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Bundesbankpräsident Weber gegen ganzheitliche Stresstest-Veröffentlichung
- 01.07.2010
Als kürzlich bekannt wurde, dass ausgerechnet die spanische Großbank Santander Bank im Rahmen eines von der EU-Kommission durchgeführten so genannten Stresstests das beste Ergebnis der getesteten Institute vorweisen konnte, war die Verwunderung selbst bei Experten entsprechend groß. Denn gerade in Spanien war vielen Banken zuletzt eine eher schlechte Aufstellung nachgesagt worden. Inzwischen wurde auch auf nationalen Ebenen überprüft, wie es um die finanziellen Ausrichtung und der Vorsorge der Banken für den möglichen Ernstfall aussieht. Auch in Deutschland hatte man sich inzwischen zu einem Stresstest durchgerungen. Entsprechend groß war die Erwartung der Ergebnisses des Tests in den Medien und nicht zuletzt auch bei den Kunden der verschiedenen Institute.
Zeitweise sah es danach aus, dass die Kunden tatsächlich in vollem Umfang über die Feststellungen der Analysen informiert werden könnten, um sich ein objektives Bild davon machen zu können, wie sicher die Banken der deutschen Branche in der jetzigen Phase versorgt sind. Doch an oberster Stelle regt sich nun Widerstand gegen die vollständige Publikation der Ergebnisse. So ist es ausgerechnet der Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, der sich gegen die gänzliche Veröffentlichung des Stresstests ausspricht. Doch geht es Weber scheinbar gar nicht so sehr um den Test als solchen, wie seine Stellungnahme bei einem bisher geheimem Meeting der Chefs der 16 größten Institute des Landes erkennen lässt. Vielmehr will Weber verhindert sehen, dass der Test unkommentiert und ohne entsprechende Kontrollen in die Berichterstattung gerät. So scheint die Gefahr zu groß, dass die Veröffentlichungen falsch interpretiert werden und einen falschen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Überraschend kommt der Widerspruch gegen die Veröffentlichung der Ergebnisse aber dennoch, denn nicht zuletzt der Bundesbankpräsident selbst hatte sich dafür ausgesprochen, Informationen zum Test publik zu machen. Jedoch war in diesen Forderungen nicht die Rede, davon, die Ergebnisse in vollem Umfang in die Medien zu geben. Und noch in einem anderen Punkt regt sich Widerspruch. Weber ist vor allem dagegen, dass ausschließlich die CEBS, die europäische Finanzaufsehervereinigung für die Veröffentlichung zuständig sein könnte. So müssten nach Aussagen Webers in aktuellen Interviews auch die Banken mitentscheiden dürfen, welche Einzelheiten in welcher Form veröffentlicht werden.
Brisant am Test könnte ein bestimmter Aspekt sein: Inoffiziell heißt es derzeit, am Ende könnten durch den Test gerade auch einige der deutschen Landesbanken in arge Bedrängnis kommen durch die Überprüfung der Bankenpositionen. Allerdings haben sowohl die Bundesregierung als auch die großen Banken des Landes frühzeitig angekündigt, notleidenden Mitbewerbern der Bankenbranche im Fall der Fälle mit Kapitalspritzen unter die Arme greifen zu wollen. Auf diese Weise will man schon jetzt ein wenig Tempo aus der hitzigen Debatte um den Stresstest nehmen. Dass sich die Bundesbank in der Debatte hinter die Geldinstitute in Deutschland stellt, wird auf Seiten der Experten als außerordentlich wichtig bezeichnet.
Im Rahmen des Stresstest wird geprüft, inwieweit sich die Institute mit finanziellen Problemen hinsichtlich der Versorgung mit Eigenkapital konfrontiert sähen, falls es bei verschiedenen Anlageformen wie in der akuten Phase der Finanzkrise zu massiven Wertverlusten käme. Bund und EU wollten eigentlich die kompletten Ergebnisse veröffentlichen, durch das Contra des Bundesbankpräsidenten jedoch könnte sich an diesen Plänen doch noch einiges ändern. Auch Webers Stellvertreter Zeitler forderte die Politik auf, keine Publikation ohne Bankenzustimmung vorzunehmen, wenn es Mitte Juli endlich so weit ist. Die EU und die Bundesregierung wollten durch die größtmögliche Transparenz der Branche für ein Wiedererwachen des Investorenvertrauens sorgen.
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