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Klage gegen Lidl - Verbraucherschutz geht gegen Werbung vor
- 10.04.2010
Das Image von Lidl wurde in den vergangenen Jahren immer wieder beschädigt - gerade durch die Maßnahmen im eigenen Haus, die später eine unfassbare Mitarbeiterbehandlung zu Tage brachten. Dies verstörte viele Kunden, die daraufhin den Lebensmitteldiscounter boykottierten, verbunden mit zahlreichen negativen Schlagzeilen in den Medien. Um von diesem Image wegzukommen, wollte sich das Unternehmen einen positiven Touch geben - und warb mit Textilien, die angeblich unter fairen Bedingungen in den Herstellerländern produziert wurden. Dass die Produktion und die Behandlung der Menschen in vielen Fabriken, die für Lidl Billig-Kleidung herstellen, jedoch alles andere als sozial ist, haben nun Verbraucherschützer herausgefunden.
Kommt die Klage gegen Lidl von der Verbraucherzentrale Hamburg?
Inzwischen haben sowohl das Landgericht Heilbronn wie auch eine Sprecherin von Lidl selbst bestätigt, dass eine Klage gegen das Unternehmen eingereicht wurde. Weitere Angaben hierzu wurden nicht gemacht.
Das Nachrichtenportal "Spiegel Online" berichtet jedoch heute, dass die Verbraucherzentrale Hamburg Klage eingereicht hatte – wegen unlauteren Wettbewerbs.
Sollten sich die Vorwürfe der Verbraucherschützer bestätigen, und die Arbeitsbedingungen wirklich so schlecht und alles andere als sozial sein, wird Lidl wohl mit der nächsten Strafzahlung rechnen müssen.
Worauf vertrauen Anleger?
Lidl ist zwar eine GmbH und keine AG, aber dieser Falll wirft die Frage auf, wie wichtig dem einzelnen Anleger die soziale Verantwortung ist, die ein börsennotiertes Unternehmen an den Tag legt - oder eben auch nicht. Mit dem Thema Umwelt und soziales Handeln lässt sich immer gut werben. Ob die vollmundig an den Tag gelegten Worte dann jedoch auch im Alltag umgesetzt werden, darauf kommt es an. Ist es dann nur reine Schaumschlägerei wie im Falle Lidl, aller Voraussicht nach und wenn die Fakten stimmen? Oder handelt ein Unternehmen in selbstauferlegter Verantwortung, und lässt den Worten dann auch wirklich (positive) Taten folgen? Soziales Handeln und Umweltschutz werden in Zukunft noch stärker bei einem Unternehmen bewertet werden, als es bereits jetzt schon der Fall ist. Auch und gerade von Anlegern, die ihr Geld nachhaltig in guten Händen sehen wollen und nicht nur dem schnellen Geld hinterherjagen.
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