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Antrag abgelehnt! - Keine Hilfe für Arcandor
- 08.06.2009
Es war nicht anders zu erwarten gewesen. Egal, wie der neue Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick gepoltert und geschrieen hat, der Lenkungsausschuss des Wirtschaftsfonds Deutschland lehnte eine Hilfe für den schwer angeschlagenen Konzern ab. Und so bekommt das Unternehmen keinen Kredit und keine Bürgschaft aus dem Fonds, der dazu beitragen soll, durch die Wirtschaftskrise angeschlagenen Unternehmen wieder auf die Beine zu helfen. Dabei hatte es noch vor wenigen Tagen seitens Arcandor einen Tritt in Richtung „manager magazin“ gegeben. Das Magazin hatte unter anderem berichtet, laut ihm vorliegenden Unterlagen „sprechen staatlich eingesetzte Wirtschaftsprüfer dem Unternehmen die nötige Substanz für die erhoffte Staatsbürgschaft ab.“
Die angebliche Demontage und die Schuld der Medien an dem Untergang
„Die vom manager magazin zitierten Aussagen spiegeln nicht die gestrige Diskussionslage im Bürgschaftsausschuss wider. Die Tatsache, dass weitere Termine für die Fortführung des Bewilligungsprozesses für die Staatsbürgschaft vereinbart wurden, spricht ebenfalls gegen die vom manager magazin suggerierte Ablehnung einer Bürgschaft für Arcandor. Nach unserer Kenntnis werden hier offensichtlich Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und einseitig dargestellt. Natürlich bestehen im gegenwärtigen Wirtschaftsumfeld Risiken. Im vorliegenden Fall halten die Wirtschaftsprüfer allerdings sogar wirtschaftliche Abweichungen für vertretbar. Die Bundesregierung und der Bürgschaftsausschuss haben uns eine faire und schnelle Abarbeitung unseres Antrages ohne Vorfestlegung zugesagt. Dieser Prozess findet derzeit planmäßig und konstruktiv mit dem Ausschuss statt und ist zeitlich auf die Notwendigkeiten des Unternehmens abgestimmt. Offensichtlich wird derzeit versucht, unseren Business-Case öffentlich zu demontieren und damit die Existenz des Unternehmens und seiner über 50.000 Mitarbeiter in Deutschland zu gefährden. Die Sanierungsfähigkeit von Arcandor ist durch ein aktuelles Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG vom 20. Mai 2009 gerade erst festgestellt worden. Die Arcandor AG erfüllt nach intensiver Prüfung durch alle von uns befragten Experten die Kriterien für einen Bürgschaftsantrag.“ (Quelle: Arcandor)
Nicht förderungsfähig – Und bist Du nicht willig, so nehme ich Gewalt?
Dass die Unterlagen, die dem „manager magazin“ vorgelegen haben sollen, aus den eigenen Unternehmenskreisen kam, wird hier nicht wirklich kommentiert, nur eine Gesamtaussage gemacht zu einer, angeblich, aus dem Zusammenhang gerissenen Aussage. Doch PricewaterhouseCoopers, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, kurz auch PwC genannt, sprach Arcandor wohl die Eignung für eine Staatshilfe ab. Der Konzern jedoch wollte dies nicht glauben und kämpfte immer noch verzweifelt um Rang und Namen – und um ein längst verlorenes Terrain. Heute jedoch ist auch öffentlich ersichtlich worden, dass Arcandor keine Hilfe von dem neuen Kredit- und Bürgschaftsprogramm des Bundes erhalten wird. Ein Erstaunen zieht jetzt durch unser Land. Doch weshalb? Es war schon vorab klar gewesen, dass das Unternehmen, zu dem unter anderem Karstadt und Thomas Cook gehören, nicht den Vorbedingungen für eine Hilfe entspricht. Alles andere wäre höchst erstaunlich gewesen und auch an den Richtlinien vorbei für diesen wichtigen Teil des Konjunkturprogramms 2.0.
Der Buhmann ist immer ein anderer – Realitätssinn: mangelhaft!
Arcandor jedoch wird sicher nicht plötzlich still sein. Dafür wurden in den vergangenen Wochen zu viele Geschütze aufgefahren, die nun nicht einfach vergessen werden können. Der Chef selbst, Karl-Gerhard Eick, Nachfolger des unehrenhaft entlassenen Thomas Middelhoff, scheint gerne alle Schuld allen anderen geben zu wollen. Doch eines verschweigt er dabei: Die mögliche Verstrickung seines Vorgängers in Immobiliengeschäfte, welche die Warenhauskette Karstadt betreffen, beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft in Essen. Es scheint nun also noch mehr schmutzige Wäsche als bisher gewaschen zu werden. Und dafür ist es auch Zeit. Zeit zum Aufräumen - und Zeit für einen Neuanfang. Eines ist jedoch sicher: Die Bundesregierung nun als Buhmann für das unternehmerische Versagen im Hause Arcandor verantwortlich zu machen, nur weil man die Kiste längst vor der Krise selbst immer mehr in den Dreck gefahren hat, zeigt, dass der Konzern immer noch fern jeglicher Realität lebt. Vielleicht würde eine Insolvenz helfen, dass die Manager von Arcandor endlich den Boden unter ihren Füßen finden und damit endlich nicht mehr die Mitarbeitern schaden, wie es jetzt der Fall ist. Denn „die Bösen“ sind nicht die da draußen, die Bösen sind die, welche im Unternehmen an den Strippen ziehen, DAS sollten Sie nicht vergessen, liebe Karstadt-Mitarbeiter!
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