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                  Die Rettungsübernahme naht - Bundesregierung legt Übernahmeangebot für HRE-Aktien vor

                  - 09.04.2009

                  Mit dem heute vorgelegten Angebot liegt SoFFin, der Finanzmarktstabilisierungsfonds, der im Auftrag der Bundesregierung handelt, ein höher als erwartetes vor. An der Börse war bis zuletzt vermutet worden, dass SoFFin auch nur den Preis bieten würde, den das Gesetz als Mindestgebot vorgibt – und dieser liegt bei 1,26 Euro. Der nun gebotene Preis je Aktie der Hypo Real Estate liegt also um die 16 Prozent höher als der Mindestpreis, worüber sich die Aktionäre der finanziell schwer angeschlagenen Bank natürlich sehr freuen dürften. Warum die Bundesregierung den Preis nun höher angesetzt, wird in der Mitteilung von SoFFin zu dem Übernahmeangebot auch gleich erklärt: "Das Angebot ist die Gelegenheit für die HRE-Aktionäre, zu einem attraktiven Preis aus ihrem Investment auszusteigen". Aufgrund des unerwartet hohen Angebotes von SoFFin stieg der Wert der Aktie im vorbörslichen Handel um 15 Prozent auf 1,38 Euro. Dennoch wird davon ausgegangen, dass sich nur noch bis zu zehn Prozent der Aktien der Hypo Real Estate im freien Streubesitz befinden, der Rest von Profis gehalten wird.

                  Kommt es zu einer völligen Übernahme der Hypo Real Estate?

                  Bereits heute hält die Bundesregierung 8,7 Prozent der Anteile an dem Münchner Immobilienfinanzierer. Doch damit gibt sich das Kabinett in Berlin nicht zufrieden. Nachdem die Hypo Real Estate immer mehr zugrunde gewirtschaftet zu sein schien und inzwischen mehr als 100 Milliarden Euro an Steuergeldern bekommen hat, reicht es den Damen und Herren in Berlin ganz gehörig. Doch nicht nur die Berliner Bundespolitik stützt das Vorhaben Enteignung, auch die Länder haben erst kürzlich im Bundesrat dem Rettungsübernahmegesetz zugestimmt. Dienstag unterschrieb dann auch Bundespräsident Köhler das nicht nur für den deutschen Finanzmarkt so wichtige Gesetz.Damit ist der Weg nun frei zu einer Übernahme, bei der die Bundesregierung insgesamt maximal 290 Millionen Euro auf den Tisch legen will. Angesichts der inzwischen in die Rettung der Hypo Real Estate gepulverten Milliarden tatsächlich nur eine verschwindend geringe Summe, Peanuts eben, wie der gute Hilmar Kopper, der ehemalige Vorstandssprecher im Jahre 1994 so schon raus ließ. Das Wort wurde damals übrigens zum Unwort des Jahres erklärt. Angesichts der horrenden Summen, welche die Rettung der ganzen maroden Banken weltweit verschlingt, wären wir hingegen heute froh, wenn es wirklich nur um Peanuts ginge. Denn damit wurde, noch zu Zeiten der Deutschen Mark die Summe von 50 Millionen DM bezeichnet. Ja, wären es doch heute nur Peanuts. Aber die Summen, welche die Finanzkrise weltweit an Verlusten gebracht hat, liegen um ein Vielfaches höher. Der IWF geht nach Medienmitteilungen davon aus, dass die Gesamtsumme der Abschreibungen, die Banken aufgrund von Verlusten durch die Finanzwirtschaftskrise vornehmen müssen, weit höher liegt, als bisher vermutet. Nun sind wir bereits bei vier Billionen US Dollar an Miesen angekommen. Eine unvorstellbare Summe. Und dennoch ist noch lange kein Land in Sicht, wie es scheint.

                  Doch ist die Hypo Real Estate wirklich systemrelevant?

                  Die Meinungen über die Wichtigkeit des schwer angeschlagenen Münchner Immobilienfinanzierers gehen indes munter weiter in unterschiedliche Richtungen. Es gibt Experten, die sagen, die HRE sollte an die Wand gefahren werden, und die Bank hätte keinerlei Systemrelevanz, also Bedeutung für den Finanzmarkt unseres Landes und schon gar keine für den Rest der Finanzwelt. Andere hingegen meinen, dass eine Pleite der Hypo Real Estate die gesamte deutsche Finanzwirtschaft in die Talsohle reißen würde, mit bitteren Folgen für das ganze Land. Ein dritter Meinungspunkt ist der, dass die HRE bei weitem nicht nur von Relevanz ist für das Bankensystem in unserem Land, sondern für die Finanzmärkte in der ganzen Welt von Bedeutung ist – und ein Zusammenbruch des Immobilienfinanzierers in etwa die desaströsen Folgen nach sich ziehen würde, die mit der Pleite der Lehman Brothers, der US-Investmentbank, über die globale Finanzwelt hereinbrachen. Die Experten sind also geteilter Meinung, was denn nun sinnvoller ist. Die Bundesregierung hat sich auf jeden Fall für eine Übernahme der Hypo Real Estate entschieden, im äußersten Falle, der ultima ratio, auch mittels einer Zwangsenteignung der Aktionäre.

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