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Fesseln für die Finanzwelt?
- 13.04.2010
Längst wurde der Ruf nach einer verstärkten Regulierung der Finanzbranche immer lauter, einige Ansätze wurden auch versucht – dann aber wurde auch den Experten endlich klar: Wir werden untergehen, und zwar alle, wenn wir nicht endlich der Finanzwelt Fesseln anlegen. Denn: Eine zweite Weltwirtschaftskrise mit möglicherweise noch schlimmeren Folgen als die noch nicht einmal ganz überstandene Krise würde kein Land der Welt verkraften können.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich nun aufmachen, die Finanzmärkte strengeren Regeln zu unterwerfen, um Banken, die für das globale Finanzsystem eine wichtige Stütze darstellen, bereits lange im Vorfeld vor einem Zusammenbruch zu bewahren. Immer noch lastet die Pleite der US-Großbank Lehman Brothers schwer auf vielen Ländern und Staaten der Welt. Auch die USA und die Europäische Union haben die Folgen noch lange nicht verdaut.
Möglichkeiten der Verschuldung werden eingedämmt
Es wird neben der Verschärfung der Regeln auch eine Regulierung der Geldflüsse geben. Dazu werden Verschuldungsobergrenzen eingeführt , auch optionale Kapitalerhöhungen sollen eine Rolle spielen. Was der IWF aber auch möchte: Eine Begrenzung bzw. Bremse der Banken, wenn es um die Größe und die Aktivitäten der Geldinstitute geht.
Doch der Internationale Währungsfonds sieht auch das Problem der unterschiedlich scharfen Kontrollen. Während bei kleinen Banken, die für das Finanzsystem weniger wichtig sind, strengere Kontrollen durchgeführt würden, ließe man bei größeren, dafür jedoch systemrelevanten, Banken die Zügel viel lockerer und wäre nachsichtiger. Aber genau hier liegt die Gefahr, auch für die Zukunft unserer Weltwirtschaft, und nicht nur für die Finanzmärkte.
Ohne SoFFin wäre alles zusammengebrochen
Sonst ist schnell das nächste große Geldinstitut dem Untergang geweiht, und das geht dann allen an den Geldbeutel, da immer wieder die Steuerzahler einspringen müssten, um die Finanzmärkte vor einem weiteren harten Schlag zu bewahren. Bislang ging in Deutschland, anders als in den USA, nur deshalb im Verlauf der Finanzkrise keine Bank pleite, weil der Staat mit Finanzspritzen einsprang und SoFFin gründete.
Der Finanzmarktstabilisierungsfonds stützte bspw. die Münchner Hypo Real Estate mit milliardenschweren Finanzhilfen, damit der als systemrelevante bezeichnete Immobilienfinanzierer nicht zusammenbricht und das deutsche Finanzsystem nachhaltig schädigen würde. Damit solche Hilfen nicht mehr getätigt werden müssen, oder zumindest bei weitem nicht mehr so hoch ausfallen, will der Internationale Währungsfonds nun endlich strengere Regeln für die Geldinstitute einführen. Auch, um bereits im Anfangsstadium einer Krise eingreifen zu können. Wie sich die Banken die Regulierung jedoch gefallen lassen werden, steht auf einem anderen Blatt. Hier scheint die Einsicht leider immer noch nicht ganz in die Chefetagen der Banken vorgedrungen zu sein.
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