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                  Die Commerzbank, ihre eigene „Bad Bank“ und die pro forma Zahlen von 2008

                  - 27.03.2009

                  Heute hat die Commerzbank ihre Geschäftszahlen für das vergangene Jahr vorgelegt – pro Forma. Dabei ergab sich ein operatives Ergebnis von mehr als 5,4 Milliarden Euro im Minus, ein Betrag, der einen erst einmal schlucken lässt. Der größte Teil davon kam durch die Übernahme der Dresdner Bank zustande, die gleich mit einem Minus von 4,661 Milliarden Euro eine tiefe Kerbe in die Bücher der Commerzbank schlug. Doch dieser tiefe Schnitt wird von dem Vorstandssprecher, Martin Blessing, dann auch direkt in den Ausblick für das laufende Jahr mit einbezogen. Der derzeitige Vorstandsvorsitzende der Dresdner Bank, die bis Ende des nächsten Jahres endgültig Vergangenheit sein sollte, hat deshalb für den Zusammenschluss beider Banken nur eine positive Sicht in Sachen Zukunft. „Das Jahr 2009 wird insbesondere durch die Integration der Dresdner Bank geprägt sein. Der Zinsüberschuss sollte weiter ansteigen. Im Zuge der Erstkonsolidierung der Dresdner Bank werden die Verwaltungsaufwendungen wachsen. Für 2009 werden Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von rund zwei Milliarden Euro erwartet. Wenn die Auswirkungen der weltweiten Zinssenkungen ab dem Jahr 2010 die Wirtschaft wieder beleben, wird Deutschland aber voraussichtlich stärker wachsen als der übrige Euroraum. Davon kann die neue Commerzbank profitieren.“ Sonst heißt es nur, fast lapidar: „Es ist momentan nicht möglich, eine seriöse Prognose für das Ergebnis des Geschäftsjahrs 2009 abzugeben“. Tja, als wenn wir das alle nicht bereits vorher schon gewusst hätten. Doch auch der Rückblick wird gewagt, wenn nur kurz. "Das Jahr 2008 war von den Auswirkungen der Finanzmarktkrise geprägt. Dennoch haben wir wichtige Schritte unternommen, um unsere Position zu verbessern.“ sagte Blessing dazu.

                  Doch immer noch ist eine ganze Menge Gift in den Büchern

                  Laut des Geschäftsberichtes ist dort noch einiges gelagert an faulen Krediten und Risikoanlagen. Bei der Commerzbank sind es 15,5 Milliarden Euro, bei der Dresdner Bank mit 39,9 Milliarden Euro sogar fast das Doppelte an schlechten Papieren, die so schnell wie möglich entsorgt werden müssen. Diese sollen nun ausgelagert werden. „Wir werden diesen toxischen Portfolios besonderes Augenmerk schenken“, sagte Martin Blessing zu dieser neuen Verfahrensweise. Interessant ist, dass die Krise nun bald 1 ½ Jahre anhält seit ihrem Beginn in den USA im November 2007, aber erst jetzt langsam bei den Bankern der Groschen zu fallen scheint. Die staatliche Anleihe von fünf Milliarden Euro, die über drei Jahren soll und die von SoFFin, dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, kommt, hat der Commerzbank über Schlimmeres hinweg geholfen, vieles konnte jedoch auch aus eigener Kraft geschafft werden, immerhin etwas kann man da nur sagen.

                  Viele schöne bunte Bilder – Und dazu nackte, harte Zahlen

                  Der heute vorgelegte Geschäftsbericht der Commerzbank kommt daher wie das Hochglanzprospekt für ein neues Finanzprodukt. Ob da mit die nackten Zahlen, die alles andere als schön und werbend sind, übertüncht werden sollen? Immerhin wird in diesem netten „Prospekt“ auch eine Erklärung dafür abgegeben, wie es eigentlich trotz der Krise zu der Übernahme der Dresdner Bank kam: „Keine Frage, die Finanzmarktkrise hat beiden Häusern stark zugesetzt. Sie hat uns jedoch auch darin bestärkt, dass dieser Zusammenschluss strategisch richtig war und ist. Denn zusammen werden wir langfristig eine Bank schaffen, die stärker, robuster und krisenfester ist, als es die beiden Häuser für sich allein waren. Ein Beispiel ist unsere starke Position im Auslandsgeschäft: Rund 25% des deutschen Außenhandels werden von der neuen Commerzbank finanziell abgewickelt. In vielen Bereichen werden wir unseren Kunden ein noch leistungsfähigeres Angebot machen können. Das ist eine gute Basis für weiteres Wachstum.“Viele nette bunte Bilder, schöne neue Bankwelt? Erst die nächsten Geschäftszahlen, jene von diesem Jahr, werden im nächsten Frühjahr zeigen, ob wirklich die richtige Richtung eingeschlagen wurde oder ob all das nur ein Irrtum und gar ein Fehlgriff war. Alles andere kann nur vermutet werden bis dahin. Dazu übrigens noch eine kleine Erklärung der Redaktion zum Begriff pro forma. Dieser entstammt dem lateinischen Sprachgebrauch und bedeutet „der Form halber“, „der Form nach“, aber auch „zum Schein“. Und da stellt sich eine Frage jedoch ganz brennend angesichts der heute veröffentlichten Zahlen der Commerzbank: War diese Übernahme überhaupt nötig?(Quelle der Zitate: Commerzbank AG)

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