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                  Auch in den ersten Monaten dieses Jahres: Deutschlands Wirtschaft immer noch im Sog der Krise

                  - 17.04.2009

                  Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie heute bekanntgeben musste, befindet sich unser Land immer noch im Strudel der weltweiten Wirtschaftskrise. So deuten die Indikatoren im Moment an, dass der Abwärtstrend in der deutschen Wirtschaft noch eine weitere Verschärfung erlebt hat in den ersten Monaten dieses Jahres. Bereits im vierten Quartal des vergangenen Jahres war das BIP, das Bruttoinlandsprodukt, auf 2,1 Prozent zurück gegangen. Das BIP ist der Maßstab für die Wirtschaftsleistung eines Landes, wird in der ganzen Wirtschaftwelt auch verwendet als einheitliches Maß und ist deshalb eine wichtige Messlatte für den Stand eines Landes im Bezug auf die Wirtschaft.

                  Das Umfeld verschlechtert sich - und die Prognosen gehen weiter nach unten

                  Das Bundeswirtschaftsministerium sieht zwar „einige erste Hoffnungszeichen“, dennoch wird auch klar gesehen, dass sich „das internationale Umfeld weiter verschlechtert“ hat. Viele internationale Organisationen, darunter auch der IWF, der Internationale Währungsfonds, haben ihre Prognosen im Bezug auf die Weltwirtschaft und den Welthandel inzwischen korrigiert, nach unten wohlgemerkt. Nach den bisherigen Zahlen ist auch ein Einbruch der deutschen Exporte im ersten Quartal dieses Jahres zu erkennen, was unter anderem die Binnenwirtschaft unseres Landes belastet und auch die Investitionsbereitschaft der deutschen Unternehmen stark eingeschränkt hat. Auch die Industrieproduktion wurde inzwischen davon erfasst und weiter zurückgefahren, und dies auf einem nicht gerade geringem Level. Doch auch einige Bereiche der Dienstleistungsbranche sind inzwischen betroffen von dem wirtschaftlichen Rückgang. Dazu schreibt das Bundeswirtschaftsministerium unter anderem: „Zunehmend werden die Folgen des Konjunkturabschwunges am Arbeitsmarkt sichtbar. Die kräftige Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld mildert die negativen Folgen derzeit noch ab.“ Noch interessanter ist jedoch, was das für Wirtschaftsfragen zuständige Ministerium über die weitere Entwicklung schreibt. „In Deutschland entfalten die Konjunkturpakete erste Wirkungen. Sie dürften den privaten Konsum, im weiteren Jahresverlauf aber auch den Bau stützen. Hinzu kommt die anhaltende Entspannung bei den Preisen. Auch bei den Geschäftserwartungen der Unternehmen gab es erste Signale einer weniger negativen Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung im späteren Jahresverlauf.“ heißt es da in der aktuellen Mitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

                  Das wichtigste Thema in der deutschen Wirtschaft: Immer noch die Abwrackprämie

                  Im Moment sorgt vor allem die Abwrackprämie für positive Impulse für die Zahlen der deutschen Wirtschaft. Diese Maßnahme zur Belebung der Konjunktur scheint mehr und mehr zu greifen. Das Bundeswirtschaftsministerium schreibt dazu: „Der private Konsum wird derzeit von gegenläufigen Entwicklungen bestimmt. Zwar schwächten sich die Einzelhandelsumsätze (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) im Februar weiter um preis- und saisonbereinigt 0,2 % ab, nach -0,9 % im Januar. Der Absatz von PKW erhielt durch die Umweltprämie jedoch kräftige Impulse. Im Februar stieg das Umsatzvolumen im Handel mit Kraftfahrzeugen saisonbereinigt deutlich um 11,8 % an; die Zahl der Neuzulassungen von Personenkraftwagen schnellte im Februar und März in die Höhe. Auch die Tariflohnentwicklung stärkt zusammen mit dem nachlassenden Preisauftrieb und den konjunkturpolitischen Maßnahmen die Kaufkraft des realen Einkommens. Dämpfende Effekte gehen allerdings von der sich verschlechternden Arbeitsmarktlage aus.“ Dennoch sollte auch gesehen werden, dass diese Maßnahme nur einer Branche wirklich unter die Arme greift – und andere Wirtschaftsbereiche dabei vernachlässigt werden. Die Menschen kaufen derzeit, eben aufgrund der Förderung durch die Abwrackprämie, die immerhin 2.500 Euro beträgt, lieber ein neues Auto, anstatt ihr Geld für andere Produkte auszugeben. Dies kann vor allem an den immer stärker rückläufigen Zahlen des Produzierenden Gewerbes gesehen werden. Doch auch die Abwrackprämie wird nicht ewig so weiterlaufen. Von 2.000.000 insgesamt möglichen Anträgen auf die Gewährung der Umweltprämie wurden bereits 1.269.307 Anträge gestellt. Es ist also alles nur noch eine Frage der Zeit, bis auch hier der Absatz einbricht, und dann wird es richtig heftig für die Autobranche, die in großen Teilen über die Abwrackprämie am Jubeln ist. Heute gab das für die Abwrackprämie zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle dann auch endlich bekannt, dass ab sofort die ersten Reservierungsbescheide versandt werden. Viele Autofahrer dürfen sich also bald über einen positiven Bescheid freuen. Wenigstens etwas in diesen wirtschaftlich immer noch schweren Zeiten.


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