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                  Die Allianz SE muss Federn lassen – Die Zahlen des ersten Quartals sprechen Bände

                  - 29.04.2009

                  Noch vor wenigen Wochen waren die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2008 veröffentlicht worden von Deutschland bekanntestem Versicherungsunternehmen. Während für das vergangene Jahr ein Plus im operativen Ergebnis in Höhe von 3,7 Prozent bekannt gegeben werden konnte, musste heute eingestanden werden, dass die Allianz SE Federn lassen musste.Im ersten Quartal dieses Jahres kam es zu einem Rückgang von 0,9 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem das operative Ergebnis noch bei 2,2 Milliarden Euro gelegen hatte.

                  Die Eckdaten für die Monate Januar bis März 2009 im Überblick:

                  „Die Allianz Gruppe hat im 1. Quartal 2009 auf Basis vorläufiger Zahlen einen Umsatz von 27,7 Mrd. Euro erzielt, im Vergleich zu 27,0 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis wird voraussichtlich rund 1,3 Mrd. Euro betragen, nach 2,2 Mrd. Euro im 1. Quartal 2008. Die bereits angekündigte Belastung aus dem Verkauf der Dresdner Bank beträgt 400 Mio. Euro.Die Solvabilitätsquote der Allianz Gruppe wird voraussichtlich etwa 158 Prozent betragen.Die Allianz wird Details zum Geschäftsverlauf im 1. Quartal wie angekündigt am 13. Mai 2009 bekannt geben.“

                  Die böse Tochter Dresdner Bank wurde aus endlich dem Haus getrieben

                  Inzwischen aber gehört die Dresdner Bank der Vergangenheit an für ihren ehemaligen Mutterkonzern Allianz. Die Trennung war ein langwieriger Vorgang, der dann aber dennoch endlich abgeschlossen werden konnte. Der Verkauf an die Commerzbank AG war notwendig, um endlich die tiefroten Zahlen der ehemaligen Banktochter Dresdner aus den Büchern zu bekommen. Dies wird auch in, hoffentlich baldiger Zukunft, endlich ganz der Fall sein.Die Eckdaten für das erste Quartal dieses Jahres wurden übrigens im Rahmen der Hauptversammlung der Allianz SE am heutigen Tage in München bekannt gegeben. Dabei wurde vor allem auch eines deutlichen: „Dank“ den Auswirkungen der Finanzkrise und dem fehlenden Vertrauen vieler Sparer in die Banken steigt der Anteil an Lebensversicherungen als Geldanlage wieder deutlich an. So stieg der Umsatz in diesem Bereich von 27,0 Milliarden Euro auf 27,7 Milliarden Euro an.

                  Alles kommt auf den Prüfstand in diesem Jahr

                  Im Ausblick sagte der Vorstandsvorsitzende der Allianz SE, Michael Diekmann, deshalb dann heute auch: „Alle Kapitalmarktprodukte, Optionen und Garantien werden überprüft, angepasst und in der Darstellung ganz transparent auf Kundennutzen, Risikobereitschaft und Aktionärsinteresse abgestellt.Die Neuausrichtung des deutschen Versicherungsgeschäfts ist zum Jahresende 2008 technisch abgeschlossen worden. Wir verfügen nun über die Grundlage, uns wieder stärker auf die Qualitätsbedürfnisse konzentrieren zu können und auch bei Marktveränderungen schneller reagieren zu können.“ Es wird sich aber in den weiteren drei Quartalen dieses Jahres zeigen müssen, wie man das Geschäft weiter in Angriff nimmt. Hier zugehört auch die Arbeit am Serviceverhalten des eigenen Unternehmens, zu dem Diekmann auch fast schonungslos Stellung bezog: Der durch die Neuausrichtung erfolgte „Umbau hat Kunden und Vertriebspartnern in einigen Bereichen viel Geduld abverlangt, weil nicht durchgängig der gewohnte Allianzservice geboten werden konnte. Ich bin dankbar für die Geduld und die Energie, die sowohl Kunden und Vermittler, als auch Mitarbeiter aufgebracht haben.Wir nutzen die nächsten Monate, die Qualität bei der Bearbeitung, d.h. die Erreichbarkeit, die Geschwindigkeit und die Zuverlässigkeit wieder auf Weltniveau zu bringen. Der Weg dahin war phasenweise mit Schmerzen für alle Beteiligten verbunden und auch jetzt ist noch einiges an Optimierungsarbeit zu leisten.“

                  Wird die neue Bank den ehemals gewünschten Erfolg endlich mit sich bringen?

                  Die Allianz braucht also frischen Wind in den alten Räumen. Der Verkauf der Dresdner Bank war schon sehr vielversprechend. Ob durch die neue Allianz „Bank“ jedoch wirklich ein neues, ganz eigenes Bankgeschäft aufgebaut werden kann, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehr fraglich. Viele der Bankkunden, die in den Karteien der Allianz vorhanden sind, haben sich in der Zwischenzeit als regelrechte Karteileichen herausgestellt, wie verschiedene Medien inzwischen berichtet haben. Ein neuer Anfang also in diesem Bereich, der sehr schwierig und mühsam ist. Und ob er Erfolg zeigen wird, ist mehr als fraglich.


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