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                  Deutsche Industrie mit freiwilliger Beteiligung an Griechenland-Darlehen?

                  - 04.05.2010

                  Kritiker werfen vor allem den Banken und Versicherungen im Lande seit Ausbruch der Krise vor, sie hielten zwar liebend gerne die Hand auf, um finanzielle Hilfen von staatlicher Seite zu erhalten. Gegenleistungen seien die Institute aber in vielen Fällen nicht bereit zu erbringen. So hätte manche Bank auf krisenbedingte Entlassungen verzichten sollen. Umso überraschender kamen die Meldungen am Wochenende und zum Beginn der neuen Woche, die sich auf mutmaßliche Pläne des Deutsche Bank-Chefs Josef Ackermann beziehen.

                  Der Spitzenmanager hat sich den Medienberichten zufolge schon am vergangenen Freitag mit Bundesfinanzminister Schäuble in Berlin getroffen, um sich über den wirtschaftlichen Status Quo in Deutschland und Europa allgemein auszutauschen. Etliche Experten und Politiker hatten in den vergangenen Wochen gefordert, auch die Banken müssten sich in einem noch festzulegenden umfangreicheren Rahmen an der Bewältigung der Finanzkrise beteiligen. Zuletzt gingen die Forderungen auch dahin, die Banken und andere Großkonzerne im Lande müssten zusätzlich bei den Krediten für den angeschlagenen Partner Griechenland in der Euro-Zone mit in die finanzielle Bresche springen. Spätestens, seit klar ist, dass die deutschen Kredite nicht nur einmalig, sondern drei Jahre hintereinander zu erbringen sein werden, mehren sich die Forderungen in diesem Punkt.

                  Deutsche Bank will angeblich zusätzlich Staatsanleihen erwerben

                  Scheinbar könnte es nun unerwartet zu vorauseilendem Gehorsam kommen. Denn laut Meldungen in Zeitungen wie der Financial Times oder der Süddeutschen Zeitung will Deutsche Bank-Chef Ackermann auf eigene Faust ein Paket schnüren, mit dem deutsche Unternehmen der Industrie Griechenlands über Kredite freiwillig helfen wollen. Die Deutsche Bank ließ bereits vor dem Wochenende verlautbaren, man wolle dem EU-Mitglied Griechenland eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung stellen. Am heutigen Morgen wurde nun bekannt, dass sich möglicherweise auch die beiden großen Versicherungen Munich Re und die Allianz in die Planung einbringen wollen mit einem eigenen Anteil. Die Rede ist derzeit von rund 300 Millionen Euro von Seiten der Allianz und weiteren 200 Millionen Euro durch den Münchner Rückversicherer. Somit wäre die erste Milliarde gesammelt. Doch auch Daimler und der Technologie-Konzern Siemens könnten sich bei Bestätigung der Medienberichte beteiligen. Eine entsprechende Bitte von Manager Ackermann soll jedenfalls übermittelt worden sein.

                  Damit sind die angeblichen Pläne jedoch nicht gänzlich erschöpft. Denn zudem scheint es möglich, dass zumindest die Deutsche Bank wider Erwarten doch als Käufer von weiteren Staatsanleihen Griechenlands auftreten könnte. Bisher waren die deutschen Bankenhäuser in diesem Bereich eher durch Zurückhaltung aufgetreten. Viele Institute hatten den Erwerb der Papiere schon frühzeitig ausgeschlossen. Generell sollen die Kredite der deutschen Unternehmen angeblich mit den gleichen Konditionen ausgestattet werden, die auch bei den Krediten der deutschen Bundesregierung festgelegt wurden. Diese liegen auf einem deutlich günstigeren Zins-Niveau, als Griechenland nach der erneuten Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die Rating-Agenturen auf dem internationalen Kreditmarkt erhalten würde.

                  Forderungen nach direkter Tilgung griechischer Schulden bei deutschen Firmen

                  Den Meldungen der besagten Unternehmen gegenüber stehen allerdings schon jetzt Forderungen anderer Konzerne, die sich dafür einsetzen, dass erste Millionenbeträge aus dem Notkredit-Programm für Griechenland ohne Umweg über Athen in ihre Kassen kommen sollten. Auf diese Weise, so die Idee hinter den Wünschen, könnte die Bundesregierung direkt Kredit-Schulden tilgen, die Griechenland derzeit bei deutschen Unternehmen hat. Für die Regierung kommt dieser Schritt jedoch nach Aussagen der Welt am Sonntag keineswegs in Frage. Die Forderungen wurden vor allem im Sektor der Rüstungsindustrie gestellt.

                   

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