeichnen. Ob die Prognose jedoch hinsichtlich des Goldkurses gleichermaßen anwenden lassen wird, darf in der jetzigen Phase des Marktes doch bezweifelt werden. Auslöser für die Spekulationen über das baldige Platzen einer vermeintlichen Goldblase war erst kürzlich der deutliche Kursrückgang des Goldpreises.
Von einem Höchststand mit einem Wert von knapp 1.260 US-Dollar sank der Kurs für eine ganze Weile auf einem Kurswert von 1.190 US-Dollar und weniger. Die Analysten, die in dieser Situation das Ende der Kursrally wähnten, vergessen jedoch einen wesentlichen Punkt: Der Kurs des Edelmetalls hatte zuvor binnen weniger Monate zu einem echten Höhenflug angesetzt. Angesichts der vorherigen Gewinne waren die Verluste vergleichsweise harmlos, zumal ein erheblicher Teil der Verluste später wieder gutgemacht werden konnte, nachdem die Nachfrage von Seiten der Anleger wieder gestiegen war.
Dass es sich im Zusammenhang mit der Goldpreis-Entwicklung um eine so genannte Blase handeln könnte, darf auch aus einem anderen Grund bezweifelt werden. Momentan beläuft sich das insgesamt in Gold angelegte Anlegervermögen auf nur etwa 0,8 Prozent des Finanzvermögens, das den kleinen und großen Anlegern zur Verfügung steht. In diesem Prozentsatz sind sogar Fonds und Aktien der Sparte enthalten. Besonders bei den Großinvestoren sehen Branchenkenner derzeit noch großen Spielraum. So könnte schon bald etwa die Chinesische Zentralbank wieder erneut als Investor aktiv werden. Dort sind aktuell nur knapp 1,6 Prozent der Reserven im Goldbereich anlegt. Zum Vergleich: Hierzulande beträgt der Goldanteil der Staatsreserven immerhin 68 Prozent.
Sicheres Investment in Deflation und Inflation gleichermaßen
Dass zu einem späteren Zeitpunkt eine Blase drohen könnte, bezweifeln Experten nicht, doch von einer solchen Bedrohung sei der Markt dieser Tage noch weit entfernt. Kursschwankungen wird es auch in Zukunft immer wieder geben, Sorgenfalten müssen solche Veränderungen bei den Anlegern nicht automatisch auslösen. Denn ein wichtiges Argument lässt Gold auch weiterhin zur sicheren Anlageklasse werden. Die Gold-Reserven sind begrenzt und können auch bei massiver Nachfrage nicht jederzeit erhöht werden. In der Vergangenheit erwies sich Gold sowohl im Zusammenhang mit einer Inflation als auch in deflationären Situationen als nachhaltig positives Investment, und dies wird auch in den kommenden Jahren weiterhin gelten. Zumal es sich bei Gold um das einzige Zahlungsmittel handelt, dass einerseits die nötige internationale Anerkennung hat und zudem unabhängig von Staaten angeboten wird.
Wer sich ein Bild davon machen will, welche Chancen Gold allein in den ersten Monaten dieses Jahres für Anleger bieten konnte, muss sich lediglich anschauen, welche Kursentwicklungen seit Jahresbeginn verbucht wurden. Zeitweise legte der Goldkurs in Euro um rund 40 Prozent zu. Damit lässt das Edelmetall die meisten anderen lukrativen Anlageformate deutlich hinter sich. Sollten sich die Erwartungen hinsichtlich einer steigenden Inflationsgefahr zu einem späteren Zeitpunkt bestätigen, wäre es abermals das Gold, das sich neben anderen Sachwerten wie Immobilien als sichere Geldanlage erweisen könnte, während die Kurse von Anleihen und ähnlichen Produkten in den Keller gehen würden. Grundsätzlich aber gilt für die Anleger vor allem eine Investitionsweisheit: Sie sollten möglichst flexibel bleiben, um auf Veränderungen des Marktes reagieren zu können. Dies gilt für Gold wie alle anderen Investments.
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