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Deutsche Bürger wissen um den Wert von Wohneigentum als Altersvorsorge
- 24.06.2010
Immer wieder kommen Stimmen aus der Politik und von Experten für die Altersvorsorge, die davon sprechen, der durchschnittliche Bundesbürger mache sich nach wie vor zu wenig Gedanken über die Zeit nach dem aktiven Berufsleben. Auch die Maßnahmen im Bereich der Riester Rente und der Rürup Rente reichen nach Aussage von Analysten vor dem Hintergrund der steigenden Inflationsrate und der allgemeinen Verteuerung der Lebenshaltungskosten einfach nicht aus, um im Alter unbesorgt über die Runden kommen zu können. Und dennoch ist die Kritik nur bedingt angebracht: Wer behauptet, die Bürger in Deutschland machten sich zu wenig Gedanken über die verschiedenen Möglichkeiten der individuellen Vorsorge für später, ist auf dem Holzweg.
Aktuelle Umfragen zeigen deutlich, dass sich die Verbraucher hierzulande sehr wohl viele Gedanken darüber machen, wie sie sich schon heute um einen ruhigen Lebensabend kümmern können. Vor allem im rechtzeitigen Immobilienerwerb sehen viele Bürger einen guten Ansatz, um neben der privaten Zusatzrente weitere Maßnahmen zur Altersvorsorge zu ergreifen. Und auch dazu, wann man am besten aktiv wird, haben die Verbraucher eine sehr klare Vorstellung. Aus einer Studie des Vermittlungsexperten in Sachen Baugeld, des Mannheimer Unternehmens HypothekenDiscount, geht hervor, dass rund 45 Prozent der 500 Befragten der Überzeugung sind, dass das Bauvorhaben oder der Kauf von Wohneigentum im Lebensabschnitt im Alter zwischen 30 und 35 Jahren ideal ist. Dass die Lage für Finanzierungen aufgrund der aktuell historisch niedrigen Zinssätze bei Baukrediten besonders günstig ist, haben die Verbraucher ebenfalls erkannt.
Viele Verbraucher beginnen erst spät mit Immobilienfinanzierung
Allerdings zeigt die Studie einmal mehr die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis. Denn obwohl etwa 26 Prozent der Teilnehmer der Umfrage sogar am liebsten noch vor dem 30. Geburtstag zum Bauherren bzw. zum Haus- oder Wohnungseigentümer werden würden, geschieht dies meist erst in der Phase zwischen dem 35. und 45. Geburtstag. Das meist genannte Problem in diesem Kontext: Der Wunsch und die Bereitschaft für Investitionen sind vorhanden, doch mehrheitlich fehlt es in jungen Jahren schlicht am nötigen Eigenkapital, um Immobilienkredite bei der Bank zu optimalen Konditionen erhalten zu können.
Finanzprofis bestätigen aber, dass dieser Mangel an Eigenkapital in der jetzigen Situation nicht unbedingt ein Hindernis sein muss. Wenn sich die Konditionen für die Baufinanzierung oder Immobilienkauf bedingt durch einen geringen Eigenkapitalanteil leicht verschlechtern, können dies die Kreditnehmer durch eine möglichst langfristige Zinsbindung ausgleichen. Auch über die Option, jederzeit Veränderungen an der Tilgungshöhe vornehmen zu dürfen, können Kreditnehmer die eigene Position zusätzlich stärken, falls mit einem Anstieg des Einkommens zu rechnen ist. Inzwischen sind Zinsbindungen über mehr als 15 Jahre keineswegs unüblich. So kann die Planung des eigenen Lebens gut mit dem Kreditvorhaben in Einklang gebracht werden. Dass die Zinskonditionen noch weiter sinken könnten, ist eher unwahrscheinlich. Einerseits lag der durchschnittliche Zinssatz bei Baukrediten zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg auf einen vergleichbaren Niveau, andererseits halten viele Kritiker der derzeitigen Marktbedingungen die Darlehen grundsätzlich für zu preiswert und erwarten entsprechend einen mittelfristigen Anstieg der Zinsen.
Kreditexperten jedenfalls raten zur Finanzierung im Alter von spätestens 35 Jahren. Dann können viele Verbraucher nicht nur nach einigen Jahren des Sparens ihren Beitrag zum Kapital erbringen. Sie können die Finanzierung vor allem so festlegen, dass sie pünktlich zum Einstieg ins Rentnerdasein frei von Schulden sind. Wer länger auf den Finanzierungsbeginn wartet, sollte höhere Tilgungen vereinbaren, um den Verzug durch den späteren Beginn auszugleichen.
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