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Eine Insolvenz, die saniert – General Motors und Chrysler vor gerichtlicher Aufsicht?
- 19.12.2008
Das Zauberwort für die wackelnde Autoindustrie heißt möglicherweise Chapter 11. Dabei geht es um ein Konkursverfahren, bei dem nicht die vorhandene Vermögensmasse eines Unternehmens an die Gläubiger verteilt wird, sondern in der es zu einem Gläubigerschutz kommt. General Motors und Chrysler könnten dann weiter produzieren, müssten sich aber unter gerichtliche Aufsicht stellen lassen, und so eine Sanierung überhaupt möglich zu machen. Bis jetzt hatten sich beide Autobauer strikt gegen ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 gewehrt, mit dem fadenscheinigen Argument, es würden dann keine Autos mehr verkauft werden, wenn sich die Autohersteller in einem Insolvenzverfahren befinden würden.
Erst Bush, dann Paulson – Chapter 11 rückt immer näher
In diesen Tagen wird in den USA viel nachgedacht über die Zukunft der heimischen Autobauer. Man möchte sie nicht in die Pleite gehen lassen, da sie eine wichtige Schlüsselindustrie des Landes sind, auf der anderen Seite hat jedoch der US-Senat vor einigen Tagen eine staatliche Hilfe für die Autohersteller General Motors, Ford und Chrysler abgelehnt. Eine Lösung muss also gefunden werden, will man diesen wichtigen Wirtschaftszweig nicht den Bach heruntergehen lassen. Und so dachte erst US-Präsident Bush über eine Insolvenz von Chrysler und General Motors nach, ihm folgte US-Finanzminister Henry Paulson mit dem Nachdenken. Gestern Abend erklärte der Finanzminister deshalb in New York, Chapter 11 könnte seiner Ansicht nach die beste Option sein, eine Sanierung und damit Rettung der beiden marode gewirtschafteten Autohersteller sein. Noch vor kurzem hatten die beiden finanziell sehr angeschlagenen Unternehmen eine Erklärung abgegeben, in der es hieß, noch in diesem Jahr benötigten sie zusammen 14 Milliarden US Dollar, um nicht unterzugehen und die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden, die sonst in den nächsten Wochen auf sie zukommen würde. Laut Experten würde dies jedoch lediglich einen Aufschub bedeuten, eine Insolvenz jedoch nicht wirklich verhindern können. Ford hingegen hat inzwischen eine Sicherung der Finanzierung für das kommende Jahr bestätigt und fällt damit aus dem Reigen der von einer Insolvenz bedrohten drei großen US-Autobauer.
Und was kommt nach George W. Bush?
Der nur noch wenige Wochen amtierende US-Präsident George W. Bush erklärte inzwischen, dass er noch keine Entscheidung gefällt habe in Bezug auf die Rettung der Autobauer seines Landes. Dennoch wolle er keine ungeordneten Verhältnisse hinterlassen in diesem Punkt, wenn er sein Amt an seinen Nachfolger, Barack Obama, abtritt. Bush-Sprecherin Dana Perino sagte gestern Abend in Washington zu einer möglichen Insolvenz der Autohersteller General Motors und Chrysler nach Chapter 11: "Dies wäre eine der Optionen". Bis spätestens Weihnachten soll nun eine Entscheidung gefallen sein. Chrysler und General Motors werden all diese Gedanken nicht gefallen, die der US-Präsident und nun auch Henry Paulson hegen. Dennoch denkt Bush auch weiter über die Option nach, den beiden Autoherstellern aus dem 700 Milliarden US Dollar schweren Rettungspaket zu helfen, um ihnen damit wenigstens im ersten Quartal des nächsten Jahres möglich zu machen. Damit würde er aber indirekt Barack Obama den schwarzen Peter zuschieben, denn geordnet wären dann gar keine Verhältnisse, ganz im Gegenteil. Da das Rettungspaket für andere Punkte angedacht war, würde sich erstens viel Unmut breit machen in den USA und zweitens würde es General Motors und Chrysler auch nicht wirklich weiterhelfen, sondern die Insolvenz nur um vielleicht drei oder vier Monate hinausschieben – denn kommen wird sie auf jeden Fall.
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