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Die Postbank ist immer noch in den Miesen – Zumindest vor Steuern
- 05.05.2009
Wenn man nur den Betrag sieht, der bei der Postbank im ersten Quartel vor Steuern und Zinsen, also vor EBIT, steht, dann ist einem nicht ganz so wohl. Wiederum hat die gelbe Bank hier Miese schreiben müssen – und dies bereits das dritte Quartal in Folge. Gleich mit 91 Millionen Euro steht die Postbank hier im Minus. Und kann sich dennoch freuen. Denn trotz des Minus vor Steuern und Zinsen konnte die Postbank heute einen Gewinn von 84 Millionen unter dem Strich vermelden. Dank Steuerrückerstattungen übrigens nur. Die hohen Verluste vor Steuern kommen übrigens aus Wertberichtigungen für Aktienverluste und für jene bei komplexen Geschäften im Kreditbereich.Über die Bekanntgabe der Zahlen freute sich übrigens auch die Börse. So stiegen die Aktien von Postbank, Deutscher Post und auch Deutscher Bank (als Anteilseigner von derzeit 25 Prozent der Postbank AG) am heutigen Börsentage. Die Anleger freuen sich also offensichtlich über die, zumindest unter dem Strich, doch noch guten Zahlen.
Die wichtigsten Zahlen der Postbank im Überblick:
„Das Ergebnis vor Steuern hat sich mit -91 Millionen Euro sehr deutlich gegenüber dem Vorquartal (-866 Millionen Euro) verbessert, lag aber unter dem Ergebnis des ersten Quartals 2008 (168 Millionen Euro).Der Zinsüberschuss konnte im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum stark zulegen und stieg um 76 Millionen Euro oder 13,6 Prozent auf 633 Millionen Euro.Das Handels- und das Finanzanlageergebnis gingen gegenüber dem ersten Quartal 2008 um 224 Millionen Euro auf insgesamt -211 Millionen Euro zurück. Im Vergleich zu den beiden letzten Quartalen des Jahres 2008 ergab sich bei den in diesen Ergebnislinien gebuchten kapitalmarktinduzierten Belastungen jedoch eine deutliche Besserung.Die Gesamterträge lagen im ersten Quartal 2009 bei 730 Millionen Euro nach 929 Millionen Euro in den ersten drei Monaten 2008. Die Entwicklung ist im Wesentlichen auf die kapitalmarktinduzierten Belastungen des Handels- und Finanzanlageergebnisses zurückzuführen. Die operativen Ertragskomponenten Zins- und Provisionsüberschuss stiegen dagegen zusammen um 25 Millionen Euro auf 941 Millionen Euro.“ (Quelle: Postbank AG)
Ein (fast) kurioser Blick in die Zukunft der Postbank
Und es wird tatsächlich ein Ausblick gewagt, der es in sich hat. Kurz und bündig geht es hier zur Sache: „Die Postbank geht weiterhin davon aus, dass die Gesamtbelastungen 2009 unter denen des Jahres 2008 liegen werden - unter der Voraussetzung, dass keine weitere makroökonomische Verschlechterung über das derzeit erwartete Niveau hinaus eintritt. Nach einer Normalisierung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds strebt sie weiter an, auf Basis ihrer verstärkten strategischen Ausrichtung auf das Geschäft mit Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden mittelfristig und nachhaltig eine Eigenkapitalrendite von 13 bis 15 Prozent nach Steuern zu erzielen.“Dabei sollte hier jedoch der Blick auf die Kernkapitalquote (nach Basel II) gerichtet werden. Diese soll auf 13 bis gar 15 Prozent steigen? Dies scheint doch ein sehr gewagter Ausspruch zu sein, der unrealitisch ist, zumindest angesichts der immer noch anhaltenden Krise der Finanzwirtschaft. Denn während Ende des Jahres die Eigenkapitalrendite noch 7,4 Prozent betrug, sank diese zum 31. März dieses Jahres gar auf nur noch 7,2 Prozent. Schwingt die Postbank AG hier möglicherweise nur große Reden, um davon ablenken zu können, dass mit Sicherheit auch bis auf Weiteres noch faule Papiere aus den Büchern abgeschrieben werden müssen? Oder ist man sich so sicher, dass man diesen schweren Spagatakt mitten in der Finanzkrise schafft, und es tatsächlich wieder zu einer hohen Finanzstabilität bringt, über welche die Eigenkapitalquote ja die Auskunft gibt?
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