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Wirtschaft brach 2009 ein – Doch weniger stark wie befürchtet
- 14.01.2010
Die Reaktion des Chefvolkswirts des DIHK, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier, spricht Bände. "Schlimmste Befürchtungen nicht bestätigt" ließ er gestern auf die Bekanntgabe der Zahlen aus dem Wirtschaftsministerium verlauten.
"Wir blicken mit minus 5% zwar auf den schärfsten Wirtschaftseinbruch seit dem 2. Weltkrieg zurück - aber die schlimmsten Befürchtungen haben sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Die Wirtschaft hat sich zum Jahresende 2009 weiter erholt. Das deutet für dieses Jahr auf einen robusten Aufwärtspfad hin, zumal sich zuletzt auch das Exportgeschäft wieder belebt hat." zeigte sich Treier weiter erfreut angesichts des heute veröffentlichten BIP. Die Zahlen unserer Konjunktur sind schlecht für das vergangene Jahr, das kann niemand verleugnen. Auch das Ende der Ära, sich Exportweltmeister nennen zu dürfen ist gekommen, und China hat uns in 2009 den Rang abgelaufen.
Dennoch kann nicht verhehlt werden: Es hätte alles noch viel schlimmer kommen können. Gerade der Arbeitsmarkt stellt sich, trotz der Rezession, durch die Deutschland ging, noch verhältnismäßig gut dar. Anders als in den USA. Hier stieg die Zahl der Arbeitslosen an und bleibt weiterhin auf einem ungut hohen Niveau. Auch wenn für dieses Jahr ein Anstieg der Erwerbslosenzahlen erwartet wird aufgrund von weiteren Unternehmensinsolvenzen, so scheinen doch gerade die arbeitsmarktpolitischen Instrumente der Bundesregierung wie die Erweiterung der Kurzarbeit einen wesentlichen Anteil an dem doch recht stabilen Arbeitsmarkt zu haben.
Weiterhin bleibt jedoch wichtig, dass die Banken sich endlich mehr dazu bereiterklären, Kredite an Unternehmen zu vergeben. Gerade in den Bereichen Vorfinanzierung und Zwischenfinanzierung hängt die Kreditvergabe immer noch sehr – was sich auch in der Autobranche widerspiegelt. Für dieses Jahr werden weitere Insolvenzen von Zulieferern erwartet, Experten gehen gar davon aus, dass ein Fünftel der Zulieferbetriebe aufgrund fehlender Finanzierungen durch die Banken vor dem Aus stehen.
Es besteht also weiterhin dringende Sorge um die Kreditvergabe-Praktiken der Banken. Während auf der einen Seite die staatlichen Hilfen gerne genommen wurden und genommen werden von den Kreditinstituten, sind sie auf der anderen Seite wohl nicht gewillt, mehr Kredite an bedürftige Unternehmen zu vergeben und vor allem auch die Kreditzinsen endlich auf ein gutes Niveau zu senken. Es gibt also immer noch viel zu tun in der deutschen Wirtschaft, auch und gerade im Nach-Krisenjahr 2010.
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