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Die bitteren Konsequenzen – Islands Handelsminister tritt zurück
- 26.01.2009
Im vergangenen Jahr hatten die drei isländischen Banken, Kaupthing, Glitnir und Landsbanki in aller Welt mit ihren hohen Zinsen für ihre Geldanlagen geworben. In vielen Ländern gab es damals noch Niederlassungen, die jedoch nicht der Einlagensicherung des jeweiligen Landes unterlagen, sondern auch weiterhin dem isländischen Recht. Das wurde natürlich nicht in den Anzeigen gesagt, mit denen die verschiedenen Geldanlagen überall großzügig beworben wurden. Die Zinsoffensive zog Anleger aus aller Welt zu den Niederlassungen der drei isländischen Banken.
Der Fast-Bankrott
Die Sparer, die ihr Geld dann in Tagesgeld oder Festgeld anlegten bei einer der drei genannten Banken, schauten dann böse in die Röhre, als letztes Jahr im Herbst plötzlich innerhalb kurzer Zeit alle drei verstaatlicht wurden. Doch nicht nur die Banken gingen den Bach runter. Eine Zeitlang sah es sogar so aus, als würde der ganze Inselstaat bankrott gehen an dem, was unter dem Wegschauen von Regierung und Finanzaufsicht passiert ist. Die Wirtschaft kollabierte zum Teil, die Arbeitslosigkeit stieg in neue Dimensionen herauf, und auch der Leitzins wurde in schwindelerregende Höhe gesetzt. Eine irre Maßnahme, die nur das Gegenteil dessen bewirken konnte als das, was wirklich gut gewesen wäre für die Wirtschaft Islands.
Die Stimme des isländischen Volkes
Dann begannen die Proteste. Die Bürger Islands gingen zu tausenden auf die Straße. Dies mag sich vielleicht wenig anhören, dies zu tausenden. Doch wer bedenkt, wie wenig Einwohner Island hat, der sieht, wie groß der Anteil der Demonstranten an der Bevölkerung ist. Nach monatelangen Protesten hatte die Regierung erst Neuwahlen angekündigt, auf den 9. Mai dieses Jahres. Danach trat nun – endlich, mag der Betrachter des ganzen isländischen Chaos sagen – der Handelsminister zurück. Dieser ist für die Wirtschaft des Landes verantwortlich, und auch für den obersten Chef der Bankenaufsicht. Nun ist Björgvin Sigurdsson, der Handelsminister, Vergangenheit. Ebenso wie sein Untergebener, der Chef der isländischen Bankenaufsicht. Der Weg ist nun frei gemacht für einen Neuanfang für ein Land, das durch sein eigenes finanzwirtschaftliches Verhalten sehr viel an Ansehen verloren hat in der ganzen Welt. Daran wird Island auch dann wohl noch zu knabbern haben, wenn es wirtschaftlich wieder auf die Beine gekommen ist, dank der Hilfe aus anderen Ländern und das in Milliardenhöhe. Aus eigener Kraft wäre es nicht mehr hochgekommen und der Bankrott wäre voraussehbar gewesen.
Noch eine Anmerkung zum Thema Tagesgeld und Festgeld
Wer sein Geld anlegt, sollte immer darauf achten, dass die Bank, bei der man ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto eröffnen möchte, auch im Einlagensicherungsfonds der privaten Banken Mitglied ist. Sollte dies nicht der Fall sein, kann man nur raten, die Finger von einer solchen Geldanlage zu lassen, egal wie verlockend die Zinsen auch klingen mögen. Nur diese freiwillige Erweiterung der gesetzlich vorgeschriebenen Einlagensicherung gibt dem Sparer die Gewissheit, sein Geld im Falle einer Bankpleite auch wirklich zurück zu erhalten. Im Falle Islands kann man sehen, wie es nicht laufen sollte, und wo man als Anleger aufpassen muss. Die Werbung verspricht viel, aber es müssen eben auch die Konditionen stimmen, und dies war bei den isländischen Banken, Kaupthing, Glitnir und Landsbanki nicht der Fall.
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