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Verbraucherschützer kritisieren mangelnde Kennzeichnung bei ökologischen Investments
- 28.01.2010
Nachhaltigkeit, Sozialverträglichkeit und ökologisches Bewusstsein gewinnen bei den deutschen und internationalen Anlegern zunehmend an Bedeutung. Vor allem die Produkte aus dem Bereich der ökologischen Investments sind inzwischen sehr gefragt, weil die Kunden nur allzu gerne daran glauben möchten, dass gute Rendite nicht im Widerspruch zum Umweltschutz und Engagements im Bereich der natürlichen Ressourcen steht. Und wirklich, es gibt sie, die Anlageformate, mit denen Anleger ihre Vorstellungen relativ zuverlässig umsetzen können.
Doch bei Verbraucherschützern stoßen viele der Produkte dieser rasant wachsenden Branche weiterhin auf teils heftige Kritik. Erklärt wird dies vom vzbz – dem Bundesverband der Verbraucherzentralen – damit, dass es bisher schlicht keine zuverlässige Kennzeichnungspflicht für die vermeintlich ökologischen Investments gibt. Beim notwendigen Anlegerschutz darf somit getrost an dieser Stelle von einem erheblichen Manko gesprochen werden. Doch wie sollen die potentiellen Anleger erkennen, welche Produkte sinnvoll sind und welche nur den schönen Schein wahren?! „Mogelpackungen“, so heißt es beim Bundesverband, sind derzeit noch immer in großer Zahl auf dem Markt zu finden.
Anleger beklagen oftmals ein Fehlen leichter Produkterklärungen
Und so fordern die Experten die Bundesregierung auf, endlich Kriterien auszuarbeiten, die als Maßnahme des Anlegerschutzes für mehr Transparenz bei den ökologischen Investmentmodellen sorgen können. Das momentane Problem mit der fehlenden Transparenz und Verständlichkeit der verschiedenen Anlageformen ist nicht nur darin zu finden, dass viele Anleger beim Investieren einem Trugschluss aufsitzen könnten.
Für Gerd Billen, den Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, gibt es noch eine andere Schwierigkeit, solange keine eindeutigen Vorgaben für die Anbieter dieser Branche bestehen. Die mangelnden Erklärungen und die zu geringe Durchsichtigkeit bei den Produkten schrecken viele Verbraucher von Investitionen in diesem Bereich ab. Schade, denn so manches Format könnte durchaus auch für den durchschnittlichen Anleger interessant sein.
Eindeutige Etikettierung gefordert
Im Rahmen der Aktionswoche zu umwelt- und klimafreundlichen Geldanlagen, die in Kooperation der Kreditwirtschaft und der Bundesregierung seit gestern im vollen Gange ist, machten sich die Verbraucherschützer einmal mehr dafür stark, dass auch und gerade die Geldanlagen mit nachhaltiger Ausrichtung in deutlicher Form einer Etikettierung unterliegen müssten. Die nachhaltigen Geldanlagen müssten der staatlichen Finanzaufsicht unterstellt werden, damit die Anleger die Spreu von Weizen trennen können beim Investieren.
Für die anbietenden Fonds und Unternehmen sind die Forderungen der Verbraucherschützer eindeutig: Sie müssten zukünftig erkennbar darlegen, wo und auf welche Weise die Gelder der Anleger investiert werden. Für denkbar hält man beim Verband zudem auch eine Regelung, die sich an den Konzepten der beliebten Nachhaltigkeitsbanken orientieren könnte. Dort können die Kunden in einigen Fällen wenigstens mit darüber entscheiden, in welchem Bereich ihre Einlagen investiert werden. Eine gesetzliche Vorgabe in dieser Richtung könnte auch bei Öko-Anlagemodellen der richtige Schritt sein.
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