Bausparkassen dank Wohn-Riester wieder im Trend
Von der Redaktion - 17.02.2010
Bausparen galt über Jahre hinweg eher als eine finanzielle Vorkehrungsmaßnahme, die als bieder und altbacken galt. Vergleichbar sah die Situation der deutschen Bausparkassen aus. Ihre Kreditprodukte standen in dem Ruf, einerseits relativ kostspielig und zudem nicht mit der von den Kunden erwünschten Transparenz verbunden zu sein. Doch ähnlich wie in manch anderem Bereich des Finanzmarktes hat auch in diesem Bereich eine Art Rückbesinnung stattgefunden. Nachdem es zuletzt vielfach vor allem die so genannten Direktbanken oder Kreditvermittler im Web waren, die sich über ein reges Kundeninteresse freuen durften, entdecken die Kreditnehmer in Deutschland seit einer Weile wieder die Bausparkassen für sich. Zuspruch erhalten die Bausparkassen in diesem Punkt vor allem deshalb, weil die noch recht junge Variante der Riester-Rente für Bausparer von den klassischen Banken bisher auf aufgrund der vergleichsweise geringen Verdienstpotenzials verschmäht werden.
Für die Bausparkassen jedoch ist die Riester-Förderung ein wichtiges Geschäftsfeld, so dass es kaum verwundert, wenn die Stiftung Warentest in einem aktuellen Test herausfindet, dass die Bausparkassen in diesem Sektor des Kreditmarktes deutlich besser dastehen als die normalen Banken. Dabei sehen die Tester in diesem Punkt kaum einen Unterschied zu herkömmlichen Darlehen. Ein Unterschied findet sich nur darin, dass die Kreditnehmer zusätzlich in den Genuss einer staatlichen Riester-Förderung kommen, wenn sie sich für den Ansatz des Wohn-Riesters interessieren. Und genau dies ist ein wesentlicher Pluspunkt, der in erster Linie in Verbindung mit den steuerlichen Vorteilen beim Tilgungsvorhaben zum Tragen kommt. Dieser Vorteil ist nicht zu unterschätzen, wie die Ergebnisse des Tests erkennen lassen. Im Einzelfall können die Riester-Darlehen der Bausparkassen um ordentliche fünfstellige Summen preiswerter sein als die Darlehen der Hausbank, bei denen keine staatliche Förderung möglich ist.
Gute Zeiten für ersehnte Hausfinanzierungen
Ein zentraler Punkt, der sich für die Kreditnehmer positiv auswirkt in der jetzigen Phase, wenn sie sich für den Gang zur Bausparkasse entscheiden: Dort werden momentan so genannte zinssichere Kombikredite zum Bausparen angeboten, die sowohl sehr niedrige Zinssätze bieten als auch Zinsbindungen von bis zu 24 Jahren ermöglichen. Im Vergleich dazu liegt die Obergrenze bei den meisten Banken derzeit bei maximal 15 Jahren. Doch gerade lange Bindung an die Anfangszinssätze kann sich für die Kreditkunden lohnen. Denn lange waren die Zinskonditionen nicht mehr so gut wie aktuell. So können die Bausparer sogar bei Laufzeiten von 15 Jahren und mehr Zinssätze unter der Marke von nur fünf Prozent abgeschlossen werden.
Ist die Eigenkapitalversorgung für die Kreditverhandlung ausreichend sichergestellt, können Hausfinanzierungen auf einem Niveau möglich werden, das mit durchschnittlichen Mietzahlungen für vergleichbaren Wohnraum mithalten kann. Wer also ohnehin schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken an den Bau eines Eigenheims gedacht hat, sollte sich momentan unbedingt mit den Offerten der Bausparkassen auseinandersetzen, auch wenn viele jüngere Verbraucher diese Anbieter bisher vielleicht gar nicht auf der Rechnung hatten. Selten waren die Möglichkeiten dank Riester-Förderung so gut, um den Traum vom Eigenheim relativ preiswert wahr werden zu lassen.

