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                  Welcher Weg führt aus der Krise – Hin zur Sozialen Marktwirtschaft?

                  - 04.07.2009

                  Es ist die Frage, die seit vielen Monaten die Welt bewegt: Wie kommen wir aus der Krise? Wie schaffen die immer mehr globalisierten Finanzmärkte den Weg hin zu einer Zukunft, die nicht zugleich noch einmal den Nährboden bildet für eine kommende Krise? Niemand hat bis jetzt ein Patentrezept dafür gefunden, und manche finanzpolitischen Entscheidungen muten im Moment mehr an wie ein Tropfen auf den heißen Stein denn wirklich eine Veränderung bringend. Gestern wurde deshalb auf vom Bundestag das Bad Bank-Modell beschlossen, dass die Bilanzen der Banken säubern soll von Risikopapieren und faulen Krediten. Das Problem ist, dass dies zwar weitere Abschreibungen verhindern wird – nicht aber das Handeln der Geldinstitute an sich verändern wird. Deshalb müssen andere Lösungen gefunden werden, um nachhaltig eine neue Weltwirtschaftsordnung schaffen zu können, zu der sich die Industrienationen wie auch die Schwellenländer verbindlich bedenken. Worauf diese jedoch aufgebaut werden sollte, da gehen die Meinungen immer noch auseinander, sehr zum Schaden der Finanzmärkte. Die Suche nach dem richtigen und gemeinsamen Weg ist mit vielen Steinen gepflastert und gestaltet sich immer schwieriger, während so manches Land plötzlich ein Weg des Protektionismus beschreiten will und dabei die Globalisierung, die sich, ob man sie mag oder nicht, ob man sie befürwortet oder nicht, nun mal nicht mehr stoppen lassen wird.

                  Eine Soziale Marktwirtschaft als allgemein gültiger Problemlöser?

                  Bereits im Januar dieses Jahres hatte Kanzlerin Angela Merkel deshalb auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos dafür ausgesprochen, weltweit eine Soziale Marktwirtschaft einzuführen. Die in Deutschland wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführte Wirtschaftsordnung und vor allem durch den Namen Ludwig Erhard bekannt gewordenen Begriff wurde bereits vor Ausbruch des Krieges entwickelt. Sie stellt einen Ordnungsrahmen dar, in dem der Staat eine schützende Position in einer Wirtschaft innehat, die Wirtschaft selbst jedoch einen freien Wettwerb hat. Viele haben über die Bundeskanzlerin gelacht und den Kopf geschüttelt, als sie den so durch Erhard besetzten Begriff beim wichtigen Weltwirtschaftsforum auf den Tisch brachte. Eine solche Wirtschaftsordnung für eine globale Welt? Wenn man nicht tiefer schaut und nur Erhards Betrachtung sieht, mag das sein. Wohlstand für alle war damals sein Weg, den er mit der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft bestreiten wollte, der ja auch viele Jahre funktioniert hat. Doch nicht der Wohlstand ist das eigentliche Anliegen dieses Systems, sondern ein freier Wettbewerb mit einem Staat, der nur eingreift, wenn es notwendig ist, dies aber rechtzeitig, bevor es zu solchen starken Krisenausbrüchen kommt wie es derzeit der Fall ist.

                  Die „ökonomische Geisterfahrt“ - Die Richtung wiederfinden

                  Die Soziale Marktwirtschaft also als weltumspannende Wirtschaftsordnung? Würde das Sinn machen? Ja, sagt dazu Utz Claassen in seinem neuen Buch „Wir Geisterfahrer“. Claassen sanierte während seiner Zeit als Konzernchef drei große Unternehmen – dazu kommen seine Erfahrungen als Unternehmensberater und Wissenschaftler, Aufsichtsratsmitglied und Unternehmer. Zudem hat er inzwischen zwei Professuren (an der Leibniz Universität Hannover und an der GISMA Business School inne. Claassen, hochbegabt und mit einem Abitur von 0,7 und zwei übersprungenen Klassen auf dem Weg dorthin zeigt in „Wir Geisterfahrer“ eine Analyse auf, wie es zur Krise kam und wie wir wieder aus ihr finden – und auch aus ihr lernen – können. Unter anderem befürwortet er die Soziale Marktwirtschaft als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Denn, so sagt er: „Wir waren schon vor der Krise auf dem Weg in die falsche Richtung. Nun haben wir auch noch die falsche Fahrspur erwischt. Wir befinden uns auf ökonomischer Geisterfahrt.“ Und genau hiermit trifft er auch auch den Kern der Problematik. In den letzten Jahren wurde weltweit die Freie Marktwirtschaft gepredigt, ein Wirtschaftssystem ohne jegliche Kontrolle und ohne Eingreifen des Staates. Ein freier Wettbewerb, in dem jeder machen kann was er will, wenn man es ohne rosarote Brille betrachtet. Wohin das geführt hat? Richtig, zu der Krise, in der wir uns gerade befinden und als Geisterfahrer durch die Gegend rauschen, anstatt inne zu halten und zu sehen, was man gemeinsam tun kann für eine weltweit gültige Wirtschaftsordnung. Und diese könnte, wenn man alle Faktoren einbezieht und einen realistischen Blick auf die gegenwärtige und auch zukünftige Lage dieser welt wirft, durchaus eine Soziale Marktwirtschaft sein. Vielleicht keine im Sinne von Ludwig Erhard, aber eine zum Wohle dieser Welt und eine für die Globalisierung passende.

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                  Fragen zu Welcher Weg führt aus der Krise – Hin zur Sozialen Marktwirtschaft?

                  2010-12-16, 09:40

                  Magnix

                  Wo und wann hatten wir in Deutschland in den letzten Jahr(-zehnt)en noch eine freie Marktwirtschaft?
                  Da kann ich mich den Kritikern unserer Bundeskanzlerin nur anschliessen und ebenfalls herzhaft lachen...

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