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                  Neue Konjunkturpakete als Stütze der Weltwirtschaft nötig?

                  - 20.10.2009

                  Gerade erst wurden im Rahmen der Koalitionsgespräche zwischen CDU und FPD bekannt, dass nicht Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg eher optimistisch nach vorne blickt und wirtschaftlichen Raum für bessere Entwicklungen in Deutschland sieht. Dem gegenüber steht etwa die aktuelle Einschätzung des bekannten Münchener Ifo-Institutes. Dessen Experten haben nämlich gerade erst den aktuellen Investitionsindikator publiziert, den das Institut in Kooperation mit dem BDL, dem Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen in regelmäßigen Abständen veröffentlich. Diese Veröffentlichung lässt vor allem für die Industrie erkennen, dass die Krisenstimmung noch lange nicht überstanden zu sein scheint. Die Unternehmen stufen ihre eigenen Produktionskapazitäten für das kommende Jahr als deutlich zu umfangreich ein, schon in den vergangen Monaten sanken die Investitionen der deutschen Unternehmen in vielen Sparten deutlich.

                  Weltbank-Experte Lin fordert mehr Einsatz von Industrienationen

                  In ähnlicher Weise äußert sich nun auch der international angesehene Weltbank-Chefvolkswirt Justin Yifu Lin. Auf dem bisher Erreichten dürfe man sich international noch lange nicht ausruhen. Denn obwohl in manchen Bereichen durchaus eine Erholung zu beobachten sein, könne nicht von einer grundsätzlich andauernden Erholung oder gar einer Belebung der Weltwirtschaft gesprochen werden. Eher sei das Gegenteil der Fall, so Lin in derzeitigen Statements. Globalwirtschaftlich betrachtet gebe es nach wie vor eine Vielzahl von Unternehmen, die mit zu geringer Auslastung ihrer Werke und Produktionsanlagen und letztlich dem Ende der eigenen Existenz zu kämpfen haben.

                  USA nach wie vor das wirtschaftliche Sorgenkind

                  Alle positiven Entwicklungen in der Volksrepublik China seien nicht ausreichend, um allein die nötige internationale Stabilität sicherzustellen. Auch ein Wirtschaftswachstum in Höhe von 85, Prozent, wie es China in diesem Jahr aller Voraussicht nach zum Jahresende erreicht haben wird, sei nur ein Hilfsmittel unter vielen, um den Wirtschaftsmotor wieder dauerhaft in Gang zu setzen. Schließlich komme der derzeit so angeschlagenen US-Wirtschaft rund ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung zu. Das Reich der Mitte jedoch bringt es nur auf etwa sieben Prozent. Dementsprechend richtet sich der Experte mit seinen Forderungen vor allem an die Vereinigten Staaten und die Regierung Obama.

                  So erwartet der Weltbank-Analyst als zusätzliche Stabilisationsmaßnahme weitere Eingriffe der führenden Industrienationen durch die erneute Bereitstellung umfangreicher Konjunkturpakete. Die früheren Maßnahmen hätten nur die Richtungsänderung bringen können, die neuerlichen staatlichen Interventionen müssten darauf zielen, den erreichten wirtschaftlichen Weg beizubehalten. Es wäre ein Fehler, die Aufhellung in der Wirtschaft als Signal einer nachhaltigen Besserung zu deuten. In der jetzigen Phase seien positive Veränderungen noch auf die ersten konjunkturellen Eingriffe den reichen Wirtschaftsnationen zurückzuführen.

                  Doch solange die Unternehmen in den betreffenden Ländern nicht wieder im nötigen Umfang Investitionen vornehmen, ist die Weltwirtschaft längst nicht über den sprichwörtlichen Berg, so Lin in seiner Stellungnahme zur Lage der Weltwirtschaft. Wichtig sei zudem, dass neu entstehende Konjunktur-Hilfen an den richtigen Stellen investieren. Die Ankurbelung des Konsums allein sei sicher nicht ausreichend. Die Gelder müssten gezielt für die Erhöhung der Produktivität ausgegeben werden.

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