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Bittere Worte von Innenminister Schäuble – Opel soll in die Insolvenz
- 06.03.2009
Kein tragfähiges Konzept, dafür viele bunte Bilder. Und Patente, die längst als Sicherheiten beim US-Finanzministerium liegen – das ist Opel in diesen Tagen. Und noch etwas ist verfahren: Opel ist so gut wie pleite. Werkshallen und Gebäude, all das gehört schon lange nicht mehr dem deutschen Autobauer, sondern dem amerikanischen Mutterkonzern General Motors. Nun will Bundesinnenminister Schäuble die Insolvenz für Opel, denn: "Unser modernes Insolvenzrecht ist ja gerade nicht auf die Zerstörung, sondern den Erhalt von wirtschaftlichen Werten ausgerichtet". Und: "Wir müssen begreifen, dass für das Durchstehen einer solchen Krise ein modernes Insolvenzrecht eine bessere Lösung ist als die Staatsbeteiligung.“ Dies sagte er dem „Handelsblatt“ in einem Interview. Das klingt alles schön und gut - und auch sehr schlüssige Worte. Nur kommt es bei einem Insolvenzverfahren jedoch vor allem immer auch auf die Gläubiger und den Insolvenzverwalter an. Und auf ein Sanierungskonzept, das realistisch durchgeführt werden kann und einen wirklich nachhaltigen Geschäftserfolg mit sich bringen könnte.
Insolvenz = Verlust von hunderttausenden von Arbeitsplätzen in Europa?
Insgesamt hat Opel gut 25.000 Mitarbeiter und vier Standorte in Deutschland. Rüsselsheim ist der Stammsitz des seit 1929 als Aktiengesellschaft fungierenden Unternehmens. Seit damals ist die ehemalige Adam Opel GmbH auch in den Händen des US-amerikanischen Autobauers. Neben dem Hauptstandort Rüsselsheim hat der deutsche Autohersteller noch Werke in Eisenach, Bochum und Kaiserslautern. Nach Angaben des Opel-Managements würde eine Insolvenz möglicherweise das Aus bedeuten für 300.000 Arbeitsplätze in Europa und 100.000 in Deutschland, hierbei sind die Jobs bei Zulieferern, die durch einen Zusammenbruch bei Opel wegfallen würden, mit eingerechnet. Doch die Zukunft wird im Moment in immer graueren Farben gemalt für Opel. Ein heutiges Treffen von Vertretern der Bundesregierung und von Opel und General Motors ging im Kanzleramt ergebnislos zu Ende.
Das immer noch fehlende Konzept und inkompetente Manager beim Autobauer
Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte nach dem Abbruch der Gespräche, es gäbe noch „viele Fragen, die zu klären sind“. Immer noch wartet die Bundesregierung auf ein schlüssiges Modell zur Sanierung von Opel. Hier scheint der Haken momentan zu hängen. Sind die Manager von Opel möglicherweise die ganze Zeit nur Marionetten von General Motors gewesen und haben deswegen nun keine Ahnung, wie sie handeln sollte, weil sie aufgrund mangelnder Kenntnisse über das Innenleben von Opel schlichtweg überfordert sind?
