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Deutschland und der Mangel an Sicherheit bei der Kreditkarten-Sicherheit
- 04.12.2009
Experten für Sicherheitsfragen beobachten derzeit kopfschüttelnd, welche Debatten aufgrund des vermutlichen Diebstahls von Daten deutscher Kreditkartennutzer ausgebrochen sind. Inzwischen sprechen Branchenkenner von rund 300.000 Kreditkarten, die in ganz Deutschland ausgetauscht wurden. Dabei mag die Dunkelziffer noch deutlich höher liegen, denn weiterhin lassen sich nicht alle Banken und Kreditkartengesellschaften in die Karten blicken.
Hinzu kommen noch Kunden aus anderen europäischen Ländern, die ihrerseits betroffen sind, nachdem die ersten Meldungen aus dem vermeintlichen Tatland Spanien publik gemacht wurden. Die Sicherheitsprofis jedenfalls machen derzeit verstärkt auf einen ganz anderen Sachverhalt aufmerksam. Denn schon rein statistisch sind deutsche Verbraucher als Nutzer von Kreditkarten zunehmend im Blickpunkt Krimineller. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass in diesem speziellen Falle scheinbar rechtzeitig gefährdete Karten ausgetauscht worden seien. Allein in den bisherigen Monaten dieses Jahres beläuft sich der zusammengerechnete Schaden durch Betrugsfälle im Bereich des Kreditkartensektors auf dem deutschen Markt auf mehr als 155 Millionen Euro. Was für manchen Laien noch halbwegs überschaubar wirken mag, entspricht einer Zunahme von 100% im direkten Vergleich mit dem vergangenen Jahr 2008.
Hohes Sicherheitsbedürfnis in Deutschland – Kunden suchen innovative Lösungsansätze
In kaum einem anderen Land wird die Gefahr für die Kreditkartennutzer derzeit so hoch eingestuft wie hierzulande. Auf dem europäischen Kontinent wird Deutschland die rote Laterne in Sachen Kartensicherheit verliehen, zum Leidwesen der Anbieter. Branchenkenner wie das Unternehmen Affinion International weisen schon länger auf diese Problematik hin. Das Unternehmen ist bekannt als die europäische Nummer eins im Sektor so genannter Leistungen aus dem Bereich Sicherheit für Sparkassen und Banken allgemein. Der Geschäftsführer des Anbieters Affinion International, Sven Sahlberg, kritisiert wie andere Insider vor ihm, dass in Deutschland auch weiter die Einführung der innovativen EMV-Chips auf sich warten lässt. Dabei gilt die Technologie als zeitgemäßer Nachfolger der längst nicht mehr sicheren Magnetstreifen.
Ein weiterer Punkt, der für ein Umdenken in diesem Bereich spricht: Gerade deutschen Verbrauchern haftet das Image des sicherheitsfixierten Nutzern an. Als Glück im Unglück scheint Pate zu stehen, dass die deutschen Kreditkartenbesitzer noch immer eher selten die Kreditkarte zücken und stattdessen lieber weiterhin auf Bargeld oder die EC-Karte zurückgreifen beim Bezahlen.
Schon allein wegen des zunehmenden Vertrauensverlustes besteht bei den Kartenanbietern nun erheblicher Handlungsbedarf, damit die Kunden nicht verstärkt auf die Kreditkarte als Zahlungsmittel verzichten. Dabei bieten beispielsweise Unternehmen wie Affinion schon heute Systeme an, die erfolgreich sind im Kampf gegen den Datendiebstahl. Bei diesen Serviceleistungen wie dem Modell CashAlert haben die Verbraucher dauerhaft und jederzeit Abbuchungen und Kontobewegungen (auch per Handy) im Blick, um schnell auf verdächtige Veränderungen mit einer Kartensperrung reagieren zu können. Ein Ersatz für die Schutzmechanismen bei den Kartengesellschaften kann ein solcher kostenpflichtiger Ansatz zulasten der Karteninhaber aber kaum sein.
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