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                  Zahl der Reichen und Superreichen 2009 wieder deutlich gestiegen

                  - 23.06.2010

                  Die Wirtschaftskrise, so heißt es immer wieder, habe im Grunde in allen Einkommensklassen gleichermaßen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So kann will diese Beobachtung der eingehenden Überprüfung dann am Ende aber doch nicht entsprechen. Die alljährlich erscheinende Studie zu den Einkommensverhältnissen der Reichen weltweit, die von der US-Bank Merrill Lynch und dem renommierten Beratungsunternehmen Capgemini erstellt wird, zeigt: Betroffen von Wirtschaftskrise sind scheinbar vor allem die Normalbürger mit durchschnittlichen Einkommen.

                  Gerade in Deutschland hatten Fälle von akuter Fehlspekulation wie das Beispiel der Karstadt-Quelle-Eigentümerin Madeleine Schickedanz und anderer wohlhabender Bürger in der Öffentlichkeit den Eindruck hinterlassen, auch die Reichen seien akut von der Krise auf dem sprichwörtlich falschen Fuß erwischt worden. Die Studie zeigt jedoch, dass die Zahl der Vermögenden mittlerweile auf dem Stand aus dem Jahr 2007 angekommen ist. Zu entnehmen ist der Auswertung vor allem eines. Die Konzentration des Vermögens nimmer international weiter zu. Wenn die Krise eines gezeigt hat, dann ist dies wohl die Erkenntnis, dass sich vermögende Menschen schneller von Einbrüchen erholen konnten.

                  Asien und Lateinamerika mit besonders hohen Wachstum

                  Der so genannte World Wealth Report – so der Titel der Studie von Merrill Lynch und Capgemini – bestätigt noch eine andere Tatsache. Die Zahl der Vermögensmillionäre weltweit stieg nicht nur wieder auf Stand von etwa zehn Millionen. Zudem konnten die Reichen dieser Welt im Schnitt vom Jahr 2008 bis 2009 einen durchschnittlichen Zuwachs ihres Vermögens um rund 19 Prozent verbuchen. Prozentual lag das Plus der der Dollar-Millionäre 2009 im Vergleich mit dem Vorjahr bei 17,1 Prozent. Das Gesamtvermögen der rund zehn Millionen Reichen beziffert der Report auf etwa 39 Billionen US-Dollar. Auch in diesem Bereich ist somit beinahe das Niveau aus dem Jahr 2007 erreicht – damals brachte es die Gemeinschaft der Vermögenden auf insgesamt 40,7 Billionen US-Dollar.

                  Und dennoch ist nicht alles so, wie es in der Zeit vor der Krise war. Mit einem Wert von 35,5 Prozent bringen es die Superreichen – das sind die Menschen mit einem Barvermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar- auf einen größeren Anteil am Gesamtvermögen der Millionäre. Im Jahr 2008 lag dieser Anteil noch bei 34,7 Prozent. Etwa 93.000 Superreiche teilen sich diesen Anteil. Eine Bestätigung der Erwartung, dass die Superreichen ihr Vermögen schneller vermehren können als Menschen mit geringerem Verfügungsrahmen. Eine interessante Beobachtung macht der inzwischen 14. World Wealth Report auch hinsichtlich der globalen Verteilung des Vermögens. Auch weiterhin finden sich die meisten Millionäre und Milliardäre in Staaten wie den USA, Japan und nicht zuletzt auch in Deutschland.

                  Doch die Zahl der Reichen und Superreichen in Asien und Lateinamerika steigt überproportional schnell. Dies liegt daran, dass die Volkswirtschaften in Ländern wie China oder Indien weiterhin erheblich zulegen können, während in den USA oder Großbritannien ein Rückgang verbucht wird. Zum Vergleich: Japans und Großbritanniens Volkswirtschaften verloren 2009 jeweils rund fünf Prozent, Indiens Bruttoinlandsprodukt indes legte um etwa sieben Prozent zu, in China sieht die Entwicklung wiederholt noch deutlich besser aus. Entsprechend stieg die Zahl der Reichen um etwa ein Drittel, in Indien verdoppelt sich die Gruppe sogar auf etwa 127.000 Vermögensmillionäre.

                  Ein besonderes Beispiel offenbart der Bericht im Falle Brasiliens. Hier bringen es die nur rund zwei Prozent der Superreichen auf einen Anteil von sage und schreibe 87 Prozent am Gesamtvermögen des Landes. Ebenfalls erwähnenswert sind die Entwicklungen in der chinesischen Metropole Hongkong. Dort sank die Zahl der Millionäre erst im Jahr 2008, im vergangenen Jahr jedoch stieg die Rate wieder um 50 Prozent an. Dort machen sich besonders die Veränderungen auf dem Börsensektor bemerkbar.

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