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                  Die Insolvenz von Chrysler und die Wut der Gläubiger

                  - 01.05.2009

                  Der angeschlagene US-Autohersteller Chrysler konnte seinen Geldgebern bis dato kein Sanierungskonzept vorlegen, das tragfähig und schlüssig genug war, um eine Einigung zu erzielen. Dies hat nun zur unmittelbaren Folge, dass Chrysler gestern endlich den längst erwarteten Insolvenzantrag einreichte. Eine Insolvenz jedoch, die nicht das Vermögen des Schuldners auflöst, wie sie normalerweise der Fall ist bei einem Insolvenzverfahren. Den Weg, den der im Moment nicht sanierungsfähige US-Autobauer geht, ist der Weg in eine Insolvenz nach Chapter 11 nach US-amerikanischen Recht. Hierbei wird dem finanziell am Boden liegenden Unternehmen die Chance gegeben, sich gesund zu sanieren und dann in schlankerer und weitaus besserer Gestalt weiter lebensfähig zu sein.

                  Chapter 11 und der nicht ganz so rechtmäßige Verkauf eines insolventen Unternehmens

                  Nun droht aber gewaltiger Ärger. Denn der Einstieg von Fiat, US-Regierung und Gewerkschaften gefällt nicht allen Gläubigern von Chrysler. Während der Autohersteller während der Insolvenz den ganzen alten Ballast abwerfen soll, um dann wieder als starke Marke auf dem Markt auftreten zu können, hat das ganze Procedere den Unmut einer Investorengruppe auf sich gezogen. Der Zusammenschluss von 20 Fonds unter eine anwaltliche Vertretung zeigt klar, dass hier nicht klein bei gegeben werden wird. Der Anwalt der Gläubiger, denen Chrysler insgesamt gut eine Milliarde US Dollar zu zahlen hätte, ist der Ansicht, dass der Verkauf des am Boden liegenden Autobauers eindeutig dem Verfahren des Chapter 11 widerspräche. Doch der Insolvenzantrag am gestrigen Tage hat nicht nur die Gläubiger auf den Plan gerufen. Auch die Zulieferer sowie die Händler sehen jetzt das Unmach auf sich zukommen. Grund hierfür ist die Nachricht aus dem Hause Chrysler, die Produktion für genau jene Zeit, in der man sich in der Insolvenz befindet, nahezu auf Null herunter zu fahren. Die verunsichert auf der einen Seite den Teil der US-amerikanischen Autobranche, der von Chrysler abhängig ist. Auf der anderen Seite jedoch verunsichert es die Konsumenten in den USA, die sich bei einem Autokauf dann lieber nach anderen Fahrzeugmodellen umschauen, um nicht eines Tages dann das Problem zu haben, dass es keine Ersatzteile und keinen Service mehr seitens des Autobauers gibt.

                  Die Blindheit der US-Regierung und des Herrn Obama

                  Das schlimme bei der ganzen Sache ist: Es geht bei all dem nur darum, der Welt nach außen hin zu zeigen, dass man seine Probleme in den Griff bekommt. Ob die Insolvenz nach Chapter 11 jedoch wirklich etwas an der Lage von Chrysler ändern wird, ist mehr als fraglich. „Kein Zeichen von Schwäche" sei diese Insolvenz, sagte der amtierende US-Präsident Obama zu dem Insolvenzverfahren von Chrysler. Aber muss man nicht eher denken, dass es auch kein Zeichen von Stärke ist, noch mehr Geld in den maroden Konzern des Autoherstellers zu pumpen, anstatt einfach zuzugeben, dass die Vergangenheit von Chrysler einfach nicht mehr in die Zukunft der globalen Autobranche passt? Die US-Regierung will nun weitere acht Milliarden US-Dollar in das Unternehmen Untergang stecken. Fiat hingegen will nur Technologie zu der ganzen Sache beitragen. Dass dies ein sehr eigennütziges Geschäft ist für den italienischen Autobauer ist klar. Keiner würde freiwillig etwas in ein System stecken, dass möglicherweise gar nicht saniert werden kann, ohne selbst genug davon zu haben. Das Interessante bei der ganzen Sache Insolvenzverfahren ist übrigens wieder mal die große Klappe eines, der denkt, sein Amt gäbe ihm auch zugleich das Recht, allwissend zu sein. Barack Obama, seines Zeichens derzeitiger US-Präsident, schiebt natürlich nicht dem Konzern selbst die Schuld zu, sondern den Investoren von Chrysler, die sich den Sanierungsplänen des Autoherstellers widersetzt haben. Erst so sei der Gang in die Insolvenz überhaupt unvermeidlich gewesen. Ja ja, immer haben die anderen Schuld an der ganzen Misere. Anstatt zu erkennen, dass es für den drittgrößten Autobauer der USA gar keinen anderen Weg mehr gab und dass es längst an der Zeit war, etwas Handfestes zu tun und nicht nur sinnlos Geld in den Weiterbestand des maroden Unternehmens zu stecken, wird wieder einmal nicht gesehen. Manchmal frage ich mich, ob Menschen wie Barack Obama eigentlich nur auf einem Auge blind sind oder nicht eher gleich auf beiden...

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