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                  Der langsame Rückzug des Josef Ackermann – Die Tage des Abschieds sind gezählt

                  - 09.03.2009

                  Die Monate rasen dahin, in denen der Abschied des Josef Ackermann naht. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank wird seinen letzten Auftritt als Thronherr am Tag der Aufsichtsratssitzung des nächsten Jahres haben. Gerüchte darüber, dass er danach für nur einen Franken Gehalt bei der Schweizer Großbank anheuern würde, wie so einige Schweizer Medien es unlängst berichtet haben, verwies er in das Reich der Märchen: „Bei allem Patriotismus, aber da träumt wohl jemand.“, waren seine einzigen Worte dazu.

                  Nicht mehr ganz ausgelastet sein? – Aber auf zu neuen Ufern

                  In den Ruhestand aber wird es ihn nicht treiben. Seine Aufsichtsratsmandate bei Shell und bei Siemens wird er auch weiter behalten nach seinem Rückzug aus den Bankgeschäften. Und: "Ich habe einen Lehrauftrag an der London School of Economics und an der Uni Frankfurt. Das macht mir Freude, lastet mich aber natürlich nicht aus". Dies sagte er erst kürzlich dem Handelsblatt, dem er jetzt ein Exklusivinterview gewährte. Darin geht es um Verstaatlichung, um die Hypo Real Estate und um den Start seiner Bank, der Deutschen Bank, ins laufende Jahr 2009. Und Ackermann sagt dabei klar ja zu einer staatlichen Hilfe, wenn sie das letzte Mittel zur Rettung ist. Doch er sieht auch klar, dass „niemand künstlich am Leben gehalten wird“.

                  Dringend benötigt: „Ein gutes Verständnis der globalen Zusammenhänge“

                  So sagt er denn auch offen, was von vielen Politikern aus der Großen Koalition schon kam: „Die Rettung der HRE ist von größter Bedeutung für den Finanzplatz Deutschland.“ Und er ist einer, der es wissen muss. Vielleicht ist er derjenige mit den tiefsten Einblicken in die Bankenwelt in unserem Lande. Deshalb sind seine Worte auch klar, als er gefragt wird, was er seinem Nachfolger denn mit auf den Weg geben würde. „Der Chef der Deutschen Bank braucht ein gutes Verständnis der globalen Zusammenhänge, zugleich aber auch der deutschen Verhältnisse, und er muss die unterschiedlichen Kulturen in den verschiedenen Geschäftsbereichen erfolgreich zusammenführen können. Gemeinsames Ziel ist und bleibt der Erfolg der Gesamtbank. Der Chef der Deutschen Bank steht in Deutschland außerdem extrem stark unter Beobachtung und oft im Kreuzfeuer der Kritik, weil er in gewissem Sinne hier auch eine politische Rolle spielt. Mit dieser Situation muss man gut umgehen können und zusammen mit dem Führungsteam den gemeinsam als richtig erachteten Weg konsequent weitergehen.“


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