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Risiken für Kreditausfälle bei Online-Privatdarlehen unterschätzt?
- 26.10.2009
Sie werden als moderner Weg in ein bedingt neues Zeitalter der Kreditvergabe bezeichnet: Die Online-Kredit-Vermittlungs-Portale, in denen Verbraucher Darlehen von anderen Privatleuten erhalten können. Für so manchen potentiellen Kreditnehmer sind diese Portale sogar der letzte Strohhalm. Dann nämlich, wenn etwa eine negative Eintragung bei der Schufa den traditionellen Kreditweg über die Hausbank versperrt oder kostspielige Kredite ohne Anfrage bei Schufa nicht in Frage kommen.
Inzwischen vermitteln die großen Vertreter der Branche wie das Portal smava bereits mehrere Tausend Darlehen von privat an privat. Besagtes Portal berichtete unlängst von einem Kreditgesamtvolumen von bisher 15 Millionen Euro. Durchaus kann dieser virtuelle Weg der Vermittlung auch aus Expertensicht ein interessantes Konzept sein. Dennoch weisen die Mitarbeiter des Magazins Finanztest darauf hin, dass auch in diesem Bereich Risiken für alle Beteiligten bestehen, die in der Werbung aus verständlichen Gründen aber nicht angesprochen werden.
Kreditnehmer müssen viel von sich preisgeben
Wesentlicher Haken für die User mit Kreditwunsch: Auch bei den meisten (seriösen) Portalen gehört die Anfrage von finanziellen Altlasten bei der Schufa zum üblichen Ablauf vor der weitergehenden Kreditabwicklung. Eine weitere Parallele zu den herkömmlichen Darlehensformen ist auch die Anforderung an Selbständige und Freiberufler. Berufsgruppen aus diesem Bereich sind gezwungen, Nachweise in Form von Jahresbilanzen und Einkommens-Auflistungen vorzulegen, um überhaupt in die „nächste Runde“ der Vermittlung zu kommen.
Erst in dieser Phase geht es überhaupt darum, welcher Kreditbedarf im Einzelfall besteht. Angeben müssen die Kunden mit Darlehenswunsch selbst, welche Konditionen sie bereit sind zu bieten – also welche Summen zu welchem Zinssatz und zu welchem Zweck benötigt werden.
Geldgeber können trotzdem Ausfälle verbuchen
Die Tester geben zu bedenken, dass die Kreditgeber trotz aller Aussagen zu geringen Risiken sehr wohl Verluste realisieren können. Die Tatsache, dass die Ausfälle über die gesamte Gruppe der Mitglieder des jeweiligen Portals abgefangen werden, ändert an den Risiken selbst nichts. Zumal sich diese Verluste natürlich summieren, wenn es bei den Kreditnehmern häufiger zu Zahlungsfähigkeit (selbst bei Kreditnehmer mit hohem Bonitätsranking) kommt. Die Gefahr ist ohne Frage selbst bei sehr gut bewerteten Kreditsuchenden grundsätzlich wie bei jedem Darlehen gegeben.
Extra-Kosten bei verschiedenen Anbietern
Laut den Werbebotschaften fallen Kosten für die Nutzer einzig und allein in Form von Zinsgebühren an. Bei einigen Portalen entstehen den Nutzern jedoch zusätzliche Grundgebühren, die so oder so fällig sind, auch wenn der erhoffte Kreditvertrag nicht zustande kommt.
Achten sollten die Geldgeber in spe mit Interesse an Investitionen in den Vermittlungsportalen stets nach Empfehlung des Test-Magazins. Und darauf, dass tatsächlich ein Pool existiert, aus dem Ausfälle über die Gesamtheit der Kreditgeber gedeckt werden. Nur so kann verhindert werden, dass private Darlehensgeber nicht auf dem gesamten Ausfall sitzen bleiben. Für Kreditnehmer gilt: Schulden machen, um andere Schulden zu begleichen, ist nicht immer der richtige Ansatz, selbst wenn die Angebote ein Lösungsansatz zu sein scheinen.
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