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                  Auch in der Krise noch ein Überschuss: Die Gesetzliche Sozialversicherung und das Jahr 2008

                  - 22.04.2009

                  Das vergangene Jahr war ein Krisenjahr, die Finanzwelt wurde mehr und mehr schwer erschüttert – und auch unsere Wirtschaft hatte schwer zu kämpfen mit den Folgen der Krise der Finanzwirtschaft. Da war es nicht klar, wie die Zahlen für die Gesetzliche Sozialversicherung aussehen würden für das Gesamtjahr 2008, weil ein Anstieg der Arbeitslosigkeit kam und zugleich eine Abnahme der Anzahl der Erwerbstätigen. Die Einnahmen der Gesetzlichen Sozialversicherung waren also auf das gesamte vergangene Jahr nicht abzusehen. Würde es einen Einbruch geben? Oder würde das Geld reichen und möglicherweise gar ein Überschuss erwirtschaftet werden?

                  Doch was gehört eigentlich alles zur Gesetzlichen Sozialversicherung?

                  • Die gesetzliche Krankenversicherung• Die gesetzliche Pflegeversicherung• Die gesetzliche Unfallversicherung • Die gesetzliche Rentenversicherung• Die Alterssicherung für Landwirte• Die Bundesagentur für Arbeit, diese einschließlich der VersorgungsfondsAus diesen sechs Bereichen ergibt sich das Gesamtbild der Gesetzlichen Sozialversicherung. Nicht jeder in unserem Lande muss hier Beiträge leisten, inzwischen wurde jedoch zumindest für die Gesetzliche Krankenversicherung eine Pflicht für alle Bürger unseres Landes gesetzlich erlassen. Insgesamt hat die Gesetzliche Sozialversicherung im vergangenen Jahr einen Überschuss von 6,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Noch im Jahr davor, 2007, hatte der Überschuss 9,0 Milliarden Euro betragen.Die Einnahmen betrugen im Jahr 2008 insgesamt 484,0 Milliarden Euro, was ein Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Jahr 2007 bedeutet. Die Ausgaben stiegen um 2,2 Prozent an auf 477,4 Prozent.

                  Die weiteren Zahlen, heute herausgegeben vom Statistischen Bundesamt:

                  „In der gesetzlichen Krankenversicherung stiegen die Ausgaben (+ 4,7% auf 162,0 Milliarden Euro) und Einnahmen (+ 4,0% auf 162,8 Milliarden Euro) stärker als in der gesetzlichen Sozialversicherung insgesamt. Im Jahr 2008 ergab sich hier ein geringer Finanzierungsüberschuss von 0,7 Milliarden Euro, nach 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2007. In der gesetzlichen Rentenversicherung erhöhten sich die Einnahmen im Jahr 2008 um 2,6% auf 241,7 Milliarden Euro. Die Ausgaben nahmen mit 1,4% deutlich geringer zu und erreichten 238,0 Milliarden Euro. Der Finanzierungsüberschuss im Jahr 2008 von 3,7 Milliarden Euro war damit erheblich höher als im Jahr 2007 (1,0 Milliarden Euro). Die Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit (einschließlich des Versorgungsfonds) gingen im Jahr 2008 um 2,2% auf 36,7 Milliarden Euro zurück. Die Einnahmen sanken kräftig um 13,2% auf 38,4 Milliarden Euro, wesentlich bedingt durch die Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung zum 1. Januar 2008 von 4,2% auf 3,3%. Im Jahr 2008 verblieb dennoch ein Finanzierungsüberschuss der Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 1,6 Milliarden Euro, der allerdings deutlich geringer ausfiel als 2007 (6,6 Milliarden Euro). Die gesetzliche Pflegeversicherung verzeichnete im Jahr 2008 Einnahmen in Höhe von 19,8 Milliarden Euro. Zum Einnahmenzuwachs um 9,7% gegenüber dem Vorjahr hat die Erhöhung des Beitragssatzes von 1,7% auf 1,95% (für Kinderlose von 1,95% auf 2,2%) zum 1. Juli 2008 beigetragen. Die Ausgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung stiegen deutlich langsamer, um 4,4% auf 19,1 Milliarden Euro. Nach einem Finanzierungsdefizit von 0,3 Milliarden Euro im Jahr 2007 konnte die gesetzliche Pflegeversicherung im Jahr 2008 einen Finanzierungsüberschuss von 0,6 Milliarden Euro verbuchen.“ (Quelle: Destatis)

                  Ist überhaupt ein Ausblick möglich für die Gesetzliche Sozialversicherung?

                  Wenn Unternehmen ihre Geschäftsberichte vom vergangenen Jahr veröffentlichen, wagen sie meist auch einen Ausblick auf das laufende Jahr. Diese Prognosen sind oft hilfreich, um zu sehen, wie es sowohl im Bezug auf dieses eine Unternehmen als auch gesamtwirtschaftlich in dem laufenden Jahr weitergehen könnte. Auch bei Banken ist dies ein wichtiger Punkt, um zu sehen, wie der weitere Jahresverlauf aussehen könnte. Gerade für Anleger sind solche Ausblicke wichtig, um eine Zukunftsaussicht zu haben und zu wissen, wo sie ihr Geld anlegen sollten, um die beste Rendite zu erwirtschaften.Die Gesetzliche Sozialversicherung schenkt uns jedoch keinen Ausblick auf dieses Jahr, das so wichtig ist. Es wäre gut zu wissen, wie die Entwicklung auf Arbeitsmarkt und Wirtschaft gesehen wird. Wichtig wäre, einen Anhaltspunkt zu haben. Lediglich von den Gesetzlichen Rentenkassen kamen im Frühjahr Zahlen, die Freude machen und nur sie wagten auch den Ausblick auf das gesamte Jahr 2009. Alle anderen lassen Prognosen offen. Dass dies fast nur Schlechtes bedeuten könnte, davon kann fast ausgegangen werden...


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