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Energieversorger entdecken Anleihenmarkt für sich
- 18.08.2009
Wie riskant das Geschäft mit Aktien und Wertpapieren in den vergangenen Jahren geworden ist, davon können viele Unternehmen inzwischen ein trauriges Lied singen. Und auch die Anleger mussten vielfach miterleben, wie ihre angeblich sicheren Investitionen binnen weniger Monate deutlich an Wert verloren. Aus Expertensicht deutlich weniger riskant sind die Geldmarktprodukte aus dem Bereich der Unternehmensanleihen, und zwar nicht nur aktuell. Für Anleger sind die Anleihen eine lukrative und ebenso sichere Investition, während die Unternehmen auf diese Weise zügig und vergleichsweise unbürokratisch Fremdkapital beschaffen können. Gerade die bekannten Energieversorger ergreifen die momentanen Chancen des Marktes beim Schopfe, schließlich gibt es für die Unternehmen nichts Wichtigeres als die Sicherstellung der eigenen Liquidität.Durch die Begebung von Firmenfonds ist diese Kapitalbeschaffung in Zeiten problematischer Kreditvergaben ein denkbar guter Ansatz, der nach Einschätzung von Analysten vielfach einer klassischen Win-Win-Situation entspricht. Das haben nicht nur die Privatanleger inzwischen erkannt, bei größeren Emissionen von Anleihen steigt allmählich auch die Nachfrage aufseiten der institutionellen Investoren wie den Sparkassen oder den Anbietern für Vermögensverwaltung, die ihrerseits Kunden zur Investition in Anleihen raten.Bestimmt wird der Markt derzeit von den Energieversorgern. Sie machen inzwischen rund ein Viertel der Anleihenemissionen kommt aus dieser Branche. So sind Konzerne wie RWE und andere Mitbewerber mit Anleihen extrem begehrt, weil sie weniger zyklisch funktionieren als andere Unternehmen und somit stabile Ratings vorweisen können.
Allmählich sinkende Rendite
Wie immer hat ein deutlicher Nachfrage-Anstieg Auswirkungen auf die zu erwartenden Renditen bei den Unternehmensanleihen. Zu Beginn des „Runs“ auf die Anleihen waren die Unternehmen gezwungen, ordentliche Renditen in Aussicht zu stellen. So waren noch in den Frühjahrsmonaten Zinssätze von sieben Prozent und mehr keine Seltenheit. In Ausnahmefällen konnten wagemutige Anleger sogar zweistellige Gewinne mitnehmen nach Ende der Laufzeit. Allerdings lag in diesen besonderen Fällen das Risiko eines Totalverlustes dementsprechend hoch.Als Größenordnung zur Verdeutlich des Nachfrage-Anstiegs kann folgendes Exempel dienen: Bevor private und institutionelle Anleger die Unternehmensanleihen als Möglichkeit für leichten Rendite-Erwerb erkannt haben, wurden bei Groß-Emissionen meist von maximal 150 Anlegern Kaufaufträge erteilt. Heute liegt diese Auftragsmenge mitunter viermal so hoch. Zwar möchten sich die Unternehmen auch heute noch möglichst viel Geld zur langfristigen Sicherung der Liquidität beschaffen über die Begebung von Anleihen. Doch bei derart großem Bedarf müssen die Anbieter die Renditen nicht mehr so üppig wie noch vor wenigen Monaten ansetzen. Allein 2009 wurden bereits Unternehmensanleihen mit einem Gesamtvolumen von fast 200 Milliarden Euro ausgegeben in Deutschland.
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