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                  Beschlusssache Insolvenz – Nur noch einen Schritt bis zum Aus für General Motors

                  - 27.05.2009

                  Seit heute Nacht US-amerikanischer Zeit ist es klar: Die Gläubiger des Autoherstellers weigern sich, das Sanierungskonzept der US-Regierung und die vorgeschlagene Ausgleichslösung zu akzeptieren. Dies wäre die einzig realistische Möglichkeit gewesen, GM noch vor der Insolvenz zu bewahren. Heute Nacht lief jedoch die Frist für die Gläubiger ab, dem Konzept zuzustimmen, einige Gläubiger machten bereits vorher den Schirm zu und lehnten jegliche Weiterverhandlung darüber ab. Damit ist endgültig gescheitert, dass es zu einer Lösung zwischen General Motors und den Gläubigern kommt – was nun zu 99,99 Prozent den Weg in die Insolvenz bedeutet. Dies wiederum könnte den Autokonzern gesundsanieren, wenn alles gut läuft. Ob dies jedoch funktionieren wird, kann zum heutigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

                  Die – unverständliche – Hoffnung der Gläubiger

                  Was sich die GM-Gläubiger jedoch von einem - nun mit allergrößter Wahrscheinlichkeit kommenden – Konkurs erhoffen, ist nicht klar. Bei einer Abwicklung des Unternehmens nach Chapter 11 des US-amerikanischen Konkursrechts verlieren sie viel an Macht über das Unternehmen und können – und werden – während des laufenden Konkursverfahrens nur noch Zugeständnisse machen. Mehr Geld wird eine Insolvenz nicht wieder in ihre Taschen bringen, ganz im Gegenteil. Verständlich ist dies nicht, aber es mag sein, dass es hierbei nicht um das Geld, sondern eher um die Klärung von Machtverhältnissen geht, erstaunen würden dies nicht mehr nach all den Spielchen um General Motors in den vergangenen Monaten. Experten rechnen inzwischen mit einem Insolvenzantrag noch in dieser Woche. Dies ist nur zu unterstreichen von unserer Seite aus. Der Untergang des bis vor einigen Monaten noch weltgrößten Autokonzerns ist damit besiegelt. Während des Insolvenzsverfahrens wird das ganze Schiff General Motors sehr verschlankt werden, dies ist auch absehbar. Viele werden ihre Arbeitsplätze verlieren und auch die Händler und Zulieferer werden schwere Schäden davon tragen müssen. Bereits 1.100 der 6.000 GM-Händler haben ihre Vertragskündigungen inzwischen erhalten, die wegfallenden Arbeitsplätze bei Zulieferern werden in die Zigtausende gehen, wenn nicht noch mehr.

                  Nicht rechtzeitig reagiert – und am Markt völlig vorbei produziert

                  Und all dies, weil nicht zur rechten Zeit umgeschwenkt und eingespart wurde. Und die Produktion ungestoppt weiter lief, ohne auf die Bedürfnisse des Marktes zu achten in den Tagen, in denen erst der Ölpreis auf ein Rekordniveau stieg und nur kurz danach die Wirtschaftskrise begann, in Folge der Immobilien- und Finanzkrise. Dazu kommen jedoch nun nicht nur die Entlassungen bei General Motors, sondern auch die Angst der Mitarbeiter um ihre Pensionsansprüche aus ihrer Arbeit bei dem Autohersteller. Es ist eine völlig verfahrene Sache, die sich da derzeit in den USA abspielt, und auch Auswirkungen auf uns hat. Seit heute ist jedoch zumindest endlich klar, dass Opel sich von General Motors abspalten darf. Der Aufsichtsrat des Mutterkonzern General Motors beschloss vergangene Nacht in den USA, dass die Rechte, die Patente und die europäischen Fabriken von Opel nun auch auf Opel selbst übertragen werden.

                  Eine vage Zukunft bricht an am fernen Horizont

                  Angesichts der gegenwärtigen Verhandlungen über eine Zukunft des deutschen Autobauers, der seit 1929 in der Hand von General Motors war, ist dies eine sehr gute Nachricht. Damit kann nun weitaus besser überlegt und entschieden werden, welcher der möglichen Investoren, Fiat, Magna oder der Finanzinvestor RHJ nun den Zuschlag für den Autobauer mit Stammsitz in Rüsselsheim erhalten wird. Es gibt also wenig Hoffnung, eine Insolvenz von General Motors noch abwenden zu können seit heute Nacht – seit dem gleichen Zeitpunkt jedoch endlich wieder Hoffnung für den Fortbestand von Opel. Alles andere wird, wie immer, die Zeit zeigen. Derweil werden sich viele Anwälte eine goldene Nase an dem verdienen, was jetzt auf General Motors zukommen wird. Während die einen es wieder verlieren, gewinnen es andere: Eine Menge Geld. Aber was haben wir am meisten aus dieser Finanzkrise gelernt: Es ist völlig egal, wie viele Menschen ihr Hab und Gut verlieren, dies wird für jene, die damit einen Riesenreibach machen, sowieso immer unwichtig sein.

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