Rettet eine Notanleihe Griechenland?
Von der Redaktion - 05.03.2010
Das Thema Griechenland lässt uns aufgrund seiner Brisanz nicht los. Mit Griechenland könnte die gesamte Euro-Zone in ein finanzielles Desaster gerissen werden. Während der Euro heute immer noch im Wert hinterherhinkt, hat der vor dem Bankrott stehende Mittelmeer-Staat gestern eine milliardenschwere Anleihe auf den Weg gebracht.
Und tatsächlich scheint die Platzierung der Notanleihe erfolgreich verlaufen zu sein. Laut Medienberichten soll Griechenland Gebote in der Höhe von mindestens 16 Milliarden Euro für seine Staatsanleihen erhalten haben. Vor kurzem sah es noch so aus, als würde das Land auf seinen Anleihen sitzen bleiben.
Schuldenabbau - Bringt das Sparprogramm den gewünschten Effekt?
Erst gestern hatte die griechische Regierung ein sattes Sparprogramm bekannt gegeben. Die Mehrwertsteuer soll auf 21 Prozent erhöht werden, die Renten werden eingefroren. Und: Die Gehälter für die Beamten werden gekürzt.
Schritte, die langsam das Vertrauen nähren, dass Griechenland wirklich etwas gegen die Schuldenmisere und eine Staatsverschuldung von 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts tun möchte. "Die Griechen machen einen großen Schritt, der deutlich über das Gefragte hinausgeht", kommentierte Jürgen Stark, der Chef-Volkswirt der EZB das Sparprogramm in einem Interview mit der "Welt".
Die Sparvorhaben der Regierung stoßen jedoch auf viel Widerstand im Land selbst. Bereits jetzt sind Unruhen im Gange.
Ist in der Euro-Zone kein Platz mehr für Griechenland?
Im Gegensatz zu vielen Vertretern der Euro-Zone, die für einen Verbleib von Griechenland in der Währungsunion plädieren, will der Chef des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, den fast bankrotten Staat nicht mehr in Euro-Land sehen. Er bezieht klar Stellung dazu: "Jeder Versuch, Griechenland in der Euro-Zone zu stabilisieren und zu halten, ist ein Fass ohne Boden. Wenn man Griechenland drin lässt, wird das den Euro destabilisieren."
Wahrscheinlich hat Sinn sogar mit seinen Bedenken Recht . Die ganze Situation in Griechenland schadet dem Kurs des Euro, immer wieder verliert die Einheitswährung an Boden. Nicht auszudenken, was mit dem Euro geschieht, wenn es zu massiveren Unruhe in dem Land am Mittelmeer kommen sollte.
Griechenland hatte sich vor Jahren die Aufnahme in die Währungsunion mittels der Vorlage von gefälschten Statistiken regelrecht erschlichen. Zudem kämpft das Land gegen Korruption, die sowohl im privaten Bereich als auch bei Behörden zum griechischen Alltag gehört, wie die TI, die Transparency International, erst kürzlich feststellen musste.
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