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                  SEB will Privatkunden-Segment verkaufen

                  - 15.05.2010

                  Über viele Jahre hinweg galt es national wie international in der Bankenbranche als ausgesprochen chic, ständig auf Expansion zu setzen, sich ständig um die Schaffung neuer Produkte zu kümmern und weitere Unternehmenssparten zu erschließen, die mutmaßlich mehr Beachtung bei der Kundschaft einbringen könnten. Und dementsprechend auch große Hoffnung auf steigende Umsätze und Gewinne machten.

                  Spätestens seit Aufkommen der Finanzkrise und den zunehmenden Problemen vieler Großbanken und kleinerer Vertreter der Branche ebenso mussten viele Anbieter erkennen, dass die ersehnte Kundenflut ausblieb und stattdessen vor allem die Kosten stiegen, während die zunehmende Konkurrenz auf dem Markt neue Ansätze erforderlich machte.

                  Viele Unternehmen sahen sich aufgrund der neuen Vorzeichen des Marktes verstärkt gezwungen, nach neuen Wegen aus der Krise zu suchen. Häufig sah man in Rationalisierungsmaßnahmen und daraus resultierendem massiven Stellenabbau die Lösung der komplexen Problematik. "Back to the roots" lautet das Credo vieler Banken, die sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren vermehrt auf ihr eigentliches Kerngeschäft besannen.

                  So verwunderte es kaum jemanden, als vor einigen Wochen erstmals Gerüchte über einen Rückzug der einst auf Expansion bedachten schwedischen Großbank SEB aus dem deutschen Markt. Für Analysten wäre die SEB nur eine weitere unter vielen anderen Banken gewesen, die erkennen musste, dass die Zeichen der Zeit eher ein Engagement auf dem eigenen Heimatmarkt nahe legen. Bestätigt wurden die Meldungen von Seiten der Bank selbst aber erst einmal nicht.

                  Vorstand bestätigt erste Verhandlungsgespräche

                  Bis zum heutigen Tage dauerte es nun, bis das Management der SEB mit der Sprache herausrückte und verlautbaren liess, man plane, sich aus dem Geschäft mit den deutschen Privatkunden gänzlich zurückzuziehen. Aus Stockholm war zu vernehmen, man führe bereits erste Gespräche mit einigen Interessenten, die das Privatkundengeschäft in Deutschland übernehmen könnten. Neben der deutschen HypoVereinsbank - die bundesweit bereits in Hunderten Filialen um die Gunst der deutschen Anleger und anderer Kunden buhlt - sollen auch aus Spanien Interessensbekundungen zu vernehmen sein.

                  So kann sich den aktuellen Medienberichten zufolge die hierzulande ebenfalls sehr aktive Santander Bank vorstellen, bei entsprechendem Entgegenkommen der SEB die bisherigen 174 Filialen der Bank mitsamt den Kunden zu übernehmen und zügig in die eigenen Unternehmensstrukturen einzubinden.

                  Sollte sich die schwedische Finanzgruppe Skandinaviska Enskilda Banken tatsächlich zum Verkauf an den meistbietenden Interessenten entscheiden, beträfe diese Entscheidung zunächst einmal rund 3.700 Mitarbeiter, die inzwischen für das Unternehmen in Deutschland tätig sind.

                  Doch auch für die Kunden der SEB, die im Jahr 2000 aus der früheren BfG-Bank hervorgegangen war, werden sich für den möglichen Umbruch bei der Bank entscheiden. Denn gerade auf dem Kreditsektor wirken sich Übernahmen nicht immer zum Vorteil der Kreditnehmer aus. Das hat in der Vergangenheit nicht nur der bei Banken und Versicherungen zunehmend beliebter werdende Handel mit laufenden Krediten unter Beweis gestellt. Sollte man sich einig werden, könnte nach bisherigen inoffiziellen Meldungen in den Medien eine Summe von rund einer halben Milliarde Euro für das Privatkundengeschäft des schwedischen Bankenhauses fließen. Von einem gänzlichen Ausstieg aus dem deutschen Markt will man bei der SEB übrigens nichts wissen. So ist aus dem Umfeld der Bank zu vernehmen, man wolle sich Zukunft verstärkt auf die Betreuung der Stammkunden und die Akquisition von Neukunden aus dem Unternehmensbereich konzentrieren.

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