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Zahltag für die Aktionäre von Continental – Doch Schaeffler kriegt nicht mal die Hälfte
- 08.01.2009
Das Hin und Her um die Übernahme des Autozulieferers Continental beherrschte vor einigen Monaten wochenlang die Zeitungen unserer Republik. Irgendwann dann willigte der Vorstand in eine Übernahme ein, die Finanzaufsicht BaFin genehmigte das Gebot der Schaeffler-Gruppe je Conti-Aktie und auch die Wettbewerbsaufsicht der Europäischen Union, die EU-Kommission nickte die Übernahme ab. Heute nun ist Zahltag, das Familienunternehmen Schaeffler zahlt die Aktionäre von Conti aus, zumindest jene, von denen sie die Aktien übernehmen. Gleich mal 75,- Euro blättert das Unternehmen aus Herzogenaurach hin, und will nun jedoch, anscheinend von heute auf morgen, nicht mal mehr die Mehrheit von Continental übernehmen. Nur noch 49,9 Prozent will man an Aktien halten, den Rest an die eigenen Banken weitergeben.
Und weshalb nur so wenig Aktien?
In der Investorenvereinbarung, die Schaeffler abgeschlossen hat, steht ein Passus, der eine vollständige Übernahme bis 2012 untersagt. Bis dahin darf der Hersteller von Wälzlagern nur maximal 49,99 Prozent der Aktien halten. Dies ist knapp unter der Mehrheit. Da Schaeffler jedoch am Ende dieses Tages wohl um die 90 Prozent von Continental halten wird, dürfen die Aktien nicht in den eigenen Pool, sondern sie werden weitergereicht, unter anderem an Sal. Oppenheim mit Sitz in Köln und an das Bankhaus Metzler, mit Sitz in der deutschen Bankenhauptstadt Frankfurt. Diese Investorenvereinbarung ist übrigens nicht jedem bekannt, weshalb es für sehr viel Verwunderung sorgte, dass Schaeffler nun doch nur so wenig der Aktien für sich haben will. Derweil gehen die Querelen zwischen dem Vorstand von Schaeffler und dem Vorstand von Continental weiter. Die Hahnenkämpfe um die Macht bei Conti haben begonnen, könnte man meinen.
Die schwache Seite der Schaeffler-Gruppe
Auch wenn es immer wieder von Seiten des Familienunternehmens zurück gewiesen worden war, die finanziellen Probleme sind nicht weniger geworden. Nun leider auch der Wälzlager-Hersteller unter den Folgen der schwächelnden Autoindustrie, die Zulieferer sind schnell von der Krise getroffen, wie man schon bei anderen Unternehmen der gleichen Branche in der vergangenen Zeit feststellen konnte. Nun muss Schaeffler gleich an zwei Fronten kämpfen – zum einen gegen die Krise, die zu Einbrüchen bei der Auftragslage führt, auf der anderen Seite gegen die finanziellen Folgen der Übernahme der Conti-Aktien. Die 75,- Euro, die man je Aktie zahlt, liegen inzwischen weit über dem Wert der Aktie, der derzeit bei um die 31,- Euro liegt. Ein Verlustgeschäft also, das Schaeffler erst einmal wieder amortisieren muss. Dies wird aber sehr schwierig sein angesichts der Krise der Autobranche. Vielleicht war die Übernahme ein Fehlgriff, den man sich irgendwann auch eingestehen müsste, bevor das ganze Imperium deswegen untergeht.
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