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                  Der Gesundheitsfonds kommt – Und die Kassenbeiträge werden noch teurer als geplant?

                  - 29.12.2008

                  In all den Monaten hat die Kritik nicht mehr nachgelassen, die seit den Planungen zum Gesundheitsfonds im Gange waren. Für fast alle Versicherten wird die Gesundheitsreform die Krankenversicherung teurer machen – mit 15,5 Prozent Beitrag sind die meisten teurer dran als bisher. Nachdem es erst Anregungen gab, den Kassenbeitrag auf 14,5 Prozent zu senken und das letzte Prozent aus staatlicher Hand bei zu steuern, um die Konjunktur damit anzukurbeln, kommt es nun möglicherweise noch schlimmer.

                  Selbst die Gesundheitsministerin hat inzwischen Zweifel: An der Höhe des Beitrags

                  Am heutigen Montag war Ulla Schmidt zu Gast beim ZDF, und da ist natürlich die Frage nach der Beitragshöhe nicht weit. Die Antwort war kurz und knapp: „Ich kann Ihnen das doch heute gar nicht sagen." Die Entscheidung, die dann spätestens im Herbst fallen wird über eine erneute Erhöhung der Beiträge wird aber sicher keine gute sein für die Krankenversicherten in unserem Lande (und nicht vergessen: Ab 1. Januar 2009 gilt die Pflicht für jeden Bundesbürger, Mitglied einer Krankenkasse zu sein, Ob Gesetzliche Kasse oder Private Kasse spielt hierbei eine untergeordnete Rolle). Unsere Bundesgesundheitsministerin rechnet mit einem Verlust von 440 Millionen Euro im kommenden Jahr. Die Kosten im deutschen Gesundheitssystem explodieren, nicht nur aufgrund der steigenden Honorare für Ärzte. Die schlägt sich natürlich auch auf der Höhe der Beiträge nieder. Dazu schreibt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln am heutigen Tage auch eine klare Rechnung auf, die diese Aussage sehr klar bestätigt: „Die größten Kostentreiber sind diesmal die niedergelassenen Ärzte, deren Honorare um 2,5 Milliarden Euro steigen, und die Kliniken, die eine Finanzspritze von mehr als 3 Milliarden Euro erhalten. Ein weiterer Grund für die Kostenexplosion im Gesundheitswesen ist der fehlende Preiswettbewerb. Kein Arzt und kein Krankenhaus muss fürchten, wegen zu teurer Leistungen Kunden zu verlieren.“

                  Und wie kommt Frau Schmidt auf Ihre Minusprognose?

                  Ja, Wirtschaft und Gesundheit, die beiden Bereiche kann man nicht voneinander trennen, so gerne man dies auch möchte. Frau Schmidt sieht die Lage der Wirtschaft sehr pessimistisch, und damit auch die Situation des Gesundheitsfonds. Bei einem Wirtschaftsrückgang von zwei Prozent geht sie von einem Minus von 440 Millionen Euro aus, aufgrund einer Verringerung der Beiträge. Zugleich machte Schmidt klar, dass es durchaus zu der Erhebung eines Zusatzbeitrages kommen könnte bei den Kassen, die mit dem Beitragssatz von 15,5 Prozent nicht über die Runden kommen würden.

                  Der Beitragssatz reicht auch in den Augen von Experten nicht aus

                  "Wir kalkulieren im Moment, dass dieser Beitragssatz von 15,5 Prozent nicht ganz ausreicht.", dies sagte der designierte Chef des AOK-Bundesverbandes, Herbert Reichelt und sieht damit wohl die Realität des nächsten Jahres. Laut seiner Prognose wird den Kassen, GKV wie PKV, im Jahr 2009 sehr viel Geld fehlen. Seine Prognose ist noch düsterer als die von Ulla Schmidt. Reichelt geht von einem Minusbetrag von 700 Millionen Euro bis gar zu einer Milliarde Euro im schlimmsten Fall. Zwar würden die Kassen der AOK (Allgemeine Ortskrankenkasse) wohl mit dem Beitragssatz klar kommen, andere Kassen jedoch würden ohne die bereits genannte Erhebung der Beitragssätze nicht in der Lage sein, weiter zu arbeiten. Der Gesundheitsfonds kommt also nicht aus den Schlagzeilen negativer Art. Gesundheit ist teuer geworden in unserem Lande, und dabei ist sie wohl das wichtigste Gut, das ein Mensch sein eigen nennen können sollte. Ob es zu einer Senkung der Kassenbeiträge kommen könnte im Rahmen des nächsten Konjunkturpakets ist ungewiss, wie dieses selbst inzwischen mehr und mehr.

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