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Freddie Mac braucht erneut Milliarden vom Staat
- 16.05.2010
Zuletzt hatte sich in den USA zumindest bedingt Entspannung auf dem Bankensektor abgezeichnet. Wenigstens hatten dies die Meldungen vieler Institute vermuten lassen, die frühzeitig (zum Teil schon vor Monaten) damit beginnen konnten, ihre staatlichen Hilfsleistungen wie Kredite und Bürgschaften zurückzugeben. Dass es sich hierbei jedoch um einen grundsätzlichen Trend handeln könnte, wird nun mit einer Nachricht bezüglich des Immobilienfinanzierers Freddie Mac erst einmal deutlich widerlegt.
Das Unternehmen, so die aktuelle Nachrichtenlage, ist erneut auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen. 2009 war ein schlechtes Jahr für das Kreditinstitut. Und auch die ersten drei Monate des neuen Jahres können nicht schön geredet werden. Hier bringt es Freddie Mac auf einen erneuten Verlust in Höhe von rund 8,0 Milliarden US-Dollar. Ein herber Rückschlag, vor allem für den amerikanischen Steuerzahler, der nun erneut in die Bresche springen soll, um das Unternehmen abermals zu retten.
Hohe Kreditausfälle machen Staatshilfen erforderlich
Für Freddie Mac-Chef Charles Haldeman kann ohnehin nur sehr bedingt von einem wirtschaftlichen Aufschwung gesprochen werden. Auch wenn sich der Immobilienmarkt in den USA nachweislich allmählich stabilisiere, zeigen sich inzwischen an anderer Stelle massive Probleme. So hat die Zahl der Zwangsversteigerungen schrittweise ein negatives Rekordergebnis erreicht, was zwangsläufig vor allem die Immobilienfinanzierer zu spüren bekommen, wie Haldeman betont. Dies wiederum ist auf die schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt zurückzuführen. Viele Kreditnehmer sind derzeit nicht imstande, ihre laufenden Forderungen bei der Bank zu begleichen. Dabei gibt der Konzern-Chef in gewisser Weise sogar Entwarnung. Denn im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Lage tatsächlich inzwischen etwas beruhigt. Die Zahlen bestätigen diese Aussage insofern, dass Freddie Mac im ersten Quartal 2009 lagen die Verluste sogar bei 10,4 Milliarden US-Dollar.
Der Staat soll nun mit einer Zahlung von 10,6 Milliarden US-Dollar aushelfen, damit das Unternehmen die angespannte Situation zügig und weitgehend unbeschadet überstehen kann. Denn mit einer baldigen Entspannung auf dem Kreditmarkt sei erst einmal nicht zu rechnen, denn wie bei der Mehrheit der Finanzierer steigt die Zahl der faulen Kredite auch bei Fannie Mac in den kommenden Monaten noch weiter an.
Fast 100 Milliarden Dollar für Freddie Mac und Fannie Mae
Einen Weg vorbei an weiteren Finanzhilfen wird es für die Regierung kaum geben. Denn Freddie Mac und das Bruderunternehmen Fannie Mae sind für den heimischen Immobilienmarkt zu wichtig, als dass sie allein gelassen werden könnten, um das Problem ohne staatliche Hilfe lösen zu müssen. In den allermeisten Fällen besteht bei Darlehen zur Immobilienfinanzierung entweder ein direkter, zumindest aber indirekter Zusammenhang zu einem der beiden Unternehmen. Eine Pleite eines der Häuser oder gar beider Finanzierer kann sich die US-Regierung also nicht leisten. Die bestehenden Staatshilfen. Sobald der neue Kredit bereitgestellt wurde, wächst das Gesamtvolumen der Staatsgelder für Freddie Mac auf stolze 62,3 Milliarden US-Dollar. Schon jetzt erhielten Freddie Mac und Fannie Mae insgesamt mehr als 100 Milliarden Dollar vom Staat bzw. Steuerzahler.
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