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                  Ein Gewinner streicht Stellen – SAP vor einer Wende

                  - 28.01.2009

                  Vor Jahren, als die Erfolgsgeschichte von SAP begann, schien es einfach immer nur noch bergauf zu gehen. Erfolg um Erfolg wurde eingeheimst, die entwickelten Programme gingen weg wie warme Semmeln und niemand hätte geglaubt, dass es eines Tages zu einer Trendwende kommen würde. Heute sieht die Lage anders aus und die Uhren ticken nicht mehr so, wie sie es früher taten. Deshalb hat SAP heute, bei der Bekanntgabe der vorläufigen Bilanz für das vergangene Jahr die Ankündigung gemacht, dass um die 3.300 Stellen gestrichen werden sollen.

                  Der Rotstift kommt als Sparmaßnahme

                  Das sind fast sechs Prozent der derzeit weltweit 51.800 Mitarbeiter, eine nicht gerade geringe Ansetzung des Rotstiftes. Begründet wird der drastische Schritt von SAP mit der immer noch währenden Krise: „Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise hat die Unternehmensführung der SAP weit reichende Sparmaßnahmen beschlossen, um gestärkt daraus hervorzugehen. Im Zuge dieser Sparmaßnahmen wird es global auch zu Stellenanpassungen kommen.“ Und: „Die Unternehmensführung wird mit Nachdruck alle Sparmaßnahmen verfolgen, um möglichst viele Jobs nachhaltig zu sichern. Stellenanpassungen sind jedoch nötig, um den langfristigen Erfolg der SAP im Interesse aller Beteiligten zu wahren. Auf dieser Seite stellt das Unternehmen weitere Informationen zu den beabsichtigten Maßnahmen bereit.“

                  Doch der Gewinn stimmt unter dem Strich immer noch

                  Dass die Stellenstreichungen angesichts der vorläufigen Zahlen für 2008 eine Farce ist, sollte jedoch nicht unerwähnt bleiben. Denn: SAP macht Gewinne. Und das – trotz der Krise, auf die man so gerne Bezug nimmt, in für diesen Zeiten nicht gerade im geringen Maße. Die Zahlen und Fakten bestätigen dies:  Die software- und softwarebezogenen Serviceerlöse (US-GAAP) stiegen im Geschäftsjahr 2008 gegenüber dem Vorjahr um 14 % auf 8,46 Mrd. € (2007: 7,43 Mrd. €). Die software- und softwarebezogenen Serviceerlöse (Non-GAAP), die um einmalige Abschreibungen auf die abgegrenzten Supporterlöse aus der Akquisition von Business Objects von rund 166 Mio. € bereinigt sind, stiegengegenüber dem Vorjahr um 16 % auf 8,62 Mrd. € (2007: 7,43 Mrd. €). Ohne Berücksichtigung der Wechselkurseinflüsse bedeutet dies einen Anstieg um 20 %.  Ohne den Beitrag von Business Objects trugen die Ergebnisse von SAP 6 Prozentpunkte zum Wachstum der software- und softwarebezogenen Serviceerlöse (Non-GAAP) ohne Berücksichtigung der Wechselkurseinflüsse bei.  Der Gesamtumsatz (US-GAAP) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 13 % auf 11,57 Mrd. € (2007: 10,24 Mrd. €). Der Gesamtumsatz (Non-GAAP), der um einmalige Abschreibungen auf die abgegrenzten Supporterlöse aus der Akquisition von Business Objects von rund 166 Mio. € bereinigt ist, erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 15 % auf 11,73 Mrd. € (2007: 10,24 Mrd. €). Ohne Berücksichtigung der Wechselkurseinflüsse entspricht dies einem Anstieg um 19 %. Die Softwareerlöse (US-GAAP) erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 6 % auf 3,61 Mrd. € (2007: 3,41 Mrd. €). Ohne Berücksichtigung der Wechselkurseinflüsse wuchsen die Softwareerlöse um 10 %.

                  Viele Mitarbeiter müssen gehen, doch die Dividende wird ausgeschüttet

                  Für dieses Jahr wurde noch keine Prognose ausgegeben, hier scheut man sich wohl, sich in die Karten schauen zu lassen. Vom nächsten Jahr an will Europas größter Hersteller von Software jedoch mindestens 300 Millionen bis zu 350 Millionen Euro einsparen. Natürlich werden die Marktbedingungen im Laufe der Zeit nicht besser werden, ob sie jedoch schwieriger werden für eine in großem Stil vertriebene Software, dies sei einmal dahingestellt. Dafür stieg die SAP-Aktie nach der Ankündigung der Stellenstreichungen und der Sparmaßnahmen auf im Moment 45,98 Euro, was ein Plus von 2,70 Prozent bedeutet. Denn eines wurde auch noch gesagt: Dass es bei der Dividende bleiben würde. Der Finanzvorstand von SAP, Werner Brandt, kündigte an, dass weiterhin 30 Prozent als Dividende ausgeschüttet werden würden. Die Aktionäre können sich also freuen, die Mitarbeiter des Softwareherstellers nicht. Zwar wurde gesagt, es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben, ABER wer bei solchen Stellenstreichungen ein wenig genauer hinsieht, der weiß, dass hier immer viel mit Abfindungen und dem Drängen zur Eigenkündigung des Mitarbeiters gearbeitet wird…


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