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                  Mehr als 45 Prozent der Anteile – Die HRE rückt näher an den Bund

                  - 06.05.2009

                  Es war nicht klar, wie viele Anteilseigner der Hypo Real Estate ihre Wertpapiere an unseren Staat verkaufen würden. Das Angebot, das bei 1,39 Euro je Aktie lag und bis heute Nacht 23.59 Uhr galt, würde niemanden wirklich vom Hocker reißen, dies war bereits im Vorfeld klar.Dennoch war es eine Sache der Abwägung für die Aktienbesitzer der HRE. Darauf warten, dass der Immobilienfinanzierer mit Sitz in München völlig den Boden unter den Füßen verliert? Oder lieber doch noch die so stark im Wert gesunkene Aktie loswerden, bevor sie möglicherweise eines nahen Tages keinen müden Cent mehr wert sein könnte?

                  Insider gibt vorläufige Zahlen bekannt

                  Derzeit ist man mit der Auswertung der Ergebnisse des abgeschlossenen Übernahmeangebots beschäftigt, die heute Abend wohl bekannt gegeben werden wird. Zuvor ist aber schon etwas durchgesickert. Laut eines Mitarbeiters, der mit der Auswertung zu tun hat, soll der Bund über 45 Prozent der HRE-Anteile nun in seiner Hand halten. Dies sagte der, wir nennen ihn einfach mal „Wichtigtuer“, zumindest der Nachrichtenagentur „Reuters“. Ob diese Aussage von SoFFin, dem Finanzmarktstabilisierungsfonds, selbst gesteuert wurde, oder ob der besagte Mitarbeiter, oder die Mitarbeiter, hier einen eigenen Weg beschritten hat, ist nicht bekannt.Mit den gut 45 Prozent, die inzwischen in des Bundes Eigentum sein sollen, könnte jedoch möglicherweise eine Enteignung der anderen Anteilshalter abgewendet sein. Für eine Kapitaleinschüttung würde es wohl reichen, eine solche Minderheitsmehrheit zu halten. Immerhin läge man dann mehr als 20 Prozent über dem Hauptanteil, der bis gestern noch vom US-Investor J.C. Flowers gehalten wurde.

                  Doch wieso eigentlich nur 45 Prozent?

                  Flowers, der knapp 25 Prozent der Anteile an der Hypo Real Estate hält, würde seine Anteile niemals an den Bund verkaufen, so viel war bereits vor dem Erstellen des Übernahmeangebotes klar. Unter dem Strich bleiben dann jedoch immer noch gut 75 Prozent an Aktien, die sich im Streubesitz befanden (abgesehen von dem kleinen Anteil, den der Bund bereits gehalten hatte seit einigen Wochen). Dass jetzt insgesamt jedoch nur gut 45 Prozent in den Besitz des Staates kamen, und bis heute Abend werden es sicher nicht mehr sooo viel mehr Aktien werden, lässt so manchen den Kopf schütteln. Auch jenen ungenannten Börsianer, der heute zum „Handelsblatt“ sagte: "Worauf spekulieren die Leute eigentlich. Auf ein höheres Angebot etwa? Das wird nicht kommen. Schließlich hat der Bund eigens ein Gesetz verabschiedet, um die Bank notfalls enteignen zu können.“ Dies wurde übrigens inzwischen von der SoFFin-Sprecherin, Kirsten Bradtmöller, bestätigt. „Es ist nicht beabsichtigt das Übernahmeangebot zu verlängern“, sagte sie dazu der „Berliner Zeitung“. Und sicher auch nicht, das Angebot zu erhöhen, davon kann jeder ausgehen. Nach der durchgesickerten Nachricht, unabsichtlich oder geplant, dass der Bund nun gut 45 Prozent der HRE-Aktien hält, stieg auch prompt deren Wert. Inzwischen liegt das Wertpapier bei einem Wert von 1,79 Euro, was immerhin gleich 0,40 Euro mehr ist als noch das bis Mitternacht laufende Angebot des Bundes je Aktie. Der Anstieg von mehr als 27 Prozent lässt ahnen, dass bei den Anlegern nun Hoffnung aufkommt, dass durch einen Einstieg des Bundes die Hypo Real Estate doch noch gerettet werden könnte, nachdem zuletzt diese Hoffnung immer mehr gegen Null gegangen war. Ob dies jedoch realistisch ist oder die HRE nicht vielmehr längst dem Untergang geweiht ist und alles, was wir bisher sahen, doch nur die Spitze des zerstörenden Eisbergs war, wird sich in den nächsten Monaten zeigen müssen.

                  Die Zeit der Kredite hat ein Ende

                  Immerhin ist eines nun sicher: Die Hypo Real Estate wird nun keine Kredite und auch keine staatlichen Garantien mehr vom Bund erhalten müssen. Der dafür zuständige Finanzmarktstabilisierungsfonds, kurz SoFFin genannt, kann nun durch eine Erhöhung des Kapitals Geld zuschießen. Dies sind dann keine direkten Kredite und auch keine Garantien mehr, weil die HRE ja dann anteilshaltig dem Bund gehört. Aber so oder so, wie man das Kind auch nennen mag, der Münchner Immobilienfinanzierer wird noch so einiges an Finanzierungsbedarf haben, bis er wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Solange wird er die Steuerzahler unseres Landes wohl noch so einiges an Geld kosten – und die Bundesregierung möglicherweise noch eine Menge Schlaf...

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