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                  Arcandor droht mit Pleite – Die Erpressungsmaschinerei Wirtschaftskrise

                  - 25.05.2009

                  Kommt keine Hilfe von seiten der Bundesregierung und Vater Staat, dann "ist für Karstadt am 12. Juni Schluss" kam nun als Drohung aus dem Hause Arcandor. Wer glaubt, für das schwer angeschlagene Unternehmen würde es mit dem Abgang von Thomas Middelhoff zu besseren Zeiten kommen, sieht sich nun endgültig eines Besseren belehrt. Denn der Karstadt-Besitzer macht immer mehr Druck, redet nun auch offen von einer Pleite und beginnt damit, die Bundesregierung zu erpressen. Schöne Sache, wie wir finden (Achtung Sarkasmus!). Was die wem bringen soll, ist uns – ehrlich gesagt – ganz und gar nicht klar. Karstadt ist bereits seit mehreren Jahren am Trudeln und es wurde immer wieder von Schließungen im größeren Maße bei der Warenhaus-Kette gesprochen. Nun aber macht Arcandor richtig Dampf und setzt damit die völlig falschen Signale.

                  Wer droht, bekommt Strafe

                  Und diese kam am heutigen Tage, nach der Pleitedrohung des neuen Chefs von Arcandor, Karl-Gerhard Eick, dann auch gleich postwendend – in Form des Einbruchs der Arcandor-Aktie. Zeitweise lag das Wertpapier bei einem Absturz von 22 Prozent, aktuell gibt es ein Minus bei der im MDAX gelisteten Aktie von 15,45 Prozent. Damit ist ein Anteilsschein des Unternehmens mitden immer wieder großen Tönen gerade mal nur noch 1,86 Euro wert. Und das bei einer Aktie, deren 52 Wochen Hoch bei knapp 12 Euro lag. So kann man sein Unternehmen noch tiefer zu Boden prügeln, als es vorher schon der Fall war, was gerade bei Arcandor immer mehr zu einer unendlichen Geschichte zu werden scheint. Und Eick fordert nicht gerade nur ein paar Millionen Euro Unterstützung von unserem Vater Staat, nein, da wird die ganze Hand aufgetan und schreiend verlangt, die Bundesregierung solle eine Bürgschaft für Kredite übernehmen in der Höhe von 650 Millionen Euro. Zusätzlich will Arcandor einen Kredit von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der KfW, haben, und das in einer auch nicht gerade geringen Höhe von 200 Millionen Euro. Jetzt aber, wo die Bundesregierung eine abwartende Haltung einnimmt – übrigens völlig zu recht -, fängt der Arcandor-Eick an zu schreien und zu poltern und zeigt damit, dass der Weggang seines Vorgängers Middelhoff alles andere als einen guten Ausgang genommen hat. Im Gegenteil, alles wird immer schlimmer.

                  Ohne Rücksicht auf Verluste – und dabei doch nur auf den eigenen Vorteil bedacht

                  Wenn es dabei nur um Karl-Gerhard Eick und Konsorten gehen würde, könnte man getrost sagen: Lasst das Schiff doch einfach endlich untergehen, damit wir alle unsere Ruhe haben. Da dies jedoch aufgrund der vielen an Arcandor gebundenen Arbeitsplätze nicht geht, wirft der sehr nette Herr Eick doch glatt eine Erpressungsmaschinerie an – und tut damit weder Arcandor noch Karstadt noch den Anlegern etwas Gutes. Doch ihm wird es vielleicht egal sein, er wird sein Gehalt bekommen, egal ob das Schiff jetzt an die Wand oder an die Felsen gefahren wird. Es ist erschütternd, zu sehen, wie solche Unternehmen ohne Rücksicht auf Verluste agieren und damit ihren Mitarbeitern die Luft und auch jegliche Motivation nehmen. Gerade in Sachen Karstadt sind die in der Warenhaus-Kette Beschäftigten längst so sehr leidgeprüft. Wie oft wurde inzwischen in den letzten Jahren schon von einer Pleite, einem Verkauf, einem was wissen wir schon noch, geredet. Und immer wieder wird nur geredet. Es bleibt jetzt nur noch abzuwarten, wie die Bundesregierung auf diese Erpressung durch den Arcandor-Chef reagieren wird. Denn eines ist nun mal klar: Die Arcandor AG hatte schon längst vor der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise Probleme, unter anderem mit Karstadt. Andere Unternehmensbereiche, wie zum Beispiel die Modewarenhaus-Kette SinnLeffers, wurden ja deshalb abgestoßen. Eick kann also poltern wie er mag, die Probleme mit der Finanzierung sind hausgemacht und keine Folge der Krise. Aufwachen Herr Karl-Gerhard Eick kann man da nur sagen!

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