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Studiendarlehen als Beginn der Schuldenkarriere?
- 27.05.2010
Studieren als Bürgerrecht für alle im Lande? Eigentlich sollte dies in Deutschland garantiert sein für all jene Bürger, die über eine entsprechende schulische Qualifikation verfügen. Doch in Zeiten der Wirtschaftskrise, steigender Lebenshaltungskosten und nach Aussagen vieler Studierender vor allem aufgrund der vielerorts erhobenen Studiengebühren ist Studieren insbesondere auch eines: Eine Frage des Geldes. Chronischer Geldmangel ist bei Studenten ohnehin gang und gäbe, dennoch hat sich die Situation vieler angehender Akademiker in den letzten Jahren trotz Anhebung der BAföG-Sätze zum Teil deutlich verschlechtert.
Immer häufiger sind Studierende hierzulande gezwungen, die Kosten für die Jahre auf dem Campus über Kredite zu bewältigen. So beginnt für viele schon in jungen Jahren eine regelrechte Schuldenkarriere. Auch Überschuldungen sind nach Informationen der Verbraucherzentralen im Lande verstärkt zu beobachten. Obwohl die Konditionen bei den so genannten Studiendarlehen in vielen Fällen sogar deutlich besser ausfallen als bei herkömmlichen: Zurückzahlen müssen die studentischen Kreditnehmer natürlich auch diese Darlehen. Von zunehmend existenziellen Schwierigkeiten ist in den Medien immer öfter zu lesen. So ist mittels Bildungskredit zwar am Ende das Studium finanziert, dafür starten die Studierenden vielfach in den ersten richtigen Job mit einem Schuldenberg von 20.000 Euro oder mehr. Solche Startbedingungen sind nicht gerade eine Motivation für die Jobsuche. Ein Problem bei den Bildungskrediten: Die Studenten erhalten monatlich feste Beträge aufs Konto, die Tilgung der Darlehen erfolgt dann – mitunter mit zeitlichem Verzug von einigen Monaten – erst nach Ende der eigentlichen Kreditlaufzeit.
Rückzahlung der Darlehen muss objektiv vereinbart werden
Darüber hinaus hat die Wirtschaftskrise die Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht gerade verbessert, Praktika oder schlecht bezahlte Teilzeitjobs trotz Universitätsabschluss sind keine Seltenheit. Mit solchen monatlichen Einnahmen wachsen vielen Kreditnehmern die eigenen Schulden über den Kopf, so dass längst häufiger als früher schon in jungen Jahren nur noch der Weg in die umgangssprachlich als Privatinsolvenz bleibt, um wenigstens nach einigen Jahren wieder schuldenfrei zu sein.
Raten können Experten wie Verbraucherschützer und Schuldenberater den jungen Kreditnehmern im Prinzip immer wieder nur das eine: Kredite zur Finanzierung des Studiums sollten nicht weniger objektiv und langfristig angemessen geplant werden, als dies bei Finanzierungen für Berufstätige von Expertenseite empfohlen wird. Denn natürlich ist nicht garantiert, dass Kreditkunden im Studierendenalter nach erfolgreichem Abschluss des Studiums auch wirklich direkt in ordentlich bezahltes Arbeitsverhältnis starten können. Entsprechend sollten die monatlichen Raten nicht auf den Idealzustand eines hoch dotierten festen Arbeitsverhältnisses ausgerichtet sein. Sinnvoller ist es hierbei wohl eher, die Laufzeiten der Rückzahlung zugunsten niedriger monatlicher Raten zu verlängern. Wer auf die Möglichkeit kostenloser oder wenigstens geringe Gebühren für Sondertilgungen im Zuge der Kreditrückzahlung achtet, kann für den Fall eines hohen Einkommens immer noch dafür sorgen, dass man früher als geplant die Kredite los wird.
Ein guter Rat der Verbraucherzentralen ist der, dass sich Studierende lieber frühzeitig von Spezialisten beraten lassen sollten, bevor sie ein weiteres Darlehen zur Bewältigung der laufenden Kosten abschließen. Und wenn dann doch nur die Verbraucherinsolvenz bleibt, ist auch diese nicht das Ende, sondern vielmehr eine Chance, einen finanziellen Neustart wagen zu können als Student mit Schulden. Rechtzeitige Beratung, das zeigt sich in die Studien immer wieder, kann jedoch durchaus erreichen, dass es gar nicht erst zum Äußersten kommen muss.
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