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Opel doch vor dem Aus? – Das Dilemma mit den fehlenden Patenten
- 27.02.2009
Man stelle sich vor: Ein Unternehmen baut erfolgreich Fahrzeuge, verkauft diese in aller Welt und möchte die Produktion auch weiterführen. Dann aber stellt sich heraus, dass die Rechte an den Fahrzeugen, die das Unternehmen herstellt, gar nicht in der Hand des Unternehmens ist. Sprich: Wenn der wirkliche Rechteinhaber dann sagt, ihr dürft meine Fahrzeuge aber nicht mehr bauen, dann ist das aller Wahrscheinlichkeit nach das völlige Aus für das Unternehmen. So geht es im Moment Opel. Der Autobauer hängt nicht nur an einem staatlichen Tropf, sondern ist vielmehr in sämtlichen Bereichen von seinem Mutterkonzern General Motors abhängig. Sei es der Vertrieb oder die Beschaffung der Fahrzeugteile, alles wurde in den vergangenen Jahren im großen Stil von GM abgewickelt. Nun aber, da der US-Autobauer am schwanken und wohl auch bald in die Pleite gehen wird, kommt eine noch bittere Tatsache an die Öffentlichkeit: Opel besitzt kein einziges der Patente und kein einziges der Rechte an den Fahrzeugentwicklungen, die in den vergangenen Jahren durch die Mitarbeiter von Opel gemacht wurden, vor allem im Rüsselsheimer Forschungs- und Entwicklungswerk. Dies berichtet zumindest die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Und wie man sicher vermuten könnte, wird dies wohl auch der Wahrheit entsprechen. General Motors scheint also seine Hand auf allem zu haben, was irgendetwas mit Opel zu tun hat. Das bedeutet: Ohne die („Blut“-)Versorgung durch den Mutterkonzern ist Autohersteller mit Stammsitz in Rüsselsheim nicht handlungsfähig und kann im wahrsten Sinne des Wortes von einer Sekunde auf die andere sämtliche Werke schließen und alle Arbeiten einstellen – wenn General Motors den Versorgungskanal abstellt. Derweil findet in Rüsselsheim die wichtige - und möglicherweise alles Entscheidende – Aufsichtsratssitzung von Opel statt. Hier wird über Gedeih und Verderb entschieden werden, und vielleicht über den Untergang eines Autoherstellers, der derzeit mit seinem Modell Insignia an vorderster Stelle steht, und doch nicht alleine agieren und überleben kann.
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