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Spannungen auf dem US-Kreditkartenmarkt nehmen zu
- 12.11.2009
In der Volksrepublik und anderen asiatischen Nationen warnt man derzeit vor den Folgen der Expansionspolitik auf dem US-amerikanischen Kreditkartensektor. Als Konsummarkt Nummer eins sind die USA nämlich nicht nur für sich selbst verantwortlich, wie man in China derzeit immer wieder betont. Die US-Banken und Kreditkartengesellschaften bringen die stark vom Export in die USA abhängigen Länder Asiens ebenfalls in Bedrängnis, wenn es in den USA zu steigenden Problemen bei den Verbrauchern kommen sollte. Die Zahlen zum US-Markt für Kreditkarten muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Innerhalb von nicht einmal zehn Jahren stieg die Pro-Kopf-Zahl beim Kreditkartenbesitz von einst drei Karten pro Bürger auf mittlerweile über zehn an. Die Erklärung für diese Entwicklungen liegt darin, dass die Anbieter der Kreditkarten im Grunde keine andere Wahl haben, als weiterhin neue Karten an die Konsumenten auszugeben. Denn sonst müssten sie in vielen Fällen den Kunden die Pistole auf die Brust und den fortgesetzten Erhöhungen des Kreditrahmens einen Riegel vorschieben. Dass dies eben der angespannten Situation und der daraus resultierenden Kreditausfälle wegen nicht praktikabel ist, liegt auf der Hand. Analysten fürchten bereits, dass die zunehmende Kreditkartenverschuldung infolge der steigenden Arbeitslosigkeit in den USA schon bald weitaus dramatischere Größenordnungen als bisher erreichen könnten. Die Folge könnten Ausfälle bei den Kreditkartenschulden in Höhe von mehreren Hunderten Milliarden US-Dollar sein.
Als ein möglicher Vorbote dieser Veränderungen könnten die aktuellen Zahlen des wird von Experten der Quartalsbericht des Unternehmens JP Morgan Chase eingestuft. Dort fuhr man allein von Juli bis September Verluste im Kreditkartensegment mit einem Volumen von insgesamt 700 Millionen US-Dollar ein. Bei anderen Kreditinstituten sehen die Fakten seit Monaten kaum positiver aus. Schon gehen Branchenkenner vom Platzen der Kreditkarten-Blase aus. Dass es dazu kommen wird, sehen viele Analysten als die bekannte Frage der Zeit an.
Gute Entwicklungen in Deutschland und Europa allgemein
Umso überraschender wirken da die Zahlen aus Deutschland im Bezug auf Kreditausfallrisiken. So sank die Charge-Back-Quote wiederholt, wie der kürzlich erschienene E-Commerce-Report erkennen lässt. Von vormals 0,34 Prozent gab der Wert in der Zeitspanne von Oktober 07 bis September 08 auf nur noch 0,26 Prozent nach. Im Onlinehandel liegt das Kreditausfallrisiko in diesem Jahr bei niedrigen 0,12 Prozent, nachdem 2008 noch 0,2 Prozent verbucht worden waren.
An den Folgen, die ein tatsächlicher Zusammenbruch des US-Kreditkartenmarktes aufgrund der engen Verstrickungen der weltweiten Finanzmärkte auch in Deutschland hinterlassen würde, ändern unsere eigenen positiven Veränderungen leider nichts. Und so mehren sich mittlerweile die Forderungen nach stärkeren Kontroll- und Sicherheitsmechanismen für den US-Markt. In Europa konnten auf diese Weise gute Ergebnisse erzielt werden. Fraglich ist nur, ob es für Kreditkarten-Mentalität der USA nicht längst zu spät sein könnte, um ähnliche Maßnahmen zu ergreifen. Eine Vielzahl von Kreditkartennutzern ist bereits im Strudel immer höherer Ver- und Überschuldungen gefangen.
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