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Endgültiger Untergang der Hypo Real Estate als private Bank
- 05.10.2009
Es ist ein rabenschwarzer Tag in Deutschland – zumindest für die letzten Aktionäre der Hypo Real Estate, die ihre Anteile am Münchner Immobilienfinanzierer zuvor noch nicht verkauft hatten. Des Staates Hand greift nun auch nach dem letzten Stück der HRE, und wird diese vollkommenen verstaatlichen.
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz forderte auf der heutigen Hauptversammlung der Hypo Real Estate die Wiedereinstiegsmöglichkeit für die bisherigen Anleger für den Zeitpunkt, wenn der Immobilienfinanzierer wieder in private Hand gehen wird. Zugleich spricht die DSW von einer „kalten Enteignung“, Worte, mit denen Dagmar Bergdolt durchaus den Nagel auf den Kopf trifft. Doch vielleicht ist die Abfindung von 1,30 Euro je Aktie, die nichts ist als ein Tropfen auf den heißen (Anleger-) Stein immer noch besser, als der Hypo Real Estate weiter beim Untergang zusehen zu müssen.
Dunkle Wolken kreisen immer noch
Denn die Bank braucht weiter Geld in zweistelliger Milliardenhöhe, um überhaupt weiter existieren zu können. Für das laufende Jahr und das kommende Jahr, 2010, werden Abschreibungen von insgesamt 4,9 Milliarden Euro erwartet. Außerdem wird nicht davon ausgegangen, dass die HRE vor dem Jahr 2012 überhaupt wieder in die schwarzen Zahlen kommen kann. Eine Rückzahlung der staatlichen Hilfen von im Moment 76 verbrauchten Milliarden Euro wird sogar vor 2015 nicht erwartet.
Das Milliardengrab Hypo Real Estate hatte in den vergangenen Monaten immer wieder für erhitzte Gemüter gesorgt. Auf der einen Seite wurde dem Immobilienfinanzierer eine Systemrelevanz zugesprochen, auf der anderen Seite waren Experten dafür, die völlig marode Bank zusammenbrechen zu lassen. Die Bundesregierung ließ sich auf die Systemrelevanz beschwören und pumpte – und pumpt - immer wieder Geld in die HRE. Ob dies überhaupt einen Sinn macht, wird sich wohl erst in den kommenden Jahren zeigen.
Mahnendes Beispiel, aber: Keine Angst vor Aktienanlagen!
Dennoch ist die Hypo Real Estate nicht als Sinnbild für die Anlage in Wertpapiere zu geeignet. Der Niedergang dieser Großbank hatte viele verschiedene Gründe und sollte gerade Kleinanleger deshalb nicht als abschreckendes Beispiel dienen. Es zeigt nur, dass zu wenig hingeschaut wurde und die Regeln für die Finanzmärkte vor Ausbruch der Krise viel zu lasch waren. Die Zeiten haben sich jedoch geändert – und Aktienanlagen lohnen sich zum Teil wirklich wieder. Der DAX ist nach einem Sinkflug längst wieder auf dem strammen Marsch nach oben. Deshalb sollte die HRE keinen Anleger abhalten von einer Anlage in Aktien – nur sollte der Aktienkäufer selbst in Zukunft seine Augen mehr offen halten, um rechtzeitig zu verkaufen, wenn ein Wertpapier nahezu unrettbar, wie bei der Hypo Real Estate geschehen, in den Keller geht.
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