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Massenentlassungen in der Zeitarbeit – Verdi fordert Maßnahmen von Regierung und Unternehmen

Von der Redaktion - 01.01.2009

Sie sind die Beschäftigten, die in den Anfängen eine Wirtschaftskrise immer die ersten sind, die ihre Stellen verlieren – die Zeitarbeiter. Petra Gerstenkorn von der Gewerkschaft ver.di sagte zum heutigen Jahresbeginn, dass es inzwischen 100.000 Leiharbeiter sind, die von ihren Zeitarbeitsfirmen inzwischen nach Hause geschickt wurden."100.000 Leiharbeiter sind ihre Arbeit schon los. Diese regelrechten Massenentlassungen müssen sofort aufhören", sagte Gerstenkorn heute in Berlin. Die großen Unternehmen der Zeitarbeit, Adecco, Randstad und Manpower, stünden nun in Pflicht, für eine Erhaltung der Arbeitsplätze zu sorgen.

Verdrehte Tatsachen: Auf der einen Seite Entlassungen, auf der anderen Seite Mitarbeitersuche per Werbespot

Wer in den letzten Tagen im Kino war, konnte dort bei der Vorschau unter anderem einen Werbefilm der großen Zeitarbeitsfirma Adecco sehen. Während auf der einen Seite massenweise Leiharbeiter entlassen werden, wirbt man um neue Mitarbeiter. Ist dies Sarkasmus pur, der den entlassenen Mitarbeitern nun um die Weihnachts- und Silvesterzeit angetan werden sollte? "Die Unternehmen haben in den vergangenen Jahren gigantische Gewinne eingefahren. Jetzt müssen sie dafür auch das Risiko der verleihfreien Zeit tragen. In dieser Zeit können Beschäftigte weiter qualifiziert werden, was letztlich den Verleihern selbst zugute kommt“, sagte Gerstenkorn weiter. Und genau damit trifft sie den Nagel auf den Kopf. Die Zeitarbeitsfirmen haben sich zum Teil eine sehr goldene Nase an ihren Leiharbeitern verdient, die oftmals gerade ein paar Kröten für ihren nicht gerade leichten Job verdienen. Das meiste Geld davon blieb dabei übrigens in den Chefetagen hängen, selbst kleinere Zeitarbeitsagenturen kamen bei ihren Jahresumsätzen mal eben so locker auf über eine Million Euro. Nun, da die Wirtschaft schwächelt, ist man jedoch nicht bereit, etwa von diesen Gewinnen an die Zeitarbeiter weiter zu geben, und anstatt sie bei der Stange zu halten, entlässt man sie. Und wirbt, wie Adecco, gleich darauf um neue Mitarbeiter.

Zeitarbeit muss ins Arbeitnehmerentsendegesetz

Dies zumindest fordert Petra Gerstenkorn aus dem Vorstand der Dienstleistungsgesellschaft ver.di. Und sie bekräftigt diese Forderung in Richtung der Bundesregierung noch mit klaren Worten: Dies ist "das Mindeste, was die Große Koalition jetzt für die Zeitarbeitsbeschäftigten tun muss". Und sie schlägt noch schärfere Töne an, an diesem ersten Tag des neuen Jahres: "Zeitarbeiter müssen endlich vor Lohndumping und unchristlichen Mini-Löhnen geschützt werden. Der vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ausgehandelte Mindestlohn ist das geeignete Mittel dazu. Dieser Erkenntnis kann sich eigentlich auch die CDU nicht entziehen". Sie sieht vor allem die CDU als Ausbremser bei der Aufnahme ins Arbeitnehmerentsendegesetz und zeigt hier klar mit dem Finger auf die Unionspartei. Fakt ist, dass etwas geschehen muss im Bereich der Zeitarbeit. Es kann nicht sein, dass sich Adecco, Randstad, Manpower und all die vielen anderen Zeitarbeitsunternehmen dumm und dämlich verdienen an ihren Mitarbeitern, auf der anderen Seite jedoch so schlechte Verträge haben, dass die Mitarbeiter sofort arbeitslos werden, wenn es keinen Einsatz mehr gibt. Es ist schon lange Zeit, dass es in diesem Bereich zu maßgeblichen Änderungen kommt und die Regierung die Praktiken der Zeitarbeit endlich einmal genauer unter die Lupe nimmt. Ein guter Weg wäre eine prozentuale Beteiligung der Leiharbeiter an dem, was das Unternehmen an ihrer Verleihung verdient. Und eben andere Verträge, die nicht sofort auslaufen, wenn es nichts mehr zu tun gibt. Wieder einmal zeigt sich nun diese Branche von ihrem schlechtesten Gesicht – genau das, was sie seit einigen Jahren versucht haben, zu verbergen. Aber wo die Wahrheit ist, sind Masken eben nicht auf alle Zeit zu halten.


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