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Deutschland einig Schuldenland
- 12.03.2010
Mit 1,69 Billionen Euro Schulden steht Deutschland vor einem Haushaltsloch ungeahnten Ausmaßes. Mit 112,7 Milliarden Euro mehr als noch im Jahr 2008 hat die Krise ein noch tieferes Loch in unsere Staatsfinanzen gerissen – unmöglich, daraus einen Ausweg zu finden. Der Schuldenzuwachs betrug damit 7,1 Prozent.
Nur im Jahr 1995 war der Anstieg der Schulden mit 170,7 Milliarden Euro höher gewesen, ein Vergleich, der die Lage aber nicht besser macht. Damals waren es die Sondereffekte, die aus der Wiedervereinigung unseres Landes aufgetreten waren, und dann auch in die Verschuldung einflossen.
Heute aber haben wir eine ganze andere Situation: Die Immobilienkrise in den USA hat zu einer Weltwirtschaftskrise geführt, wie es sie seit der Nachkriegszeit nicht mehr gegeben hat.
Was wird aus den Kommunen – und was aus Großbritannien?
Während die Schulden des Bundes um 6,9 Prozent wuchsen, was einem Plus an Schulden von 68,1 Milliarden Euro bedeutet, ging es für die Länder noch tiefer in die Bredouille. Hier stieg die Last gleich um 8,5 Prozent (41,4 Milliarden Euro).
Deutschlands Schuldenuhr tickt damit immer lauter und schneller. Vor allem für die Kommunen wird die Lage noch brisanter. Während die Ausgabenlast drückt, sinken die Steuereinnahmen. Ein Wegfall an Einnahmen aus der Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer und aus der Einkommensteuer treibt vielen Städten und Gemeinden inzwischen den Angstschweiß auf die Stirn. Gebührenerhöhungen für Kita-Plätze, Parkplätze und vieles mehr sollen die schlimmste Misere auffangen. Investitionen werden verschoben, bis auf weiteres.
Deutschland einig Schuldenland. Doch es gibt Hoffnung. Die Griechenland-Krise ist vielleicht doch weitaus weniger gefährlich, als bislang angenommen wurde. Die Stimmen mehren sich, dass das ganze Schuldendebakel von Hedgefonds aufgebauscht wurde, damit diese ihre Kreditausfallversicherungen verkaufen können. Und auch der Euro hat, nach einigen kurzen Turbulenzen, wieder das Oberwasser gegenüber dem US Dollar. Gegenüber dem Pfund sowieso.
Denn während alle nach Griechenland und in die Euro-Zone geblickt haben, kündigt sich im antiquierten Königreich eine mögliche Staatspleite an. Das Fatale dabei: Großbritannien hat nicht die Währungsunion im Rücken, sondern nur sich selbst. Und wer sich einmal am eigenen Schopf aus einer Krise ziehen musste, der weiß, wie schwer das werden kann.
Kommentare zu Deutschland einig Schuldenland
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