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Kreditbedarf in Griechenland angeblich doch akuter als gedacht
- 11.05.2010
Dass Griechenland als Mitglied der Euro-Zone und der Europäischen Union Geld von den anderen Ländern der Gemeinschaft benötigt, ist mittlerweile seit einigen Wochen bekannt. Und so hatte die Union gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds im Verlaufe der vergangenen Woche endlich dafür gesorgt, dass die nötigen Maßnahmen zur Vermeidung einer Staatspleite Griechenlands schon bald in die Tat umgesetzt werden können. Bisher sprachen die Meldungen in den Medien allerdings eher davon, dass die Mittel in den kommenden Wochen schrittweise bereitgestellt werden sollten.
Nun meldete das griechische Finanzministerium aber akuten Geldbedarf an, der scheinbar keinen weiteren zeitlichen Verzug erlaubt. So könnte das Land möglicherweise schon am heutigen Tage dringend auf finanzielle Unterstützung der EU und des IWF angewiesen sein. Und zwar in erheblichem Maße. Inzwischen vermelden die Gazetten, Griechenland werde aller Wahrscheinlichkeit nach bereits etwa 20 Milliarden Euro benötigen, um die dringlichsten Kreditforderungen bedienen zu können.
Diese Summe entspräche etwa 50 Prozent der insgesamt vorgesehenen Gelder, die überhaupt für das Jahr 2010 in den Planungen kalkuliert worden waren. Einen entsprechenden Brief mit der Bitte um vorzeitige Bereitstellung von Krediten will das Finanzministerium in Athen angeblich schon heute an die Brüsseler EU-Kommission sowie an den IWF und ebenso die Europäische Zentralbank versenden. Nach derzeitigen Meldungen soll der IWF erst einmal 5,5 Milliarden Euro überweisen, die restlichen 14,5 Milliarden Euro der ersten Hilfskredite sollen von den anderen Mitgliedsstaaten der EU zusammengelegt werden.
20 Milliarden Euro schon im Mai benötigt?
Ein Novum ist diese aktuelle Nachricht vor allem insofern, dass bis dato der 19. Mai als Stichtag für die Bereitstellung im Gespräch war. Dann nämlich muss das finanzielle angeschlagene Griechenland allein Schulden in Höhe von rund neun Milliarden Euro an die Gläubiger zurückzahlen. Die Restsumme bis zum einstweilen berechneten maximalen Gesamtvolumen in Höhe von 45 Milliarden für die kommenden drei Jahre sollte sukzessive verfügbar gemacht werden.
Nun aber muss alles angeblich ganz schnell gehen. Ein echtes Problem sollte der akute Bedarf für die EU, die Euro-Zone und den IWF nicht darstellen, denn erst in der Nacht von Sonntag auf Montag hatten die Vertreter gemeinsam ein Notfallpaket mit Krediten von bis zu 750 Milliarden Euro beschlossen. Diese Gelder sollen für Euro-Länder erhältlich sein, die von schwerwiegenden Finanzsorgen betroffen sind. Wie sich herausstellte, ist nicht nur Griechenland in der wirtschaftlichen Bredouille gefangen – auch Spanien, Portugal und einige andere Länder der Gemeinschaft stehen längst nicht mehr so gut da, wie zunächst vermutet worden war.
Für Insider liegt im Zusammenhang mit den Hilfen für Griechenland aber ein ganz anderes Problem auf der Hand. Wenn Griechenland schon jetzt akut gut 20 Milliarden Euro benötigt, stellt sich die Frage, ob die Obergrenze für die Kredite nicht schon jetzt aus zu gering zu verstehen ist. Etliche Volkswirtschaftsexperten befürchten schon in der jetzigen Situation, dass die Hilfsleistungen am Ende der dreijährigen Phase deutlich höher ausfallen werden.
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