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Die US-Notenbank lässt Geld springen für die so genannten faulen Kredite
- 31.12.2008
Die Subprimes waren es, welche die Immobilienkrise ausgelöst haben, die im November des vergangenen Jahres begann und sich nun als Krise durch die Finanzwelt und auch die Wirtschaft der ganzen Welt zieht. Unter dem Begriff Subprimes versteht man die so genannten faulen Kredite – Darlehen, die Geringverdienern gewährt werden und deren Rückzahlung deshalb auf wackeligen Beinen steht. Als die Zinsen für Hypotheken in den USA dann stark anzogen, waren viele dieser Kreditnehmer nicht mehr in der Lage, ihre Kredite zurück zu zahlen und standen vor dem finanziellen Aus. Viele Banken in den USA wurden dadurch in die Pleite getrieben, andere konnten nur dank eines raschen Notverkaufs gerettet werden. Und nun pumpt die Notenbank der USA 500 Milliarden US Dollar in den Markt der Finanzwirtschaft, um eben genau jene faulen Papiere aufzukaufen. Die Federal Reserve will in den ersten sechs Monaten des Jahres die Hypotheken aufkaufen, die noch in den Büchern der desolaten - inzwischen unter staatlicher Führung stehenden – US-Investmentbanken Fannie Mae und Freddie Mac schlummern.
"Quantitive Easing"
So heißt das Programm der Notenbank der USA, das eine halbe Billion US Dollar kostet und zwei Dinge bewirken soll. Auf der einen Seite sollen Kredite für den Hauskauf durch den Aufkauf der Papiere wieder günstiger werden. Auf der anderen Seite soll dadurch wieder ein besserer Zugang zu einer solchen Art von Krediten bewirkt werden. Dies bedeutet zugleich aber auch, dass die USA wieder einmal den Kauf auf Pump fördert, das, was Bundesfinanzminister Peer Steinbrück erst gestern eine „Wachstumsblase“ nannte und wovor er eindeutig gewarnt hat. Die US-Notenbank geht damit also immer weiter dem Abgrund entgegen. Erst die Senkung des Leitzinses gen Null, und nun der in wenigen Tagen beginnende Aufkauf der faulen Hypotheken. Es scheint, als würde man in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten weiterhin alles auf Konsum auf Pump setzen. Wie fatal sich dies auswirken könnte, wird sich wohl erst wieder in ein paar Monaten oder in ein, zwei Jahren zeigen:
Denn der Leitzins wird irgendwann wieder steigen
Und wenn der US-amerikanische Leitzins wieder angezogen werden wird von der Notenbank Federal Reserve, werden die Kredite auch wieder teurer werden. Und dann könnte genau das Gleiche passieren wie schon im vergangenen Jahr – eine Menge Kreditnehmer können plötzlich ihre Raten nicht mehr bezahlen und geraten in Zahlungsverzug. Wichtig ist hier aber, dass die Banken Deutschlands und auch Europas nicht mehr in solche Papiere investieren, sondern sich sicherere, weniger mit Risiko belastete Möglichkeiten für die Geldanlage suchen. Dann könnte einzig die USA unter einer neuen Wachstumsblase leiden. Da wir auch nur gering von dem Export in die USA abhängig sind, und als Exportweltmeister andere Länder viel wichtiger sind für uns, könnte die nächste Blase uns wirklich nur noch leicht ankratzen, aber uns nicht mehr in die finanzielle Misere treiben.
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