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                  Kehrt im Sommer der Aufschwung in unser Land zurück?

                  - 20.04.2009

                  Die Talsohle der Wirtschaftskrise ist langsam erreicht, wie es scheint. Auch wenn der Arbeitsmarkt geschwächt ist und die Arbeitslosenzahlen mit Zeitverzögerung ansteigt, auch wenn die Auftragszahlen in der Industrie eingebrochen sind – es scheint ein Licht am Ende des Tunnels zu geben. Dies prognostiziert zumindest der Leiter des Instituts der Deutschen Wirtschaft, des IW, Michael Hüther. Am Rande der Eröffnung der Hannover Messe sagte er heute: „Ich habe den Eindruck, dass wir die Talsohle im Sommer ausbilden“. Dennoch würde der Aufschwung danach nicht mit fliegenden Fahnen kommen. Hüther ist sich vielmehr sicher: „Wir erwarten danach keinen sprunghaften, sondern einen mühsamen Aufschwung, weil wir nach wie vor Belastungen aus der Finanzwirtschaft haben“. Seiner Ansicht nach ist in der zweiten Hälfte dieses Jahres nicht mit einem wirklich nennenswerten Anstieg zu rechnen.

                  Viele Unternehmen leben im (Mitarbeiter-) Verzicht

                  Erst kürzlich hat das Institut der Deutschen Wirtschaft eine Umfrage gemacht, bei der keine guten Zahlen für die Wirtschaft unseres Landes heraus kamen. Die Krise hat uns voll erwischt, wie das Ergebnis der Umfrage zeigt. • Betriebsbedingte Kündigungen bei zwölf Prozent der Unternehmen• Kurzarbeit bei zehn Prozent der Unternehmen• Verzicht auf Einstellung neuer Mitarbeiter gleich bei 44 Prozent der UnternehmenAußerdem ist eines klar: Die Liquidität der Unternehmen geht immer mehr den Bach herunter. Dennoch scheuen sich viele, nun Kredite aufzunehmen und zu investieren, was das Sinnvollste wäre, um morgen wieder voller Kraft am Start sein und in der ersten Liga spielen zu können. Nur 37 Prozent der vom IW befragten Unternehmen glauben wirklich, dass die Talsohle dieser heftigen Wirtschaftskrise im Sommer tatsächlich erreicht ist. Gleich 21 Prozent glauben indes, dass die momentan herrschende Rezession erst im Herbst ihr Ende finden wird.

                  Der Optimismus kehrt mit ganz langsamen Schritten zurück

                  Aber immerhin ist dabei eines erkennbar: Weit mehr als die Hälfte der Unternehmen in unserem Land glauben, dass noch in diesem Jahr die Talsohle des Krise erreicht sein wird. Noch vor wenigen Monaten grassierte eher die Meinung, dass es in diesem Jahr zu keinem Ende der Rezession kommen würde. Der Pessimismus ist hierzulande also weniger geworden und ein leichter Optimismus macht sich ganz langsam breit. Und bei weitem nicht alle Unternehmen wollen einen Eingriff des Staates in die Wirtschaft mittels Finanzspritzen. Dies sagte der Präsident des BDI, Hans-Peter Keitel heute auf einer Pressekonferenz auf der Hannover Messe. Nur ein Fünftel der Unternehmer befürworten eine staatliche Rettung von Unternehmen vor der Insolvenz“, ließ er klar verlauten. „Diese Position untermauert das erste BDI-IW-Unternehmervotum: 91 Prozent der Unternehmen lehnen die Übernahme eines Industrieunternehmens durch den Staat zur Krisenbewältigung ab. An der Befragung von BDI und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln haben sich gerade mehr als 1000 Unternehmen beteiligt.“, sagte er deshalb dazu. Und er, der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie hat tiefe Einblicke in die Materie, möglicherweise sogar mehr als die ganzen wild durch die Gegend prognostizierenden Wirtschaftsforschungsinstitute, die meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, wie es manchmal scheint.

                  Deutschland braucht kein weiteres Konjunkturpaket, sondern eine effiziente Umsetzung des bisherigen Hilfen

                  Keitel fand in seinem Statement viele klare Worte, die zu denken geben sollten. Hier nur einige Auszüge aus dieser, wie wir meinen, wichtigen Presseerklärung:„Wir brauchen kein drittes Konjunkturpaket. Die bisherigen Pakete reichen. Laut Angaben der OECD tut kein großes Land im Euro-Raum mehr für die Konjunktur als Deutschland. Die USA geben mehr aus, und das müssen sie auch: Das liegt auch daran, dass dort die automatischen Stabilisatoren – also die Ausgaben für die Sozialsysteme – weitaus geringer ausgeprägt sind. Die Grenzen einer vertretbaren Verschuldung sind überall längst erreicht. Schließlich müssen die Schulden spätestens im nächsten Aufschwung auch wieder zurückgezahlt werden. Es ist eine Illusion zu glauben, der Staat könne die Krise wegfinanzieren. Er kann nur die Folgen abmildern und Brücken in die Zukunft bauen.Derzeit hat der Staat alle Hände voll damit zu tun, die beschlossenen Konjunkturpakete effizient umzusetzen – etwa bei der Vergabe der KfW-Kredite oder den Investitionsmitteln. So schwer es auch fällt: Wir müssen Geduld haben und abwarten, bis die Programme wirken. Man kann bei einer schweren Infektion nicht jeden zweiten Tag das Antibiotikum wechseln, nur weil man noch keine Besserung merkt. Das wird spätestens beim dritten Antibiotikum kontraproduktiv – und gefährlich noch dazu. Ziel muss sein, an sich lebensfähige Unternehmen während der Durststrecke zu unterstützen. Voraussetzung dafür ist ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell. Hilfen für Unternehmen führen immer zu Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der Konkurrenten. Deshalb müssen strikte und nachvollziehbare Regeln angewendet werden, und sie müssen für große und kleine Unternehmen gleichermaßen gelten. Sonst sind der Willkür Tür und Tor geöffnet. Es ist nicht die Aufgabe des Staates, sich an Industrieunternehmen zu beteiligen.“ (Quelle: BDI)


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